Halo-Tests beeindrucken F1-Ingenieure: "Furchteinflößend!"

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Halo-Tests beeindrucken F1-Ingenieure:
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Jonathan Noble
12.02.2018, 15:16

Die Belastungen, denen der neue Formel-1-Cockpitschutz standhalten muss, treibt selbst den Ingenieuren den Angstschweiß auf die Stirn - Und sorgt für Probleme

Beliebt wird der neue Cockpitschutz "Halo" in der Formel 1 voraussichtlich nie, doch die technischen Daten des Heiligenscheins sind beeindruckend: So muss das Gerüst das Gewicht eines Londoner Doppeldeckerbusses aushalten, um effektiv herumfliegende Großteile wie Reifen abwehren zu können. Die Tests, die der Cockpitschutz daher durchlaufen muss, bringen selbst erfahrene Ingenieure aus der Fassung.

"Wenn man sich diese Tests ansieht, dann ist das wirklich furchteinflößend, was da für Belastungen anliegen", staunt McLaren-Chefingenieur Matt Morris über die Belastung von bis zu 116 Kilonewton. Das ist, als würde ein Airbus-A320-Triebwerk unter voller Schubkraft am Halo ziehen. "Es war eine echte Herausforderung, denn die Kräfte sind enorm. Das war uns immer klar, deshalb haben wir einiges an Zeit und Geld für entsprechende Teile investiert." So habe es Dummy-Halos, Teil-Halos und vollständige Halos in den McLaren-Windkanälen zu sehen gegeben.

"Es war ziemlich knapp", gibt er zu. "Man kann nicht sagen, dass wir durch die Tests hindurch spaziert sind. Es gab einige Momente, in denen ich fast einen Herzinfarkt bekommen hätte, als die statischen Tests aus ungünstigen Winkeln durchgeführt wurden. Wir haben ein paar kleinere Probleme gefunden, aber hatten sie einkalkuliert. So konnten wir früh genug reagieren."

Der Cockpitschutz Halo wird ab 2018 nach und nach in allen FIA-Formelserien zum Einsatz kommen. FIA-Chef Jean Todt hatte ihn gegen den Willen der Teams in einem Alleingang durchgeboxt, nachdem Testfahrten mit dem Alternativsystem "Shield" beim Großen Preis von Großbritannien 2017 keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbracht hatten. Die Arbeiten an einem ästhetischeren System gehen derweil weiter. Die IndyCar-Serie hatte kürzlich eine Shield-inspirierte Scheibe mit dem Namen "Aeroscreen" getestet.

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Urheber Heiko Stritzke
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