Günther Steiner: Darum schlägt Charles Leclerc 2026 Lewis Hamilton
Hunger statt Erfahrung: Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner sieht Charles Leclerc im Vorteil gegen Lewis Hamilton
Hat Leclerc am Ende tatsächlich die Nase vorn? Knapp wird es wohl.
Foto: Getty Getty
Charles Leclerc gegen Lewis Hamilton, das Ferrari-Duell ist schon früh ein Thema der Formel 1 Saison 2026. Günther Steiner legt sich dabei klar fest: Der frühere Haas-Teamchef sieht Leclerc vorne. Für ihn sprechen vor allem Alter, Hunger auf den Titel und die letzten Prozente im entscheidenden Stint.
Im Podcast "The Red Flags" wird Steiner gefragt, ob Hamilton seinen neuen Teamkollegen schlagen wird. Seine Antwort fällt deutlich aus. "Ich denke, was Charles auf seiner Seite hat, ist sein Alter", sagt Steiner. "Es ist sehr eng, aber am Ende glaube ich, Charles wird Lewis schlagen. Das ist meine Meinung."
Steiner begründet das mit einem klaren Blick auf die Karrierephasen. "Das Wichtigste ist für mich das Alter. Wenn Lewis zehn Jahre jünger wäre, wäre es vielleicht anders." Für ihn geht es nicht nur um Fitness oder Reaktionszeit am Apex. Es geht um das Gesamtpaket aus Belastbarkeit, Risiko und Detailarbeit mit den Ingenieuren.
Hunger schlägt Erfahrung?
Der Südtiroler verweist auch auf die Titelbilanz. "Es ist nicht nur das Physische, sondern auch das, was du erreicht hast. Lewis ist siebenmaliger Weltmeister. Charles, wie oft? Null. Also ist er hungriger, er hat mehr Appetit." In engen WM-Phasen können genau diese letzten Prozente den Ausschlag geben, etwa bei Strategie oder Qualifying-Trim.
Sportlich liegen die beiden Ferrari-Stars aktuell fast gleichauf. Nach dem China-GP, dem zweiten Lauf 2026, liegt Charles Leclerc mit 34 Punkten auf Platz drei der Fahrerwertung. Lewis Hamilton folgt mit 33 Punkten auf Rang vier. Hamilton holt in Shanghai sein erstes Ferrari-Podium. Leclerc punktet dafür minimal konstanter.
Bemerkenswert ist, wie verändert Hamilton nach seinem schwierigen Ferrari-Einstiegsjahr 2025 auftritt. Damals gab es hartnäckige Gerüchte über einen möglichen Rücktritt. Stattdessen spricht der Brite von einem kompletten persönlichen Reset. Er wirkt im Funk direkter, in den debriefs fokussierter und auf der Strecke wieder aggressiver.
Hamilton längst nicht müde, sondern top motiviert
Schon nach den Wintertests zeigte sich Hamilton emotional, aber klar. "Das war es mit den Tests. Es ist inspirierend zu sehen, wie ein Team alles gibt, um ein Auto zu bauen", schrieb er. Ihn fasziniert der Prozess, vom ersten Konzept über das Chassis bis zur finalen Aero-Map auf der Strecke. Genau dort will er Ferrari entscheidend voranbringen.
"Alles wird von Grund auf gebaut, entworfen und immer wieder neu entworfen", so Hamilton weiter. "Und dann sind es nur wenige von uns, die diese Maschine testen dürfen. Dieses Gefühl wird nie alt." Er bedankt sich deutlich bei der Crew in Maranello, die das 2026er-Paket aufbaut. Seine Worte zeigen, wie sehr er sich als Teil des Projekts sieht.
Gleichzeitig betont Lewis Hamilton seine Motivation. "Ich liebe diesen Job so sehr und ich liebe es, mit meinem Team zu arbeiten und für die Fans zu fahren. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich das tun darf, und ich freue mich auf die Saison." Auf der Strecke ist er wieder härter am Bremspunkt, gerade in den langsamen Kurven und bei Low-Fuel-Runs.
Ansage an Kritiker
In Richtung Rücktritt wird Hamilton klar. "Ich bin re-setet und frisch. Ich gehe nirgendwo hin, also bleibt bei mir", schreibt er. "Für einen Moment habe ich vergessen, wer ich bin, aber dank euch und eurer Unterstützung wird es diese Denkweise nicht mehr geben." Es ist eine Ansage an Kritiker und das gesamte Paddock.
Hamilton spricht von einer Saison, in die er "alles investiert" habe. "Ich weiß, was getan werden muss. Das wird eine verdammt starke Saison. Ich habe alles gegeben, um heute hier zu stehen. Auf gehts Team." Damit richtet er den Blick klar nach vorne, zu Leclerc, zu Red Bull, zu Mercedes und den neuen Motorregeln 2026.
Genau diese Konstellation reizt Günther Steiner. Ein siebenmaliger Weltmeister, der sich neu beweisen will, trifft auf einen Piloten, der seit Jahren als kommender Champion gilt. Leclerc kennt Ferrari besser, seine Qualifying-Pace ist brutal. Nun muss er Konstanz im Renntrimm liefern, um den internen Schlagabtausch zu gewinnen.
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