Eilmeldung

Formel 1

Lewis Hamilton: Vettel hasst mich manchmal mehr als ich ihn

Nach dem Rammstoß von Baku ist klar: Lewis Hamilton und Sebastian Vettel werden keine Freunde mehr. Dennoch will der Brite von seiner Seite nicht von einem Hassduell sprechen.

Sven Haidinger

Veröffentlicht: 06.11.2017, 09:03

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

2017 World Champion Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, Sebastian Vettel, Ferrari

"Ich denke, dass er mich manchmal mehr hasst als ich diese Gefühle für ihn hätte", beschreibt der Mercedes-Star, der in Mexiko seinen vierten WM-Titel holte und so mit dem großen Rivalen gleichzog, die Beziehung zu Vettel.

Er selbst wolle negative Gefühle wie Hass nicht in sein Leben lassen. "Ganz egal, was geschrieben wird oder was die Leute sagen, habe ich es geschafft, eine Mauer aufzubauen, an der all das Negative abprallt", erklärt Hamilton seine Herangehensweise. "Ich bin der Meinung, dass am Ende die Liebe und das Positive über alles siegt."

Tatsächlich hatte Hamilton dieses Jahr nach Vettels Rammstoß in Baku seine Emotionen im Griff und wirkte mental ausgeglichen, was in früheren Karrierejahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, denn gerade Hamiltons Nervenkostüm galt lange als fragil. Trotz allem macht der 32-Jährige kein Hehl daraus, dass er auch mit mentalen Tricks arbeitet, denn der Kampf auf der Rennstrecke spielt sich seiner Ansicht nach im Kopf ab.

Psychokrieg: Wovon sich Hamilton inspirieren lässt

"Sebastian und ich sind keine 20 mehr, und wenn man Tennis oder Golf schaut und die großen Spieler sieht, dann wird klar, dass sich alles im Kopf abspielt", sagt Hamilton. "Den Kopf kannst du kontrollieren, nicht die Dinge rundherum. Es gibt da dieses berühmte Sprichwort aus 'Art of War' (Die Kunst des Krieges von Sunzi, ältestes Buch über Strategie 500 Jahre vor Christus; Anm. d. Red.): 'Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher.' Ich schaue mir Sebastian an, weiß, was er in den vergangenen Jahren erreicht hat, wie konstant er war, wo seine Stärken und Schwächen und die seines Autos sind."

Hamilton bemüht sich, selbst in den Momenten der Niederlage den mentalen Krieg gegen seinen Rivalen nicht außer Acht zu lassen. "Man muss sich nur Rafael Nadal anschauen", holt er aus. "Die Gelassenheit, die diese Leute im Laufe eines Spiels zeigen, wie sie sich nach einem Sieg oder einer Niederlage geben - das sind für mich Vorbilder und das inspiriert mich."

Man darf gespannt sein, wie das Duell der beiden Rivalen in der kommenden Saison weitergehen wird. Denn nun haben Vettel und Hamilton vier Titel auf dem Konto, der Brite könnte also im direkten Duell die Führung übernehmen. Und wer Vettel kennt, der weiß, wie wichtig dem Ferrari-Piloten Statistiken und Rekorde sind.

2018 geht es um die Formel-1-Vorherrschaft

Doch auch Hamilton outet sich als Statistikfreak: "Er hat jetzt seine 50. Pole geholt, und da habe ich mir gedacht: Ich will ihm keine Poles mehr überlassen, denn er kommt mir immer näher." Zum Vergleich: Der Mercedes-Star hält derzeit bei 72 Pole-Positions. "Das insiriert mich, weiter Druck zu machen. Und das gleiche gilt für die Siege und Weltmeisterschaften. Außerdem bleibt er nun drei weitere Jahre bei Ferrari. Daher denke ich mir, dass mich Ferrari in den kommenden Jahren nicht mögen wird."

Dennoch freut er sich auf die Herausforderung - und hofft, dass andere Piloten ebenfalls in den Kampf eingreifen werden. Als ersten Kandidaten dafür sieht er den Sieger von Mexiko, Max Verstappen. "Er ist seit einiger Zeit die größte Entdeckung in der Formel 1, und wir werden noch viele Kämpfe austragen. Hoffentlich werde ich in seiner frühen Phase eine harte Nuss für ihn sein."

Weitere Artikel von diesem Redakteur:

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Ricciardo: Direkter Vergleich mit McLaren wird "interessant"

Nächster Artikel McLaren: Wollen nicht die gleichen Fehler machen wie Red Bull

Mehr von

Sven Haidinger



"Können uns am schnellsten adaptieren": Was Manthey in der DTM so stark macht

DTM

DTM 5 h

"Können uns am schnellsten adaptieren": Was Manthey in der DTM so stark macht



Größenwahn auf F1-Niveau: Wie Reuter mit Opel vor 30 Jahren ITC-Meister wurde

DTM

DTM 1 T.

Größenwahn auf F1-Niveau: Wie Reuter mit Opel vor 30 Jahren ITC-Meister wurde



Aston-Martin-Team holt Pitstop-Challenge: Welche Rolle spielt kuriose Plastikfigur?

DTM

DTM 2 T.

Aston-Martin-Team holt Pitstop-Challenge: Welche Rolle spielt kuriose Plastikfigur?

Mehr von

Lewis Hamilton



Übersicht: Die Fahrer und Teams der Formel-1-Saison 2027

Formel 1

Formel 1 3 h

Übersicht: Die Fahrer und Teams der Formel-1-Saison 2027



Lewis Hamilton entdeckt Ferrari-Schwachstelle: "Wir müssen uns das anschauen"

Formel 1

Formel 1

Austin

2 T.

Lewis Hamilton entdeckt Ferrari-Schwachstelle: "Wir müssen uns das anschauen"



Leclerc warnt Ferrari vor nächstem Zwischenfall: "Wir kennen die Grenze"

Formel 1

Formel 1

Austin

3 T.

Leclerc warnt Ferrari vor nächstem Zwischenfall: "Wir kennen die Grenze"

Aktuelle News



Russell-Krise: Warum Toto Wolff Helmut Marko widerspricht

Formel 1

F1 Formel 1 47 Min.

Russell-Krise: Warum Toto Wolff Helmut Marko widerspricht



Max Verstappen: WM-Titel wird Kimi Antonelli noch besser machen

Formel 1

F1 Formel 1 2 h

Max Verstappen: WM-Titel wird Kimi Antonelli noch besser machen



Diogo-Moreira-Interview: Honda könnte 2027 "um den MotoGP-Titel kämpfen"

MotoGP

MGP MotoGP 2 h

Diogo-Moreira-Interview: Honda könnte 2027 "um den MotoGP-Titel kämpfen"



Formel-1-Motoren: Alle Antriebskonzepte von 1950 bis 2030

Formel 1

F1 Formel 1 3 h

Formel-1-Motoren: Alle Antriebskonzepte von 1950 bis 2030

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren