Hamilton über Wolffs Funk: "Möchte rauchen, was die geraucht haben!"

Der Boxenfunk von Toto Wolff während des Rennens am Hungaroring ("Lewis, du kannst das gewinnen!") sorgte im Nachhinein für eine lustige Reaktion

Hamilton über Wolffs Funk: "Möchte rauchen, was die geraucht haben!"

Es kommt selten vor, dass sich der Teamchef höchstpersönlich während eines Formel-1-Rennens am Boxenfunk meldet. Normalerweise findet die Kommunikation des Fahrers mit dem Kommandostand über seinen Renningenieur statt; manchmal schaltet sich auch der Chefstratege ein, und nur in den allerseltensten Fällen der Teamchef.

Aber genau das ist beim Grand Prix von Ungarn passiert. Lewis Hamilton hatte gerade ein zweites Mal Reifen gewechselt und war hinter Fernando Alonso vom vierten auf den fünften Platz zurückgefallen, da feuerte Toto Wolff ihn an: "Lewis, du kannst das gewinnen!"

Bereits zuvor hatte Hamiltons Renningenieur Peter Bonnington gefunkt: "Wir können das schaffen. Ocon ist 25 Sekunden vor dir. Er fährt 22.8." Worauf Hamilton sich erkundigte: "Bin ich noch Vierter?" Und Bonnington antwortete: "Du bist im Moment P5, P5."

Es war jene Phase des Rennens am Hungaroring, in der ein echtes Husarenstück von Hamilton in der Luft lag. Der Mercedes-Fahrer hatte sich vom letzten auf den vierten Platz nach vorne gekämpft und gerade frische Mediumreifen aufziehen lassen, um im Finish noch einmal voll zu attackieren. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Esteban Ocon nach dem Boxenstopp: 25,6 Sekunden.

Es waren noch 23 Runden zu fahren, und Hamilton schlug mit Reifenvorteil ein enormes Tempo an. Bereits auf seiner Out-Lap nahm er Ocon drei Sekunden ab, und in Runde 49 sogar 3,7 Sekunden. Plötzlich betrug sein Rückstand nur noch 18,9 Sekunden, und es waren immer noch 21 Runden zu fahren.

"Lewis, you can win this!", feuerte Wolff ihn an. Ein Funkspruch, der bei Hamilton unter dem Helm für ein verwundertes Grinsen gesorgt haben dürfte. "Er hat ein großes Herz, Toto, aber bei allem Respekt: Als ich das hörte, dachte ich mir: 'Ich will nach dem Rennen das rauchen, was die geraucht haben!'", lacht er, von 'Motorsport.com' auf die Situation angesprochen.

Hamilton wendet sich in der FIA-Pressekonferenz Ocon zu und sagt: "Ihr wart so weit vor uns, [...] da dachte ich, es sei unmöglich, euch noch abzufangen." Ocon grinst: "Er glaubt halt an dich, Mann!" Und tatsächlich kam Hamilton letztendlich nur 2,7 Sekunden hinter dem Alpine-Überraschungssieger ins Ziel - wegen Sebastian Vettels (vorerst provisorischer) Disqualifikation letztendlich als Zweiter.

Hätte er Ocons Teamkollegen Fernando Alonso schneller geknackt, wäre der Sieg vielleicht sogar machbar gewesen. Hamilton sagt: "Wenn du da draußen bist, kommt es dir manchmal ziemlich einsam vor. Manchmal bist du auch so sehr im Tunnel, dass dir zehn Runden wie ein Lichtjahr vorkommen."

"Die Zeit vergeht da so schnell, dass du dir vorkommst, als würdest du durch die Zeit reisen. Es ist ein sehr, sehr merkwürdiges Gefühl. Und dann vergisst du manchmal, dass auf der anderen Seite der Leitung ja auch noch Leute sind. Insofern ist es manchmal ganz nett, daran erinnert zu werden, dass da noch jemand ist", sagt er über Boxenfunk in der Formel 1.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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