Grosjean: Neue Restart-Regel birgt großes Sicherheitsrisiko

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Grosjean: Neue Restart-Regel birgt großes Sicherheitsrisiko
André Wiegold
Autor: André Wiegold , Redakteur
Co-Autor: Scott Mitchell
08.03.2018, 13:25

Romain Grosjean kritisiert die neue Regel, in der Formel 1 nach einer roten Flagge das Rennen mit stehendem Start wiederaufzunehmen.

Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team, watches the action from trackside
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team, watches the action from trackside
Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18
Romain Grosjean, Haas F1 Team

In der Formel-1-Saison 2018 wird nach einer roten Flagge nicht mehr hinterm Safety-Car, sondern stehend gestartet. Romain Grosjean kritisiert die neue Regel, die der Franzose als sicherheitsgefährdend einstuft. Doch warum? Bei den Neustarts würden viele Piloten auf kalten, verschlissenen Reifen unterwegs sein. Mit den alten Gummis seien Unfälle vorprogrammiert, meint der Haas-Fahrer.

"Es wird bestimmt viel Schrott geben", erklärt Grosjean. "Ich habe einige Bedenken, was die Sicherheit angeht. Es ist möglich, dass das Auto mitten auf der Geraden außer Kontrolle gerät."Beim Barcelona-Test hat er bereits einige Probestarts auf gebrauchten Reifen hingelegt. Dabei seien die Schaltvorgänge besonders schwierig gewesen: "Wenn ich hochschalte, drehen die Hinterräder durch. Schalte ich runter, blockieren sie."

"Das Auto ist nicht fahrbar", stellt Grosjean klar. "Als wir die Neustarts geprobt haben, fühlte es sich an, als wären wir auf Slicks im Regen unterwegs." Grosjean glaubt aber nicht, dass die neue Regel auf allen Strecken Schwierigkeiten machen wird. "In Kanada wird es keine Probleme geben, hier (in Barcelona; Anm. d. Red.) oder in China glaube ich nicht, dass wir die nötige Reifentemperatur erreichen werden."

"Ich weiß nicht, wie sich die anderen fühlen, aber ich habe kein Vertrauen in die kalten Reifen", so Grosjean. "Meiner Meinung nach ist es ziemlich gefährlich." Deshalb wolle sich der Haas-Pilot mit dem Direktor der Formel-F1-Fahrergemeinschaft, Alex Wurz, kurzschließen, um die Situation zu besprechen.

Vor einem Neustart werden die Piloten die Möglichkeit haben, neue Reifen aufzuziehen. Es ist aber fraglich, ob überhaupt genügend Pneus zur Verfügung stehen werden, damit alle Fahrer im Feld auf frischen Gummis starten können. Laut Grosjean verliert ein Pilot auf alten Reifen in der ersten Runde rund 25 Sekunden auf einen Konkurrenten mit neuen Pneus. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass ein stehender Neustart nach einer roten Flagge signifikanten Einfluss auf das Resultat eines Rennens nimmt.

Bildergalerie: Romain Grosjean in Barcelona

Grosjean leistete sich einen kleinen Fauxpas: Der Franzose dachte, der Automobil-Weltverband (FIA) würde noch mit den stehenden Neustarts experimentieren. Er wusste aber nicht, dass die Regel längst feststeht und in der Formel-1-Saison 2018 umgesetzt werden wird. Sein Teamchef Günther Steiner hat sich indessen für das neue Prozedere ausgesprochen: "Wir werden sehen, wie das Ergebnis ist. Deshalb gibt es die Tests. Die Offiziellen werden sich das schon genau ansehen und dann entscheiden, ob es wirklich gefährlich ist." Laut Steiner machen die neuen Neustarts ein Formel-1-Rennen "interessanter".

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Rennserie Formel 1
Fahrer Romain Grosjean
Teams Haas
Urheber André Wiegold
Artikelsorte News