Gewissheit für Verstappen: Honda-Motor nach Silverstone-Crash nicht zu retten

Hiobsbotschaft für Max Verstappen vor dem Formel-1-Wochenende in Belgien: Sein Silverstone-Motor ist nicht zu retten, nun droht im WM-Kampf eine Startplatzstrafe

Gewissheit für Verstappen: Honda-Motor nach Silverstone-Crash nicht zu retten

Kann Lewis Hamilton seinen Lauf von vor der Sommerpause fortsetzen? Oder schlägt Max Verstappen nach den bitteren Niederlagen von Silverstone und Budapest zurück? In Spa-Francorchamps startet die Formel 1 nicht nur in ihre zweite Saisonhälfte, sondern auch der WM-Kampf geht in die nächste Runde.

Gerade einmal zwei Rennen - und eine gehörige Portion Glück - benötigte Lewis Hamilton, um die Vorzeichen in der WM umzudrehen. Die breite Brust bei Mercedes ist zurückgekehrt, nachdem in beiden Gesamtwertungen die Führung zurückerobert wurde.

Und noch vor Beginn des Wochenendes in Belgien ereilte Red Bull die nächste Hiobsbotschaft. Nach eingehenden Untersuchungen steht nun endgültig fest, dass Verstappens Honda-Powerunit von seinem Silverstone-Crash nicht zu retten ist.

Startplatzstrafe im Saisonverlauf wohl nicht zu vermeiden

Damit ist klar, dass Verstappen um den Einsatz eines vierten Motors im Laufe der Saison wohl nicht herumkommen wird. Dies wird an jenem Wochenende, an dem der Motor erstmals verbaut wird, eine Startplatzstrafe nach sich ziehen. "Wir schauen, wo wir - falls nötig - den neuen Motor einsetzen werden", sagt Verstappen. Noch allerdings habe er "keine Idee".

Honda hatte fieberhaft versucht, das Aggregat innerhalb des erlaubten Rahmens doch noch reparieren zu können. Doch die Schäden, die der Motor bei Verstappens 51-g-Einschlag in Copse erlitt, waren zu groß.

Doch Red Bull und Honda müssen nicht nur Verstappens Motor abschreiben, auch das Aggregat von Sergio Perez ist nach dessen Verwicklung in den Startcrash von Budapest irreparabel. Damit setzt der Mexikaner bereits in Belgien seine dritte und letzte erlaubte Powerunit der Saison ein.

Hamilton: Wir haben uns gesteigert

Es ist der nächste mentale Tiefschlag für die Bullen und gleichzeitig die nächste positive Nachricht für Mercedes. Das Weltmeister-Team strotzt nach der Aufholjagd von Silverstone und Budapest vor Selbstvertrauen.

"Wir haben uns definitiv gesteigert. Gerade nach dieser Pause, in der wir uns Zeit genommen haben, darüber nachzudenken, wo wir waren und wohin wir gehen, habe ich keine Zweifel, dass wir in unseren Prozessen und in der Art, wie wir uns einsetzen, einen weiteren Schritt nach vorne machen werden", sagt Hamilton.

Mit seinem Heimspiel in Silverstone wendete sich das Blatt im Titelrennen. Die Kollision mit Verstappen, die seinen Konkurrenten ins Krankenhaus und ihn selbst trotz Strafe auf das oberste Podest beförderte, sorgte für ein neues Momentum. Auf der eigentlichen Red-Bull-Strecke Hungaroring war Mercedes plötzlich schneller, ehe am Sonntag Verstappen erneut das Pech ereilte.

Hamilton: Zweite Hälfte wird genauso schwierig

So wurden für Hamilton aus 33 Punkten Rückstand binnen zwei Rennen acht Punkte Vorsprung. Lange sah es so aus, als könnte Mercedes tatsächlich Probleme bekommen, doch nun befindet sich Mercedes wieder in der bekannten Position der Stärke.

"Wir wussten, wie stark sie zu Saisonbeginn sein würden", sagt Hamilton mit Blick auf Red Bull. "Wir haben ihre Leistungsfähigkeit in der Vergangenheit schon gesehen, aber je länger die Saison dauerte, desto stärker wurden wir", ergänzt er.

Doch die Leistungen von Red Bull und Verstappen haben die Sinne beim siebenmaligen Weltmeister geschärft. "Diese erste Hälfte war eine der härtesten bislang, und ich erwarte, dass es in der zweiten genauso wird, wenn nicht noch schwieriger", so Hamilton.

Verstappen: Spa kommt Red Bull nicht entgegen

Verstappen kann sich zumindest unmittelbar nach der Sommerpause auf seine heißblütigen Fans verlassen. Wenngleich die Corona-Pandemie keine vollen Tribünen gestattet, werden in seinem Geburtsland Belgien und in Zandvoort in seiner niederländischen Heimat täglich rund 70.000 Zuschauer erlaubt sein.

Doch Verstappen weiß, dass die Zuschauer wohl nicht reichen werden, um Mercedes zu schlagen. Zu stark sind die Weltmeister seit Silverstone, als zudem ein neues Update eingeführt wurde, mit dem das Team die Reifenprobleme in den Griff bekommen hat. "An den vergangenen beiden Wochenenden waren sie sehr schnell", hebt Verstappen hervor.

Die Strecke in Spa-Francorchamps komme dem Mercedes sogar noch mehr entgegen. "Traditionell liegt uns diese Strecke nicht so sehr aufgrund der langen Geraden. Ich weiß, dass wir die Lücke beim Topspeed definitiv verkleinert haben, aber wir sind noch nicht da", erklärt er. Immerhin seien die Fortschritte in diesem Bereich im Vergleich zum Vorjahr deutlich.

Könnte ihm vielleicht das Wetter helfen? Die Modelle sagen für das gesamte Wochenende Chancen auf Regen voraus. "Wir müssen abwarten, wie wir performen", sagt Verstappen: "Mir ist es egal, ob es trocken ist oder regnet."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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