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Größere Änderungen an den Formel-1-Motoren wohl nicht vor 2028

Umfangreichere Regeländerungen in der Formel 1 würden auch Hardware-Anpassungen erfordern - Für 2027 ist es dafür jetzt aber wahrscheinlich schon zu spät

Formel-1-Motoren: Warum größere Änderungen vor 2028 schwierig sind

Für größere Änderungen im kommenden Jahr ist es wohl schon zu spät

Foto: Formel 1

Erst für den Großen Preis von Miami am vergangenen Wochenende wurden die Formel-1-Regeln angepasst, da drehen sich die Diskussionen bereits um noch größere Änderungen ab der Saison 2027. Allerdings könnte es für umfangreichere Regelanpassungen im kommenden Jahr jetzt schon zu spät sein.

Denn während die jüngsten Regeländerungen für Miami lediglich die Software der Motoren betrafen, erklärt McLaren-Teamchef Andrea Stella: "Ich glaube, wir können noch mehr aus diesem Reglement herausholen, aber dafür sind ein paar Hardware-Anpassungen nötig."

Doch genau da liegt das Problem, denn während die Software vergleichsweise schnell angepasst werden kann, brauchen Änderungen an der Hardware lange Vorlaufzeiten. Stella schlägt als Maßnahme für die Zukunft zum Beispiel einen höheren Benzindurchfluss vor, "um die Leistung des Verbrennungsmotors zu steigern".

Eine weitere Idee sei es, "mehr Energie zurückzugewinnen, als man tatsächlich verbraucht, denn man verbringt viel mehr Zeit damit, elektrische Energie zu verbrauchen, als sie zurückzugewinnen", erklärt Stella und ergänzt: "Können wir [bei der Elektroleistung des Motors] von 350 kW auf 400 kW oder sogar auf 450 kW gehen?"

"Dann brauchen wir meiner Meinung nach einfach größere Batterien", betont er und resümiert daher: "Aus Sicht der Antriebshersteller halte ich [größere Änderungen] für 2027 für schwierig, da die Anforderungen an die Batteriegröße und die Bewältigung des höheren Benzindurchflusses in der Regel eine längere Vorlaufzeit erfordern, als bis zur Saison 2027 noch zur Verfügung steht."

Größere Änderungen auch für Teams problematisch

Steve Nielsen von Alpine erklärt zudem, dass nicht nur die Motorenhersteller mit kurzfristigen Änderungen für das nächste Jahr Probleme haben würden. "Unsere Reaktionsfähigkeit wird auf eine harte Probe gestellt, wenn in den nächsten Monaten größere Veränderungen für das nächste Jahr anstehen", erklärt er.

Nielsen nennt ein Beispiel: "Mehr Benzin bedeutet einen größeren Tank, was wiederum ein anderes Chassis erfordert. Und nicht jedes Team wird planen, für das nächste Jahr ein neues Chassis zu bauen, denn angesichts der Budgetobergrenze investiert man sein Geld dort, wo der größte Leistungsgewinn zu erzielen ist."

Und das ist häufig nicht in diesem Bereich der Fall, weshalb Teams ein Chassis (und auch weitere Teile des Autos) bei einem stabilen Reglement häufig über mehrere Jahre einsetzen. Eine größere Batterie würde sich ebenfalls auf das Design des Autos auswirken.

"Ich persönlich halte Hardware-Anpassungen am Antrieb für notwendig, um die Formel 1 insgesamt zu verbessern", betont Stella dennoch und erklärt daher: "Ich würde dringend empfehlen, diese Gespräche möglichst noch vor der Sommerpause abzuschließen, damit wir rechtzeitig für 2028 bereit sind."

Heißt: Für 2027 ist der Zug wohl bereits abgefahren, da nicht mehr ausreichend Zeit für umfangreichere Änderungen zur Verfügung steht. Stella rät daher dazu, die Pläne für 2028 möglichst schnell zu finalisieren, damit am Ende nicht wieder die Zeit davonläuft.

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