Hamilton nach Tragen von Nasenpiercing von der FIA freigesprochen

Beim Formel-1-Qualifying von Singapur schrammte Lewis Hamilton knapp an der Pole vorbei, was jedoch wegen eines Nasensteckers in den Hintergrund rückte

Hamilton nach Tragen von Nasenpiercing von der FIA freigesprochen
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Mercedes wurde beim Großen Preis von Singapur wegen eines ungenauen Kontrollformulars am Formel-1-Auto von Lewis Hamilton zu den Stewards vorgeladen. Nur wenige Minuten nachdem Hamilton auf dem Marina Bay Street Circuit um die Poleposition gekämpft hatte und auf dem dritten Startplatz landete, wurde Mercedes darüber informiert, dass man gegen die Regeln verstoßen haben könnte.

In einer Erklärung der Stewards heißt es, dass sich ein Teamvertreter bei den Stewards melden muss, um ein "ungenaues Selbstkontrollformular" zu besprechen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um einen Nasenstecker, den Hamilton in Singapur trägt. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister war zuvor wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Schmuckverbot in der Formel 1 zu den Stewards vorgeladen worden.

Er hat während des gesamten Singapur-Wochenendes einen Nasenstecker getragen und behauptet, er müsse dies tun, weil ihm die Ärzte geraten hätten, ihn aus medizinischen Gründen nicht zu entfernen. Als Teil des Kontrollformulars muss jedes Team bestätigen, dass seine Fahrer keinen Schmuck tragen.

Es wird davon ausgegangen, dass das Mercedes-Formular besagte, dass Hamilton keinen Schmuck trug, da das Team zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass er ihn behalten würde. Da Hamilton also einen Nasenstecker trug, haben die Stewards entschieden, dass das Formular ungenau sein könnte.

Geldstrafe von 25.000 Euro für Mercedes!

Die FIA klärte den Vorfall jedoch kurz nach dem Qualifying auf, mit dem Urteil "no further action": "Wie in Artikel 31.1 des FIA-Formel-1-Sportreglements vorgeschrieben, reichte das Team vor dem ersten Rennen ein Selbstkontrollformular für Wagen 44 ein, in dem es erklärte, dass der Fahrer die Vorschrift, keinen Schmuck in Form von Körperpiercing zu tragen, einhalte", heißt es im FIA-Statement.

"Diese Erklärung war im Fall von Hamilton, der ein Nasenpiercing trug, das er nicht entfernt hatte, nicht korrekt. Der Teamleiter erklärte, dass dem Team nicht bekannt war, dass Hamilton ein Piercing trug. Bei neueren Veranstaltungen habe Hamilton das Piercing vor dem Wettkampf entfernt."

"Das Team nahm an, ohne bei Hamilton nachzufragen, dass er bei diesem Wettkampf die gleiche Prozedur befolgt hatte oder befolgen würde. Die Stewards erkennen an, dass der Fehler in der Erklärung in diesem Fall nicht vorsätzlich oder absichtlich war, aber er wäre nicht aufgetreten, wenn das Team vor dem Ausfüllen und Einreichen der Erklärung bei Hamilton nachgefragt hätte. Unter diesen Umständen verhängen wir gegen das Team eine Geldstrafe von 25.000 ?."

Warum Hamilton selbst keine Strafe bekommt

"Die Stewards haben Hamilton und den Teamvertreter angehört sowie Video- und Audiobeweise geprüft. Auf dem Filmmaterial war zu sehen, dass er während des Qualifyings ein Schmuckstück in Form eines Piercings (Nasenstecker) trug. Hamilton räumte diesen Umstand ein, erklärte aber, dass ihm seine Ärzte geraten hätten, es vorerst nicht zu entfernen."

"Auf Verlangen der Sportkommissare legte das Team Berichte eines Arztes vor, die Hamiltons Erklärung bestätigten. Die Sportkommissare konsultierten daraufhin den stellvertretenden Medizinischen Delegierten der FIA, Dr. Ian Roberts, der sich den medizinischen Bericht ansah und sich der darin enthaltenen Meinung anschloss."

Zu Beginn dieser Saison machte die FIA deutlich, dass sie ein Verbot für bestimmten Schmuck durchsetzen würde, das seit langem im Internationalen Sportkodex verankert ist, aber nie zuvor rigoros umgesetzt wurde.

Neben den erneuten Diskussionen um Hamilton und Schmuck in der Formel 1 geht fast schon unter, dass der Brite beinahe seine erste Poleposition der Saison beim Formel-1-Qualifying in Singapur geholt hätte.

Wolff: Hamilton hätte auf Pole fahren können!

Am Ende fehlten dem Mercedes-Piloten nur 0,054 Sekunden auf Polesetter Charles Leclerc im Ferrari, während der Abstand zum Zweitplatzierten Sergio Perez von Red Bull ebenfalls nur 0,032 Sekunden betrug.

Entsprechend enttäuscht ist man bei Mercedes, dass man nur aus der zweiten Reihe ins Rennen gehen wird, vor allem, weil Hamiltons Runde auf dem feuchtrockenen Marina Bay Street Circuit nicht ganz perfekt war und damit die Pole möglich gewesen wäre.

"Wir wissen, dass wir im FT3 einen Fehler gemacht haben, aber wir waren dann eigentlich in der Session mit bei den Schnellsten, auch im Q3 eigentlich", sagt Teamchef Toto Wolff. "Es gab dann einen ziemlichen Fehler, der uns sicherlich die Pole gekostet hat."

Hamilton: Fabelrunde wie 2018 mit dem W13 einfach nicht möglich

"Leider haben wir in diesem letzten Sektor fast eine Sekunde verloren wegen einem kleinen Fehler. Die Räder sind stehen geblieben und dann nimmst du den gesamten Geschwindigkeitsverlust durch die Kurven mit und dann war es natürlich so eng."

Hamilton sagt über sein bestes Qualifying-Resultat der Saison: "Es war generell eine aufregende Session, denn das Auto war heute viel besser, weil wir über Nacht eine Menge Arbeit geleistet haben. Am Ende war es einfach super schwierig, eine perfekte Runde zusammenzubekommen. Ich hatte auf eine Runde wie 2018 gehofft, aber mit diesem Auto geht das einfach nicht."

"Ich habe alles gegeben und so knapp hinter der Pole und in den Top 3 zu sein, ist immer noch großartig. Hoffentlich können wir morgen im Rennen etwas anstellen, obwohl das Überholen hier schwierig ist. Aber vielleicht haben wir eine bessere Strategie als die anderen."

Wolff rechnet mit Verstappen-Aufholjagd

Der Mercedes-Teamchef weist allerdings darauf hin, dass man unter normalen Umständen gegen Max Verstappen wahrscheinlich keine Chance gehabt hätte, wenn dem Red-Bull-Piloten am Ende des Qualifyings nicht der Sprit ausgegangen wäre: "Max war auf so einer schnellen Runde, also wenn dem der Sprit nicht ausgeht, wäre er entweder vorne gestanden oder es wäre sehr eng gewesen."

Wolff rechnet daher auch im Rennen mit Verstappen, obwohl dieser nach seinen Problemen nur vom achten Startplatz in den Grand Prix gehen wird: "Ich glaube, unser Rennauto ist schnell. Die Frage ist, kann man vor dem Verstappen bleiben in dem ersten Stint und wie kommen wir an den anderen vorbei."

In die erneute Schumckdebatte um Lewis Hamilton will sich der Mercedes-Teamchef allerdings nicht einmischen: "Ich weiß noch nichts. Das ist Lewis? Entscheidung und die der Stewards. Am Ende, mir ist es wurscht. Diese Themen überlasse ich anderen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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