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Hamilton und Wolff nach Quali uneinig: Fehler in der Spitzkehre?

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Hamilton und Wolff nach Quali uneinig: Fehler in der Spitzkehre?
Autor:
08.06.2019, 21:57

Lewis Hamilton gibt sich nach P2 in Kanada entspannt und freut sich auf einen engen Kampf - Einen Fehler will er nicht gesehen haben, Toto Wolff jedoch schon

Obwohl Lewis Hamilton im Qualifying zum Großen Preis von Kanada den Kürzeren gegen Ferrari und Sebastian Vettel zog, war der Mercedes-Pilot auffallend bester Laune. "Ich fühle gar keine Enttäuschung", sagt er nach Platz zwei strahlend. "Wir haben alles gegeben, und sie waren einfach schneller."

Für Mercedes geht damit nach vier Rennen eine Strähne an Pole-Positions zu Ende. Hamilton konnte hinter Vettel mit zwei Zehntelsekunden Rückstand Zweiter werden, Valtteri Bottas wurde jedoch nur enttäuschender Sechster hinter dem Renault von Daniel Ricciardo und dem Red Bull von Pierre Gasly.

"Ich habe alles gegeben, wir haben alles gegeben, das Timing hat gepasst, die Prozeduren waren perfekt - ich bin wirklich glücklich über die Arbeit", betont Hamilton trotz der Niederlage. Er hat noch im Hinterkopf, dass er nach seinem Fahrfehler weite Teile des zweiten Trainings verpasst hatte und daher Aufholbedarf hatte.

 

Zudem habe er schon vorher gewusst, dass Ferrari stark sein würde. "Wir haben das ganze Wochenende gesehen, dass sie eine tolle Pace haben. Größtenteils haben sie sogar sechs Zehntelsekunden auf den Geraden gewonnen", unterstreicht der Brite und ist angesichts dieser Werte froh, dass er zumindest die Doppel-Pole der Roten verhindert hat. "Vor allem im letzten Sektor haben sie uns zerstört."

Wolff vs. Hamilton: Gab es einen Fehler?

Im entscheidenden Versuch waren es zumindest drei Zehntelsekunden im letzten Sektor, wo die lange Gerade ist - in den anderen Sektoren konnte Hamilton jeweils die absolute Bestzeit fahren. Von daher sieht er sich auch nicht in der Schuld für die verpasste Pole-Position. "Ich hatte eine gute Runde, keine Fehler", sagt er. "Ich bin wirklich glücklich über meine Leistung."

Natürlich könnte man immer irgendwo noch Zeit finden, "aber ich hatte bestimmt keine zweieinhalb Zehntelsekunden mehr drin", so Hamilton. Diese Aussagen stehen jedoch im Kontrast zu denen von Motorsportchef Toto Wolff. Laut ihm habe Hamilton auf seiner schnellen Runde sehr wohl einen Fehler gemacht. "Es war alles in der Spitzkehre", sagt er. "Und dann reicht es halt nicht."

In den Onboard-Aufnahmen war in der Spitzkehre kein auffälliger Fehler zu erkennen, doch die Zeiten geben Wolff recht: 28,683 Sekunden brauchte Hamilton für den dritten Sektor in seinem ersten Q3-Versuch, der ihn vorrübergehend auf die Pole gebracht hatte. Im entscheidenden Versuch waren es 28,754 Sekunden, also 0,071 Sekunden langsamer.

Bedenkt man jetzt, dass die Strecke im letzten Versuch noch einmal besser wird, dann wären womöglich die zwei Zehntelsekunden auf die Pole-Position drin gewesen - das kann man im Nachhinein jedoch schlecht beweisen. Fakt ist, dass Hamilton das Rennen morgen von Rang zwei aus angehen wird.

Bottas mit Schreckmoment in Kurve 2

Für Teamkollege Valtteri Bottas lief es deutlich schlechter. Der sechste Startplatz ist für ihn die schlechteste Position seit dem Rennen von Spa im Vorjahr, als er nur 17. wurde. Der Finne versaute sich eine bessere Ausgangsposition selbst, als er sich im ersten Q3-Versuch beim Ausgang von Kurve 2 drehte. "Das war mein Fehler", gibt er unumwunden zu. "Ich hatte am Ausgang von Kurve 2 einen Snap und habe mich gedreht, als ich den Zeitenverlust gering halten wollte."

 

Zumindest schlug Bottas dabei nirgendwo an und konnte so einen zweiten Versuch einlegen, doch nach einer unsauberen Runde landete er mit 0,861 Sekunden Rückstand eben nur auf Rang sechs. "Wenn man im Q3 seine erste Sicherheitsrunde verliert, befindet man sich sofort im Hintertreffen", weiß Technikchef James Allison. "Die relativ schwache Startposition von Valtteri ist eine direkte Konsequenz daraus."

"Meine Runde war einfach unsauber, ich hatte viele Verbremser und habe die Scheitelpunkte verpasst", ärgert sich Bottas selbst. "Ich muss in den Spiegel schauen, was falsch lief."

Hamilton freut Vettel-Pole: "Fantastisch für den Sport"

Die Ausgangslage könnte für Mercedes daher morgen besser sein. Hamilton startet von der schmutzigen Seite und hat Bottas nicht als direkten Helfer gegen die Ferraris an seiner Seite. Dass Dauerrivale Sebastian Vettel ihm die Pole weggeschnappt hat, stört ihn nicht - im Gegenteil: "Wir sind immer noch in einer guten Position. Für das Racing ist es toll. Das ist, was die Fans sehen wollen", sagt er.

 

Er dürfte wissen, dass Mercedes die Trümpfe durch seine überlegenen Longruns trotzdem noch in seiner Hand hat.

Schon kurz nach dem Qualifying gratulierte er dem Deutschen zu seiner Leistung. "Für den Sport ist das fantastisch. Ich kämpfe gerne mit anderen Teams", meint Hamilton weiter. "Heute war es knapp, ich hatte keine Ahnung, wo wir liegen würden, es ging hin und her. Ich hoffe, dass es für sie ein Wendepunkt ist und es ab jetzt knapp ist. Ein enger Kampf wäre fantastisch."

Mit Bildmaterial von LAT.

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