George Russell setzt auf volle Attacke: "Haben nichts zu verlieren!"

Einige schnelle Fahrzeuge stehen hinter ihm, doch George Russell will sich zunächst nach vorne konzentrieren - Wie er das erneute Qualifying-Wunder bewerkstelligt hat

George Russell setzt auf volle Attacke: "Haben nichts zu verlieren!"

Wieder hat Williams-Pilot George Russell in der Formel 1 nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Beim Großen Preis von Russland in Sotschi fuhr der angehende Mercedes-Pilot auf den dritten Startplatz. Anders als in Spa, als er sensationell von P2 startete und als Zweiter gewertet wurde, wird er diesmal aber ein Rennen fahren müssen.

Ein zweites Podium klingt beinahe schon zu hochgegriffen angesichts der Tatsache, dass es im Rennen trocken bleiben dürfte. Doch Russell will es nichts unversucht lassen: "Wir müssen es mit der Überzeugung angehen, dass wir es packen können. Ich denke schon, dass wir es mit den beiden Fahrzeugen vor uns [Lando Norris und Carlos Sainz] aufnehmen können."

Und so hat er sich bereits eine Taktik zurechtgelegt: "Es ist ein weiter Weg bis zum ersten Bremspunkt. Wir haben ein windschnittiges Auto und Lando wird mir hoffentlich einen schönen Windschatten geben." So viel zur Offensive.

"Die größere Sorge sind natürlich die schnelleren Fahrzeuge hinter uns", so der 23-Jährige weiter. "Es wird interessant werden zu sehen, wie sie es angehen. Sicherlich wird auch Verstappen sich durchs Feld wühlen. Hamilton wird also eine Entscheidung treffen müssen, wie viel Risiko er zu gehen bereit ist, um nach vorne zu kommen, und mit wie viel er sich zufriedengibt."

Nach den Plätzen 17 und 13 am Freitag will er sich keinen Illusionen hingeben: "Wir haben im Qualifying die Trockenpace des Autos deutlich geschlagen. In einem Trockenrennen wird es also hart werden."

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"Aber wir müssen mit der Überzeugung ins Rennen gehen, dass wir noch immer ein gutes Ergebnis holen können. Wir haben in drei der vergangenen vier Rennen Punkte geholt. Es gibt keinen Grund, warum wir diese Serie nicht aufrechterhalten können. Deshalb müssen wir einen Podiumsplatz anstreben. Wir haben nichts zu verlieren und werden einfach attackieren."

 

Wie Alonso ihm für den richtigen Boost half

Er gibt auch einen Einblick, wie er seine sensationelle Leistung bewerkstelligt hat. Natürlich ist der frühe Boxenstopp der Hauptgrund, dass Russell in Sotschi auf dem dritten Startplatz steht. Doch im Qualifying geht es auch um die richtigen Einstellungen beim Hybridantrieb. Untypischerweise fuhr er mehrere schnelle Runden am Stück, was eigentlich nicht optimal ist.

Doch dann gab es eine Fügung des Schicksals. "Wir sind mehrere Runden am Stück gefahren, deshalb bin ich mit einer Einstellung gefahren, die viel Energie zurückgewinnt. Man kann dann nicht die ganze Zeit nur Energie aus der Batterie abrufen", erklärt er.

"Dann sah ich ein Fahrzeug - ich glaube Fernando [Alonso] - vor mir. Ich lief sehr schnell auf ihn auf und wusste, dass ich zu dicht für die letzte Runde dran wäre [wenn ich die Runde durchziehen würde]. Deshalb habe ich mich nach Kurve 10 entschieden, die Batterie zu laden."

"Damit war sie für die nächste Runde voll und ich konnte alles abrufen. Das gibt einem die letzten vier, fünf, sechs Zehntelsekunden gegenüber der niedrigsten Einstellung. Auf einer Strecke wie dieser ist das sehr wichtig."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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