Haas-Teamchef Günther Steiner: Formel-1-Rookies 2022 kommen wohl von Ferrari

Die Formel 1 schreibt vor, dass 2022 jedes Team einen Rookie am Freitag einsetzt - Was das für Haas/Ferrari und weitere Nachwuchsprogramme bedeutet

Haas-Teamchef Günther Steiner: Formel-1-Rookies 2022 kommen wohl von Ferrari

Formel-1-Sportchef Ross Brawn hat vor wenigen Wochen bestätigt, dass in der Saison 2022 alle Teams am Trainings-Freitag einen Rookie-Fahrer verpflichtend im Auto platzieren müssen. Damit möchte man jungen Fahrern eine Chance geben, Fahrpraxis zu sammeln. Haas-Teamchef Günther Steiner hat auch schon eine erste Vorahnung, auf welche Piloten er voraussichtlich zurückgreifen kann.

"Wenn das im Reglement verankert werden sollte, muss man natürlich Rookies einsetzen, und ich denke, dass es Ferrari-Fahrer sein werden", sagt Steiner am Donnerstag in Istanbul. "Ich habe nicht mit Ferrari gesprochen, wen sie nächstes Jahr haben, und ob sie jemanden haben. Ich keine Ahnung."

Dass es wohl ein Fahrer aus der Ferrari-Driver-Academy sein wird, ergibt durch die engen Verbindungen zwischen Haas und der Scuderia durchaus Sinn. In diesem Jahr bestreitet Mick Schumacher, der ebenfalls aus der Ferrari-Nachwuchsschmiede stammt, sein Debüt-Jahr in der Formel 1 bei Haas. Das Team hat ihn und Nikita Masepin inzwischen auch für 2022 bestätigt. (Übersicht Fahrer, Teams und Teamwechsel 2022)

Haas mit Ferrari-Junior? Wer dafür in Frage kommt

Mit Blick auf Ferraris Nachwuchskader stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten sich überhaupt ergeben. Nach zwei Jahren in der Formel 2 wäre Masepins Landsmann Robert Schwarzman wohl die erste Wahl. Der Australier Marcus Armstrong wusste auch in seiner zweiten Saison im direkten Unterbau der Königsklasse nicht zu überzeugen.

Callum Ilott aus Großbritannien wagt im kommenden Jahr den Sprung über den großen Teich und wird die volle IndyCar-Saison 2022 für Juncos-Hollinger-Racing bestreiten. Da die Serie im kommenden Jahr bereits Mitte September in Laguna Seca ihr Finale hat, wäre Ilott wohl erst im Herbst für Freitagseinsätze verfügbar.

Eine weitere Alternative wäre noch Arthur Leclerc, Bruder von Ferraris Formel-1-Fahrer Charles Leclerc. Für den Monegassen könnten Freitagseinsätze in der Königsklasse 2022 allerdings noch zu früh kommen. Leclerc bestritt in diesem Jahr seine erste Saison in der Formel 3, die er mit zwei Siegen als Zehnter in der Gesamtwertung abschloss.

"Ich würde sagen, das wäre die erste Wahl", meint Steiner mit Blick auf den Ferrari-Nachwuchskader. Er sieht sich in dieser Sache aber nicht an Ferrari gebunden: "Wenn sie niemanden haben, dann gibt es da draußen sicher Leute, die das Auto im FP1 fahren wollen." Die Möglichkeit von Freitagstrainings für junge Fahrer könnte aber auch anderen Teams und deren Nachwuchsprogrammen entgegenkommen.

Was bedeuten F1-Freitagseinsätze für andere Akademien?

Red Bull macht beispielsweise im kommenden Jahr mit Max Verstappen und Sergio Perez bei Red Bull Racing und mit Pierre Gasly und Yuki Tsunoda bei AlphaTauri weiter. Liam Lawson, Jüri Vips, Jehan Daruvala, Dennis Hauger und weitere Junioren schauen demnach in die Röhre. Mit Freitagseinsätzen könnten sie alle fit und motiviert bleiben.

Bei Alpine könnte durch diese Maßnahme Oscar Piastri zum Zug kommen, sollte er nicht doch das zweite Cockpit bei Alfa Romeo ergattern. Die Entscheidung ist hier immer noch nicht gefallen. Sein Alpine-Juniorenkollege Guanyu Zhou gilt als Favorit für den Platz neben Valtteri Bottas. Christian Lundgaard orientiert sich hingegen in Richtung IndyCar.

Dass sich die Formel 1 dazu entschließt, den Trainingsfreitag für junge Fahrer verfügbar zu machen, kommt nicht von ungefähr. Für Rookie-Fahrer wurde es in den vergangenen Jahren immer schwerer, Fuß in der Königsklasse zu fassen. Das liegt vor allem an den sehr restriktiven Testbeschränkungen. Vor der Saison 2021 wurden nur sechs offizielle Testtage durchgeführt.

Mit Bildmaterial von Ferrari.

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