Hamilton erklärt Strategie-Streit: "Bin nicht sauer auf das Team"

Lewis Hamilton nimmt via Instagram Stellung zum Strategie-Streit mit seinem Team in Istanbul - Der Weltmeister versichert: Alles ist halb so wild

Hamilton erklärt Strategie-Streit: "Bin nicht sauer auf das Team"

Am Tag nach dem Formel-1-Rennen in Istanbul hat sich Lewis Hamilton bemüht, die Wogen nach dem offenen Disput mit seinem Mercedes-Team zu glätten. In einer Instagram-Story nahm der Weltmeister Stellung zur Strategieentscheidung des Teams und zu Berichten, wonach er auf das Team sauer sei.

"Ich habe heute Morgen einige Berichte gelesen, die ein bisschen zu viel aus dem Vorfall gestern gemacht haben, als es darum ging, wann der Boxenstopp richtig gewesen wäre", schreibt Hamilton dort. Er stellt klar: "Es stimmt nicht, dass ich sauer auf das Team bin."

Im Rennen am Sonntag hatte sich Mercedes bei Hamilton entschieden, bei der Strategie antizyklisch vorzugehen. Statt wie die meisten anderen Fahrer im Zeitraum zwischen Runde 35 und 40 zu stoppen und auf frische Intermediates zu wechseln, wollte Mercedes abwarten, bis die Strecke trockener wird, in der Hoffnung, man könnte Hamilton dann direkt Slicks wieder rausschicken.

Hamilton nimmt Teilschuld auf sich

Doch die Strecke trocknete nicht stark genug ab, und als Mercedes dann schließlich spät auf frische Intermediates wechseln wollte, forderte der zu diesem Zeitpunkt drittplatzierte Hamilton, dass das Team ihn bis zum Ende draußen lässt.

"Als Team arbeiten wir hart daran, die bestmögliche Strategie zu entwerfen. Aber während eines Rennens muss man dann Entscheidungen treffen, da sich so viele Faktoren verändern", erklärt Hamilton, der einen Teil der Situation auf seine Kappe nahm. "Es war meine Entscheidung, draußen zu bleiben, und es hat nicht funktioniert. Am Ende haben wir noch einmal gestoppt, weil es das Sicherste war", sagt er.

Direkt nach seinem Stopp acht Runden vor Schluss hörte sich das allerdings deutlich weniger verständnisvoll an, schließlich verlor er zwei Plätze. Via Funk schimpfte er lautstark über den Reifenwechsel: "Warum zur Hölle haben wir die Position aufgegeben?" Das Team versuchte ihm deutlich zu machen, dass er die Position ohnehin verloren hätte.

Hamilton fordert Verständnis für Emotionen

Die Simulationen des Teams ergaben, dass er auf den abgefahrenen Intermediates bis zum Ende des Rennens so viel Zeit verloren hätte, dass nicht nur Sergio Perez und Charles Leclerc, sondern vielleicht auch noch Pierre Gasly auf der Strecke vorbeigekommen wären. Um den Franzosen sicher zu covern, beorderte Mercedes Hamilton noch einmal rein.

 

Für den siebenmaligen Weltmeister gehören solche Sachen zum Rennsport dazu. "Wir leben und wir lernen, wir gewinnen und verlieren als Team", sagt er und fordert Verständnis dafür, dass es am Funk auch einmal ruppiger zugehen kann.

"Erwartet nie von mir, dass ich am Funk immer ruhig und höflich bin, wenn ich im Rennen bin. Wir sind alle sehr leidenschaftlich und in der Hitze des Gefechts kann diese Leidenschaft auch mal durchkommen. So ist es bei allen Fahrern", stellt er klar. Dieses "Feuer in mir" habe ihn erst so weit gebracht. "Wir haben es besprochen und schauen bereits auf das kommende Rennen", sagt er weiter.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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