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Gerhard Berger: Ab wann Audi realistisch an der Spitze mitfahren kann

Weshalb der frühere Formel-1-Fahrer Gerhard Berger dem neuen Audi-Werksteam ab 2026 nicht sofort den ganz großen Erfolg zutraut und was Audi selbst sagt

Gerhard Berger: Vor 2030 ist Audi nicht vorne dabei in der Formel 1

Die große Frage beim Audi-Einstieg zur Saison 2026 lautet: Wann mischt die deutsche Marke in der Formel 1 an der Spitze mit? Denn das ist das erklärte Audi-Ziel für das neue Motorsport-Projekt, wie Andreas Seidl als Sauber-Geschäftsführer bei Formula1.com erklärt.

"Wenn eine Marke wie Audi in die Formel 1 einsteigt, dann kann es nur ein Ziel geben: Eines Tages um Siege und Titel zu kämpfen", meint Seidl.

Doch wann genau ist "in Zukunft"? Schon 2026? Oder irgendwann in den Folgejahren?

 

Seidl selbst wäre im Einstiegsjahr zufrieden, wenn es Audi gelänge, "einen konkurrenzfähigen und zuverlässigen Antrieb zu haben und von Anfang an mit einem konkurrenzfähigen Auto zu überraschen", so sagt er. Das neue Formel-1-Team strebe "ein insgesamt konkurrenzfähiges Paket" an.

Beispiel Red Bull: Sofort siegfähig war das Team nicht

Ein eben solches kann Audi laut Gerhard Berger aber realistisch erst nach einigen Jahren auf die Beine stellen. Begründung: "Man darf den Einstieg in die höchste Motorsport-Klasse nicht unterschätzen", sagt Berger im Gespräch mit Bild.

Es brauche Geduld auf dem Weg an die Spitze und "wenige Fehler", meint Berger. "Ich erinnere an Red Bull: Ich war damals nahe dran, und sie haben trotz eines Adrian Newey und wenigen Fehlern sechs Jahre gebraucht, bis sie ein Siegerteam waren."

Nach der Übernahme des Jaguar-Teams zur Saison 2005 dauerte es bis zum China-Grand-Prix 2009, ehe erstmals ein Red-Bull-Fahrer als Formel-1-Sieger abgewinkt wurde. Dann aber erzielte der Rennstall mit Sebastian Vettel und Mark Webber gleich einen Doppelsieg und kämpfte erstmals um den WM-Titel, der 2009 noch an Brawn-Fahrer Jenson Button ging. Von 2010 bis 2013 aber gab es WM-Siege in Serie mit Vettel.

Berger: Selbst Ferrari brauchte fünf Jahre bis zum WM-Titel

Muss sich Audi also auf eine ähnliche Wartezeit einstellen, obwohl es im Gegensatz zu Red Bull ein Werksteam ist? Berger hält selbst einen Vorlauf von drei Jahren für "sehr optimistisch" und sagt: "Sie haben sicher die Mittel und den großen Vorteil, bereits jetzt schon im Hintergrund mit Sauber im Einsatz zu sein. Aber meiner Einschätzung nach braucht man sicher fünf Jahre, um oben mitzufahren."

Berger verweist auf ein weiteres prominentes Formel-1-Beispiel: Ferrari. "Die haben trotz eines Michael Schumacher und der idealen Besetzung mit Jean Todt, Ross Brawn und Rory Byrne fünf Jahre bis zum WM-Titel gebraucht." Nämlich von 1996 bis 2000, und auch in diesem Fall begann dann eine jahrelange Siegesserie.

Wie Audi das Formel-1-Projekt angehen will

Laut Seidl aber sind die Voraussetzungen bei Audi anders als bei den geschilderten Beispielen. Die Marke gehe "all-in" beim Formel-1-Projekt und "wir haben alles, um uns in Zukunft mit den Besten zu messen", versichert er. "Es liegt jetzt an uns, die Unterstützung und den Einsatz von Audi zu nutzen, damit das funktionieren kann."

Und ein Vorteil liege in der Ausgangslage: 2026 wird ein neues Technisches Reglement eingeführt, das auch ein neues Motorenformat umfasst. Das stelle eine "großartige Möglichkeit" für einen Neueinsteiger dar. "Denn die [neuen Regeln] können eine Abkürzung bedeuten für unsere aktuellen Defizite [bei Sauber] und uns zugleich einen Vorsprung an die Hand geben zu Beginn der Audi-Ära", sagt Seidl.

Außerdem habe Sauber schon in der Vergangenheit bewiesen, "dass selbst ein kleines Team mit limitierten Ressourcen bei der Entwicklung eines Autos unter neuen Regeln sehr gute Arbeit leisten kann". Das habe zuletzt die Saison 2022 gezeigt: Sauber belegte damals (als Alfa Romeo) den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung hinter Red Bull, Ferrari, Mercedes, Alpine und McLaren.

Der Anspruch der Audi-Chefetage in der Formel 1

Als Audi will und muss das Team ab 2026 aber noch viel mehr erreichen. Das ist auch der Audi-Chefetage um Konzernboss Gerhard Döllner bewusst. Er sagt im Gespräch mit auto motor und sport: "Es wird ein harter Weg, aber die Formel 1 ist die bedeutendste Motorsport-Plattform der Welt. Und wir werden alles tun, um dort erfolgreich zu sein."

Für ihn gäbe es nur "zwei Arten von Engagement" in der Formel 1: "Gar nicht oder mit dem Anspruch, vorne - und zwar ganz vorne - dabei zu sein."

Wann Audi diesen Anspruch in die Tat umsetzen will, dazu macht Döllner keine konkreten Angaben. James Key als Technischer Leiter des künftigen Audi-Werksteams aber meinte schon vor Monaten: Das neue Audi-Projekt in der Formel 1 entfalte "wahrscheinlich erst 2027" seine volle Schlagkraft.

Mit Bildmaterial von AUDI AG.

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