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Haas: "Müssen aufhören, den Reifen die Schuld zu geben"

Nach enttäuschendem Qualifying in Le Castellet wirft der Haas VF-19 noch mehr Fragen auf - Warum Grosjean außerdem neidisch auf seinen Teamkollegen ist

Haas: "Müssen aufhören, den Reifen die Schuld zu geben"

Der erhoffte Aufschwung beim Heimspiel von Romain Grosjean bleibt aus. Haas qualifizierte sich für den Frankreich-Grand-Prix Formel 1 2019 live im Ticker! nicht unter den Top-10. Grosjean startet von Platz 16. Teamkollege Kevin Magnussen qualifizierte sich auch nur als 15. Dabei will sich das Team diesmal gar nicht über das Reifenverhalten beschweren.

"Wir müssen aufhören, den Reifen die Schuld zu geben", so Grosjean. "Es haben heute 50 Grad [Asphalttemperatur] geherrscht und die Strecke erzeugt eine Menge Energie. Wir haben also keine Entschuldigung dafür, dass wir die Reifen nicht aufgewärmt bekommen."

Vielmehr habe sich der VF-19 schon das ganze Wochenende nicht mit dem Circuit Paul Ricard anfreunden können. Nachdem "schlechtesten Freitag des gesamten Jahres" sei es im dritten Training zwar bergauf gegangen. Im Qualifying klagte Grosjean dann aber wieder über ein Auto, dass "schwer zu verstehen und schwer zu fahren" ist.

"Die Pace ist wirklich nicht gut. Und es ist einfach schwer, hinter die Balance zu kommen. Meine letzte Runde war zum Beispiel gut - bis Kurve 9. Da ist das Heck einfach ausgebrochen. Nach meiner ersten Runde habe ich schon das Gefühl, dass nicht viel mehr drin war. Wir haben dafür einfach keine Erklärung. Ich habe in der zweiten Runde nichts anders gemacht als in der ersten. Das Auto ist einfach immer kurz davor, entweder vorne oder hinten auszubrechen."

Grosjean neidisch auf Update bei Magnussen

Grosjean beklagt außerdem, dass er teamintern den Kürzeren ziehen musste: "Kevin hat hinten eine neue Aufhängung. Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich sie nicht für mein Heimrennen bekommen habe. Ich glaube, ich zahle dafür einen hohen Preis."

Magnussen war am Samstag 0,186 Sekunden schneller als Grosjean. Er klagt weniger über das Fahrverhalten, dafür aber mehr über den Wind. Denn der hatte im Qualifying aufgefrischt. "Ich habe deswegen Fehler auf beiden meiner Runden begangen", erklärt er. "Wir scheinen damit mehr Probleme zu haben als andere. Aber das erklärt auch nicht, warum wir im Qualifying nicht so konkurrenzfähig wie sonst waren", räumt er ein.

"Das ganze Wochenende war schon seltsam", beschreibt es derweil Teamchef Günther Steiner. "Da ist ein Team in der einer Session plötzlich das fünftbeste und fällt dann auf einmal wieder ab. Es ist ein totales Durcheinander und wir verstehen es nicht. Wenn wir wüssten, was los wäre, würden wir etwas dagegen tun, aber wir haben keine Ahnung."

Teamchef spricht von "Mysterium"

Neben der eigenen Performance-Schwäche beschäftigt ihn auch die plötzliche Stärke von Konkurrent McLaren. "Gibt es da ein Update", rätselt Steiner. "Was man unter Ingenieuren natürlich nicht will, ist, aufs Glück zu setzen. Wir sind ja nicht in Vegas. Das wäre zu einfach."

"Ich will McLaren ja nichts absprechen. Aber wenn sich seit dem letzten Rennen nichts geändert hat, fällt man ja normalerweise ab. Wir hatten das gleiche in Barcelona. Und auch in Monaco haben wir gedacht: Wo kommt das denn auf einmal her? Und dann sind wir plötzlich abgefallen. Das einzig Gute ist, dass es auch anderen so geht. Da sind wir wenigsten nicht die Blöden."

Die Hoffnungen für das Rennen beschreibt Steiner als "einziges Mysterium. Wir können jetzt nicht behaupten: Morgen wird alles gut werden. Und dann schaffen wir es von Platz 15 auf 8. Da müssen wir schon darauf hoffen, dass auch andere zurückfallen."

Weitere Co-Autoren: Edd Straw. Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Urheber Rebecca Friese