Hazel Chapman: Witwe von legendärem Formel-1-Konstrukteur verstorben

Zusammen mit ihrem Ehemann Colin Chapman gründete sie die Marke Lotus und blieb dem Motorsport zeitlebens verbunden - Nun ist Hazel Chapman verstorben

Hazel Chapman: Witwe von legendärem Formel-1-Konstrukteur verstorben

Hazel Chapman, die mit ihrem Ehemann Colin einst Lotus gründete, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Britin spielte eine matriarchalische Rolle beim Erfolg des Formel-1-Teams, das in den 1960er und 1970er Jahren sechs Fahrerweltmeisterschaften und sieben Konstrukteurstitel gewann.

Chapman lernte die gebürtige Hazel Williams 1944 bei einer Tanzveranstaltung kennen. Chapmans erstes Auto, der spätere Lotus Mark 1, wurde im Jahr 1948 auf Basis eines Austin-7-Chassis in einer abgeschlossenen Garage hinter dem Haus ihrer Eltern in Hornsey, Nordlondon, gebaut.

Sie übernahm die Entwicklung des Testwagens und seines Ford-angetriebenen Nachfolgers, des Mark 2, nachdem ihr Mann kurzzeitig zur Royal Air Force eingezogen worden war.

Die Erfolge mit diesen Autos und dem darauf folgenden Mark 3 in der Formel 750, dem ersten echten Lotus, führten zu weiteren Aufträgen. Das erste Lotus-Unternehmen wurde schließlich am 1. Januar 1952 gegründet. Wenig später wurde daraus eine Aktiengesellschaft, und das mit einer Zahlung von 25 Pfund durch Hazel.

Sie heiratete Chapman 1954. Als Lotus als Marke weiter wuchs, nahm sie einen Sitz im Vorstand einer Reihe von Unternehmenszweigen ein, darunter das Formel-1-Team Lotus, die Sportwagenmarke Lotus Cars und Lotus Components, die Autos für die Junior-Rennklassen herstellte.

Sie war stolz darauf, mit fast allen Lotus-Fahrern in der Geschichte des Grand-Prix-Teams zusammengearbeitet zu haben. Dazu gehörten die Formel-1-Weltmeister Jim Clark, Graham Hill, Jochen Rindt, Emerson Fittipaldi und Mario Andretti ebenso wie Nigel Mansell und Ayrton Senna.

Als ihr Mann und Geschäftspartner Colin Chapman 1982 starb, erkannte Hazel, dass Lotus Cars neue Investitionen benötigte, um seine Zukunft zu sichern. Sie spielte eine Schlüsselrolle beim Verkauf der Anteile an eine von British Car Auctions geführte Gruppe.

Das Formel-1-Team blieb bis zum Ende der Saison 1990 in Familienbesitz. Nach seinem Ausstieg 1994 wurde Hazel Direktorin des Classic Team Lotus, des Familienunternehmens, das die Fahrzeuge und das Erbe der Rennerfolge der Marke bis heute unter der Leitung von Sohn Clive bewahrt.

Hazel hatte stets ein großes Interesse an allen Dingen, die mit Lotus zu tun haben. Erst 2018 segte sie das 100.000ste von der Marke produzierte Straßenauto ab. Traditionell bekam jedes neue Straßenauto zu Gesicht, bevor es öffentlich vorgestellt wurde.

Matt Windle, Managing Director von Lotus Cars, sagte zu ihrem Ableben: "Dies ist ein sehr trauriger Tag für alle, die auf der ganzen Welt mit Lotus verbunden sind. Ohne Hazel Chapman würde es Lotus nicht geben."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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