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Heftiger Unfall von Oliver Bearman in Japan: So geht es dem Haas-Piloten jetzt

Schrecksekunde für Oliver Bearman: Der Haas-Pilot übersteht in Japan einen heftigen Unfall - Wie der Vorfall passiert ist, was die Beteiligten sagen und wie es ihm geht

Heftiger Unfall von Oliver Bearman in Japan: So geht es dem Haas-Piloten jetzt

Oliver Bearman hatte beim Großen Preis von Japan einen heftigen Unfall

Foto: Getty Getty

Schrecksekunde beim Großen Preis von Japan: Haas-Pilot Oliver Bearman ist in der 22. Runde des Rennens von der Strecke abgekommen und heftig in die Reifenstapel eingeschlagen. Der 20-jährige Brite konnte seinem beschädigten Auto zwar aus eigener Kraft aussteigen, klagte anschließend jedoch über Schmerzen im rechten Bein.

Auf den offiziellen Fernsehbildern der Formel 1 war zu sehen, wie Bearman nach dem Unfall humpelte und mit dem Medical-Car abtransportiert wurde. Die obligatorische Untersuchung im Streckenhospital brachte allerdings die Entwarnung: Der Brite zog sich glücklicherweise keine Frakturen zu, erlitt jedoch eine schwere Prellung am Knie.

"Zunächst einmal: Alles ist in Ordnung, mir geht es gut", bestätigt der Brite, nachdem er im Anschluss an den Check aus dem Medical-Center entlassen wurde. "Es war ein beängstigender Moment, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Das Adrenalin lässt etwas nach, daher wird die Heimreise etwas länger, aber mir geht es bestens."

So ereignete sich der heftige Bearmann-Unfall

Was war passiert? Nach einem enttäuschenden Qualifying am Samstag musste sich Bearman im Rennen durch das Feld nach vorne arbeiten. Nach seinem Boxenstopp setzte der Haas-Pilot zum Angriff auf den Alpine von Franco Colapinto an. Doch der Argentinier verteidigte sich und zog bei der Anfahrt auf die schnelle Spoon-Kurve nach innen.

Bearman musste deshalb nach links ausweichen, geriet dabei auf das Gras und verlor dort die Kontrolle über seinen VF-26. In der Folge rutschte er quer über die Strecke und schlug auf der Außenseite heftig in die Reifenstapel ein. Erste Informationen des Teams sprechen von einem Aufprall mit 50 g, also dem 50-fachen des Körpergewichts.

"Das Auto hat etwas mitgenommen, aber wir haben jetzt einen Monat Zeit, uns neu zu positionieren", erinnert Bearman an die lange Pause bis zum Großen Preis von Miami. Vor allem die rechte Seite des VF-26 wurde schwer beschädigt. "Ich kann mich nur beim Team entschuldigen, denn es ist eine Menge Arbeit."

Gab es eine Strafe für Franco Colapinto?

"Es gab einen massiven Geschwindigkeitsüberschuss, der Teil des neuen Reglements ist, und wir müssen uns daran gewöhnen", erklärt Bearman den Hauptgrund für den Unfall. "Ich hatte aber auch das Gefühl, dass mir angesichts der enormen Übergeschwindigkeit nicht viel Platz gelassen wurde."

Die Rennleitung untersuchte den Zwischenfall in der Folge zwar, sah jedoch keinen Anlass für eine Strafe gegen Franco Colapinto. Selbst Haas-Teamchef Ayao Komatsu nahm den Alpine-Piloten kurz nach dem Vorfall im Gespräch mit Sky in Schutz und sieht ihn nicht als Verursacher des heftigen Unfalls.

"Nein, ich denke, der Hauptpunkt war die Aufholgeschwindigkeit", meint der Japaner. Diese sei "einfach enorm" gewesen. Auf der Onboard-Aufnahme von Bearman ist zu erkennen, dass die Rücklichter am Alpine von Colapinto zunächst einmal und kurze Zeit später zweimal blinken.

Das signalisiert, dass die Leistungsabgabe durch die MGU-K vollständig eingestellt war und der Alpine nur noch vom Verbrennungsmotor angetrieben wurde. Entsprechend war Bearman unmittelbar vor dem Unfall rund 50 km/h schneller als Colapinto, was letztlich zum schweren Unfall des Briten führte.

"Wir müssen etwas nachsichtiger und besser vorbereitet sein, denn das war leider das Ergebnis einer massiven Geschwindigkeitsüberschreitung, die wir in der Formel 1 noch nie gesehen haben", sagt Bearman. "Wir haben einen Monat Zeit, uns neu zu positionieren und in Miami stark zurückzukommen - das ist jetzt das Ziel."

Wie Franco Colapinto den Bearman-Unfall erlebte

"Ehrlich gesagt war es wirklich seltsam", beschreibt der Alpine-Pilot, der am Ende den 16. Platz belegt, die Situation aus seiner Sicht. "Ich war quasi auf dem Präsentierteller. Der Geschwindigkeitsunterschied war enorm. Es war fast so, als wärst du auf einer Auslaufrunde und der andere Fahrer ist im Push-Modus."

Oliver Bearman fuhr hinter Franco Colapinto, als der Unfall passierte

Oliver Bearman fuhr hinter Franco Colapinto, als der Unfall passierte

Foto: LAT Images

"Es ist wirklich merkwürdig. Es ist eine Kurve, die wir voll fahren, und er war mehr als 50 km/h schneller als ich. Also ist es sehr seltsam", ergänzt Colapinto, der von einer gefährlichen Situation spricht: "Es wird wirklich heikel, wenn die Geraden nicht gerade sind und er lenkt, weil wir nicht auf einer geraden Spur sind."

Der Alpine-Pilot bestreitet allerdings, sich zu heftig gegen die Attacke des Haas-Piloten gewehrt zu haben. "Das ist völlig normal", deutet der Argentinier einen gewöhnlichen Zweikampf an. "Ich habe mich nicht bewegt oder so. Und als ich in den Spiegel sah, drehte er sich im Gras."

"Selbst im Drehen hat er mich noch überholt, stellen Sie sich also den Unterschied bei der Geschwindigkeit vor", sagt Colapinto und ergänzt: "Ich bin froh, dass es ihm gut geht, es war schon ein ziemlicher Schock. Ich habe ihn im Fahrerlager laufen sehen, und er scheint in Ordnung zu sein."

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