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Hans-Joachim Stuck: McLaren-Haltung verdient Lob, nicht Kritik

Ex-Rennfahrer Hans-Joachim Stuck gefällt der offene Titelkampf bei McLaren, doch im Formel-1-Finale in Abu Dhabi sieht er Max Verstappen vorne - aus guten Gründen

Hans-Joachim Stuck: McLaren-Haltung verdient Lob, nicht Kritik

Oscar Piastri vor seinem McLaren-Teamkollegen Lando Norris

Foto: LAT Images

Der ehemalige Formel-1-Fahrer Hans-Joachim Stuck lobt McLaren für die Chancengleichheit, die das Team seinen beiden Fahrern Lando Norris und Oscar Piastri im WM-Titelkampf 2025 gewährt hat. "Das rechne ich McLaren sehr hoch an", sagte Stuck vor dem Finalrennen in Abu Dhabi (den Grand Prix am Sonntag ab 14 Uhr hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) im Gespräch mit Eurosport.

"Das Team hätte sich schon deutlich früher für einen Fahrer entscheiden und den Titel unter Dach und Fach bringen können. Darauf haben sie aber verzichtet. Im Sinne der Formel 1 haben sie den Titelkampf offengelassen. Dafür sollten sie nicht so scharf kritisiert werden", meinte Stuck. Er fügte hinzu: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ein teaminternes WM-Rennen jemals so fair abgelaufen ist."

Aber bleibt es fair bis zum Schluss? Stuck schließt nicht aus, dass es bei McLaren noch zu Spannungen kommt zwischen den Fahrern - und traut dem Team im Fall der Fälle drastische Maßnahmen zu: "Wenn sich Norris und Piastri in die Wolle kriegen, kann alles passieren. Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Ein Team kann jeden Fahrer rausschmeißen, sobald es nicht mehr passt."

Zunächst aber will es McLaren bei seiner Fairness-Haltung belassen - und laut Zak Brown erst dann auf eine Stallregie zurückgreifen, falls ein Fahrer rechnerisch keine Chance mehr haben sollte.

Warum Stuck auf Verstappen tippt

Aber vielleicht hängt bei McLaren der Haussegen bald schief, wenn es in Abu Dhabi kommt, wie Stuck prophezeit. Der ehemalige Präsident des Deutschen Motorsport-Bunds (DMSB) glaubt nämlich fest an McLaren-Gegner Max Verstappen: "Unter normalen Umständen fährt er den Titel nach Hause."

So begründet Stuck diese These: "Von den drei Kandidaten geht er am gelassensten in das Finale. Gewinnt er, huldigen ihm alle. Eine Niederlage ist aber auch kein Problem, weil vor ein paar Monaten hatte ihn niemand auf dem Zettel gehabt. Mit seiner Erfahrung und Souveränität hat Max jetzt aber die besten Karten in seiner Hand."

Sollte am Ende tatsächlich Verstappen über den WM-Titelgewinn jubeln, käme das für Stuck einem Ritterschlag gleich. Verstappen wäre dann "ohne jeden Zweifel der beste Rennfahrer, den wir in der Formel 1 gesehen haben", sagte Stuck. Er geht sogar noch weiter: "Dann übertrifft er Legenden wie Michael Schumacher, Ayrton Senna oder Alain Prost. Niemandem ist ein solches Kunststück gelungen."

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