Haas erwartet stark, aber: "Vettel wäre zu schlagen gewesen"

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Haas erwartet stark, aber:
Autor: Dominik Sharaf
24.03.2018, 12:17

Als Sechster und Siebter ist Haas optimal positioniert, Romain Grosjean ärgert sich aber über den aufgrund von Set-up-Problemen großen Rückstand auf die Topteams

Es ist nach dem Qualifying zum Australien-Grand-Prix am Samstag amtlich: Die Haas-Mannschaft ist tatsächlich die vierte Kraft im Formel-1-Feld. Mit den Plätzen fünf und sechs für Kevin Magnussen (+2,023 Sekunden) und Romain Grosjean (+2,175) bestätigten die US-Amerikaner ihre starke Form der Testfahrten und der Freien Trainings. Von dem selbstgesteckten Ziel, sich seinem Technikpartner Ferrari auf eine halbe Sekunde anzunähern, ist die Truppe allerdings meilenweit entfernt.

Dennoch dominiert bei Günther Steiner die Freude: "Wir sind direkt hinter den Schwergewichten, das ist das Wichtigste", sagt er 'Motorsport-Total.com'. Besonders stolz ist der Teamchef auf Magnussen, der nach einem von Technikproblemen gezeichneten Freitag und einem verregneten Vormittag aus dem Stand heraus eine Spitzenleistung anbot. "Wahnsinn", staunt Steiner. Direkt nach Ende des Qualifyings meldete sich Boss Gene Haas telefonisch aus North Carolina und gratulierte.

 

 

Dabei verlief das erste Zeittraining des Jahres für die Truppe nicht optimal. Zum einen spielten die niedrigeren Streckentemperaturen Hauptkonkurrent Renault in die Karten, sodass es in Q2 danach aussah, als sollten sich die Franzosen vor Haas schieben. Zum anderen fehlte – besonders bei Grosjean, aber auch bei Magnussen – Grip auf der Vorderachse, weshalb das Duo die Reifen nicht perfekt aufwärmen konnte.

So erklärt der sonst schnellere Grosjean die teaminterne Schlappe gegen den Dänen: "Ich hätte noch einen Batzen Zeit rausholen können." Ein besseres Set-up vorausgesetzt. Die Schwierigkeiten rühren daher, dass der Albert Park Circuit im Gegensatz zu der Testbahn Barcelona die Vorderreifen stärker beansprucht. Weil Haas wegen der im Vergleich zum Freitag niedrigeren Temperaturen das Auto etwas steiler stellen musste, intensivierte sich das Problem. Warum ist unklar.

Den Grund will Grosjean rasch klären. Er glaubt aber an luxuriöse Sorgen: "Trotzdem war das Auto noch stabil. Mit einem Update sollten wir es hinbekommen." Laut Steiner ist das nötig. Hätte Carlos Sainz seine Zeit aus Q2 wiederholt, wäre nicht Magnussen Sechster geworden, sondern der Renault-Pilot. "Manchmal begeht man nicht selbst Fehler, aber andere", weiß Steiner. Magnussen sieht sich in der Ansicht, dass Renault und auch McLaren mit dem kleinsten Budget und der kleinsten Belegschaft aller Teams im Saisonverlauf kaum auf Distanz zu halten sein werden, bestätigt.

Noch mehr Sorgen macht sich Grosjean um den Rückstand auf die Topteams, der im Training kleiner war. "Wenn wir nicht das Gefühl haben, dass es perfekt gelaufen wäre, und trotzdem Sechster und Siebter werden, müssten wir die Konkurrenz an einem super Tag weit hinter uns lassen." Er behauptet, dass er in Q2 mit einem Versuch mehr und einem Schnitzer weniger Sebastian Vettels Bestzeit hätte knacken können – was einer Verbesserung seines Werts um 1,395 Sekunden entspricht.

 

Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-18 Ferrari, in the garage
Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-18 Ferrari, in the garage

Foto Andrew Hone / LAT Images

 

Für das Rennen wünscht Haas, die Position als bester Verfolger der Topteams zu halten, auch wenn die von hinten kommenden Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas vielleicht nicht zu halten sein werden. Die Longruns seien zwar stärker als die von Renault, heißt es aus dem Team – insbesondere, wenn es am Sonntag wärmer sein sollte. Aber wohl nicht genug, um die Gelben zu überholen, falls sie sich am Start vorbeipressen sollten.

Dass es in der ersten Kurve mit Stallgefährte Magnussen eng werden könnte, bereitet Grosjean keine Sorgen. "Wir werden darüber sprechen. Unser Verhältnis ist gut. Wir fahren Rennen – da kann ein Unfall passieren, aber wir geben unser Bestes, um nicht die Force Indias zu mimen", spielt er auf die Kollisionen Esteban Ocons und Sergio Perez' an. Steiner will seinen Piloten "keine Regeln" für die Anfangsmeter vorgeben. "Sie müssen sich respektieren und dürfen sich einfach nicht absichtlich in die Kiste fahren."

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