George Russell über Antonelli-Dominanz: "Ich habe eine Antwort"
George Russell spricht offen über die Überlegenheit von Kimi Antonelli: Nach zwei starken Wochenenden sieht er sich jedoch wieder auf Augenhöhe
George Russell (rechts im Bild) applaudiert Kimi Antonelli in Monza 2026
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
"Ich denke momentan eigentlich nicht an die Weltmeisterschaft", sagte Mercedes-Fahrer George Russell vor dem Grand Prix von Spanien 2026 in Madrid (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!). Das ist auch nicht überraschend: Vor wenigen Tagen musste Russell in Monza eine überaus schmerzhafte Niederlage gegen seinen Teamkollegen Kimi Antonelli hinnehmen. Dadurch wuchs sein WM-Rückstand auf 66 Punkte an.
Russell geht demnach als Außenseiter in die restlichen Grands Prix der Formel-1-Saison 2026. Oder wie es Sky-Experte Ralf Schumacher zuletzt formulierte: "Er muss sich einfach darüber klar werden, dass er im Moment die Nummer zwei ist."
Russell selbst fühlt sich jedoch nicht als Nummer zwei. Er werde bei Mercedes auch nicht als Nummer zwei behandelt, sondern erhalte dort gleiche Möglichkeiten wie Antonelli.
Warum George Russell sich nicht benachteiligt fühlt
Das habe ihm der Grand-Prix-Verlauf in Monza nochmals gezeigt: "Als Kimi im Rennen an die Box kam, dachte ich zunächst sogar, dass ich mit meiner Strategie richtig liege. Denn in der Strategiebesprechung am Morgen hatten wir gesagt, dass die schnellste Variante darin besteht, auf den harten Reifen zu starten und überhaupt keinen Boxenstopp zu machen. Das war schneller als eine Strategie mit Boxenstopp."
Von Benachteiligung könne also keine Rede sein, erklärte Russell. "Die Realität ist einfach: Kimi fährt derzeit besser als ich. Wenn ich an die Box gekommen und er draußen geblieben wäre, hätte er das Rennen vielleicht trotzdem gewonnen. Vielleicht auch nicht. Wer weiß?"
Die Antwort auf diese Frage sei für ihn nicht entscheidend, betonte Russell. Wichtig sei aus seiner Sicht vor allem, schneller zu werden und wieder den Anschluss an Antonelli zu finden.
So sehr glaubt George Russell an die Trendwende
Laut Schumacher ist das nicht unmöglich: "Die Dinge können sich auch ändern. George kommt im Moment nicht so gut klar und da muss er jetzt durch. Er ist ein Spitzenfahrer. Das hat er ja oft genug bewiesen."
Tatsächlich schnitt Russell in drei Jahren neben Lewis Hamilton bei Mercedes in der WM-Gesamtwertung zweimal besser ab als der siebenmalige Formel-1-Weltmeister. 2026 wird Russell allerdings von Antonelli entzaubert: Der 20-jährige Italiener hat im Saisonverlauf bereits so viele Siege erzielt wie Russell in seiner gesamten Grand-Prix-Laufbahn. (Statistik-Vergleich: Russell vs. Antonelli in der Formel-1-Datenbank)
Doch Russell wirkt nicht demotiviert. Im Gegenteil: Er habe eine "Antwort" auf die aktuelle Dominanz seines Teamkollegen Antonelli, und er arbeite an seiner Form, sagte Russell. "Ich glaube, dass es sich bereits deutlich verbessert hat."
Weshalb George Russell aktuell "sehr zufrieden" ist
Zumindest markieren die Plätze drei und zwei in Zandvoort und Monza einen Aufwärtstrend für Russell. Hinzu kommen eine Poleposition und der Sprintsieg in Zandvoort. Doch unterm Strich steht Antonelli mit seinen Ergebnissen trotzdem besser da - wenn auch nur knapp: Seit der Formel-1-Sommerpause holte Antonelli nur sieben Punkte mehr als Russell.
Deshalb zeigte sich Russell für den Moment "sehr zufrieden" mit seiner Form: "Ich würde sagen, dass die vergangenen beiden Rennwochenenden für mich wahrscheinlich zwei meiner stärksten Wochenenden in dieser Saison waren."
Dabei verwies Russell auf die Anpassung seines Fahrstils: "Den Fahrstil grundlegend zu verändern, ist meiner Meinung nach für viele Fahrer machbar. Mit diesem veränderten Fahrstil dann aber tatsächlich schnell zu sein, ist noch einmal eine andere Sache." Er sehe sich daher "deutlich verbessert" im Vergleich zur Zeit vor der Sommerpause und vor allem "auf Kimis Niveau".
Aber reicht das, um Antonelli in der WM noch abzufangen? Russell zeigte sich realistisch: "Es ist noch ein langer Weg. Ich brauche aber auf jeden Fall etwas Glück und muss gute Leistungen zeigen."
Doch der Ausgang der Formel-1-Fahrerwertung hängt nicht nur von Russells eigenen Ergebnissen ab. Dessen ist sich der Mercedes-Fahrer bewusst: "Kimi fährt außergewöhnlich stark und hatte bisher noch kein einziges wirklich schlechtes Wochenende. Aber darauf konzentriere ich mich nicht. Ich konzentriere mich darauf, mehr Performance zu finden."
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.