George Russell verrät: Das gelang Mercedes seit 2021 nicht mehr
Geht George Russell wirklich als Favorit in die Formel-1-Saison 2026? Nach dem Shakedown in Barcelona ist er optimistisch, will aber noch keine Prognose abgeben
George Russell möchte 2026 erstmals um den WM-Titel mitkämpfen
Foto: Mercedes-Benz
Bei vielen Buchmachern geht George Russell als WM-Favorit in die Formel-1-Saison 2026. Der Mercedes W17 hinterließ beim Shakedown in Barcelona in der vergangenen Woche einen starken Eindruck, doch laut Russell selbst ist es noch viel zu früh, um über eine mögliche Favoritenrolle zu sprechen.
Der neue Mercedes habe erst drei Testtage absolviert, erinnert Russell, "und es ist noch sehr früh. Aber es sieht nicht so aus, als wäre es ein Scheißhaufen", sagt der Brite mit einem Augenzwinkern über sein neues Arbeitsgerät.
Denn als Fahrer merke man normalerweise schnell, wenn man "ein wirklich schlechtes Auto" mit großen Schwachstellen habe, so Russell. Und genau das sei beim W17 nicht der Fall. "Aber ist es ein Auto, mit dem man eine Weltmeisterschaft gewinnen kann? Es ist noch viel zu früh, um das zu beurteilen", bremst Russell.
"Wir hatten einen sehr zuverlässigen Test, aber wir müssen abwarten, ob das Auto die Erwartungen erfüllt", betont er. Mercedes fuhr an den drei Tagen in Spanien laut eigenen Angaben insgesamt 502 Runden - und damit mehr als jedes andere Team.
Keine bösen Überraschungen beim W17?
Trotzdem bleibt Russell vorsichtig, was Prognosen für die Saison angeht. Er erinnert an die Situation vor vier Jahren und erklärt: "Niemand hat 2022 Porpoising erwartet. Man kann also derzeit noch nichts ausschließen."
Damals war der erste Mercedes der neuen Ground-Effect-Ära auf dem Papier ebenfalls ein schnelles Auto. Auf der echten Rennstrecke verhielt sich der Bolide jedoch komplett anders als in den Simulationen und die Silberpfeile spielten im Titelkampf 2022 letztendlich keine Rolle.
Ein ähnliches Szenario will Russell auch in diesem Jahr nicht komplett ausschließen, betont jedoch, dass es nach dem Shakedown keine Anzeichen dafür gebe. "Genau deshalb haben wir Barcelona mit einem positiven Gefühl verlassen, denn das Auto hat sich so verhalten, wie wir es erwartet hatten", berichtet er.
Das war vor vier Jahren eben nicht der Fall. "Die Zahlen, die wir von der Aerodynamik des Autos sehen, stimmen mit denen überein, die wir im Simulator sehen. Das Fahrverhalten des Autos entspricht dem Gefühl im Simulator", erklärt Russell.
Das sei etwas, "was wir als Team seit 2021 nicht mehr erlebt haben", sagt er vorsichtig optimistisch. Doch selbst dann, wenn der Mercedes in diesem Jahr wie erwartet funktionieren sollte, muss man immer noch zehn andere Teams in der Startaufstellung schlagen.
Russell warnt vor der Konkurrenz
"Wir waren ziemlich überrascht von dem, was wir von einigen unserer Konkurrenten gesehen haben, insbesondere was die Antriebseinheit von Red Bull angeht, die sehr beeindruckend ist", nennt Russell ein Beispiel. Und auch der Ferrari-Motor "scheint zuverlässig zu sein", ergänzt er.
Dazu kommen die eigenen Kundenteams wie McLaren. Das Team aus Woking gewann zuletzt mit Mercedes-Power im Heck zweimal in Folge die Konstrukteurs-WM. Selbst dann, wenn der Mercedes-Motor in diesem Jahr der beste sein sollte, wäre ein Titelgewinn für das Werksteam also kein Selbstläufer.
Auch deshalb macht sich Russell nichts daraus, dass er von mehreren Seiten vor dem Saisonauftakt als WM-Favorit bezeichnet wird. "Um ehrlich zu sein, hat mich das nicht wirklich berührt", winkt der 27-Jährige ab.
"Wie ich schon seit langem sage, fühle ich mich bereit, um eine Weltmeisterschaft zu kämpfen, und ob es diese Aussagen über uns gibt oder nicht, ändert nichts an meiner Herangehensweise", stellt Russell klar.
Russells bestes WM-Ergebnis sind bislang zwei vierte Plätze in den Jahren 2022 und 2025. 2026 könnte er nun erstmals in seiner Karriere ein Auto haben, mit dem er auch um den WM-Titel mitkämpfen kann. Zumindest scheinen die Voraussetzungen dafür so gut wie nie zu sein.
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