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Heimspiel-Held Hamilton: Warum die Sprint-Pole selbst Ferrari überraschte

Lewis Hamilton holt in Silverstone überraschend die Sprint-Pole für Ferrari und spricht nach dem Qualifying von einer "wirklich unerwarteten" Sensation

Heimspiel-Held Hamilton: Warum die Sprint-Pole selbst Ferrari überraschte

Lewis Hamilton feiert seine Sprint-Pole in Silverstone

Foto: Sutton Images

Lewis Hamilton hat sich mit einer sensationellen Runde die Sprint-Pole für den Großen Preis von Großbritannien 2026 gesichert. Der Ferrari-Pilot setzte sich auf dem Silverstone Circuit mit gerade einmal 0,011 Sekunden Vorsprung gegen WM-Leader Andrea Kimi Antonelli durch und sorgte damit ausgerechnet bei seinem Heimrennen für einen emotionalen Höhepunkt.

Dass Ferrari aus eigener Kraft um die Poleposition kämpfen würde, hatte im Team im Vorfeld allerdings kaum jemand erwartet. Entsprechend groß war die Erleichterung nach dem Qualifying. Hamilton sprach unmittelbar nach seiner Bestzeit von einem ganz besonderen Moment - nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch wegen des Ortes.

"Wow. Ich liebe diesen Ort. Ich liebe diese Strecke. Ich liebe diese Fans", sagt der siebenmalige Weltmeister. "Ich kann gar nicht ausdrücken, wie groß der Traum ist, selbst heute noch. Wenn man auf dieses Rennen hinarbeitet, an jede einzelne Kurve denkt und an diesen Rhythmus, den man hier finden kann, wenn das Auto perfekt abgestimmt ist und das richtige Team hinter einem steht."

Ferrari bringt kleine Updates - und wird dafür belohnt

Hamilton machte keinen Hehl daraus, wem er den größten Anteil an der überraschenden Pole zuschreibt. Vor allem die Arbeit der Mannschaft in Maranello hebt er mehrfach hervor und betont, dass Ferrari in den vergangenen Monaten einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht habe.

"Das Auto hat sich heute großartig angefühlt. Danke an alle im Werk. Sie pushen einfach immer weiter", erklärt er. "Wir haben hier wieder kleine Updates gebracht. Eigentlich bringen wir jedes Wochenende irgendetwas Neues ans Auto. Jeder gibt im Moment wirklich alles."

Besonders bemerkenswert sei dabei die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. "Letztes Jahr steckten wir irgendwie fest. Da konnten wir nicht viel machen. Jetzt finden sie ständig neue Dinge und bringen immer wieder Performance ans Auto. Jedes Wochenende kommen kleine Verbesserungen dazu. Das Auto hat sich heute einfach fantastisch angefühlt."

Hamilton hatte bereits während des gesamten Sprint-Qualifyings einen starken Eindruck hinterlassen. Trotzdem rechnete er bis zuletzt nicht mit der Pole. "Ich war in allen Sessions schnell, aber am Ende waren es nur elf Tausendstel. Es war unglaublich eng mit den anderen. Die Mannschaft hat sich das wirklich verdient."

"Sie haben mir gestern richtig Angst gemacht"

Besonders interessant waren Hamiltons Schilderungen über die Erwartungen innerhalb des Teams noch vor Beginn des Wochenendes. Offenbar war Ferrari selbst deutlich pessimistischer in die Veranstaltung gegangen. "Gestern haben sie mir richtig Angst gemacht", erzählt Hamilton lachend. "Sie meinten: 'Wir werden auf den Geraden sechs Zehntelsekunden auf die anderen verlieren.'"

Diese Einschätzung basierte auf den Erfahrungen der vergangenen Rennen. "Beim letzten Grand Prix haben uns auf den Geraden ungefähr vier Zehntel gefehlt. Deshalb dachte ich heute zuerst: 'Ist das wirklich wahr?' Ich habe erwartet, dass die anderen im Qualifying noch einmal deutlich zulegen."

Doch genau das geschah nicht. "Plötzlich waren wir einfach dabei. Wir konnten mit ihnen kämpfen. Da habe ich wirklich gedacht: 'Ist das real?'" Ferrari sei deshalb selbst von der eigenen Konkurrenzfähigkeit überrascht worden. "Wir haben vor Silverstone wirklich nicht erwartet, um die erste Startreihe zu kämpfen. Wirklich nicht. Deshalb ist das eine unglaubliche Überraschung. Ich bin total begeistert."

Silverstone bleibt Hamiltons Lieblingsstrecke

Dass ausgerechnet Silverstone Schauplatz dieses Erfolgs wurde, macht den Moment für Hamilton noch emotionaler. Seit Jahren bezeichnet der Brite den Traditionskurs als seine Lieblingsstrecke im Kalender - daran hat sich auch mit den jüngsten Änderungen am Energiemanagement nichts geändert.

"Wenn ihr mich gestern in der Pressekonferenz gehört hättet, dann wisst ihr, dass wir alle gedacht haben, die Strecke würde sich komplett anders anfühlen", sagte er. Doch die Befürchtungen bestätigten sich nicht.

"Die Strecke ist immer noch phänomenal. Sie fühlt sich immer noch großartig an. Der Leistungsverlust, den wir erwartet hatten, ist bei Weitem nicht so groß wie gedacht. Es ist einfach die beste Strecke, die man fahren kann."

Auch die Atmosphäre spielte dabei eine wichtige Rolle. Schon während seiner Auslaufrunde hatte Hamilton offenbar gar nicht erst auf die Zeitentafel schauen müssen. "Ich habe die Fans gehört. Das war einfach unglaublich."

Hoffnung auf den Sprint - trotz starker Konkurrenz

Für den Sprint am Samstag sieht Hamilton Ferrari ebenfalls gut aufgestellt. Zwar erwartet er angesichts der Konkurrenz von Mercedes und Red Bull kein leichtes Rennen, doch das Gefühl im Auto stimmt ihn optimistisch. "Unsere Pace war gut", sagt er.

"Wir konnten im ersten Training einen etwas längeren Run fahren. Das waren zwar nicht viele Runden, aber das Auto hat sich auch dort gut angefühlt." Trotzdem weiß Hamilton, dass der Start von ganz vorne noch lange keine Garantie für den Sieg ist.

"Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wann ich hier zuletzt aus der ersten Reihe gestartet bin. Das wird nicht einfach. Die anderen haben immer noch ihre Stärken, gerade auf den Geraden. Sie können dicht folgen und haben dort möglicherweise noch etwas mehr Leistung."

Sein Ziel ist dennoch klar formuliert: "Ich werde alles geben, um sie hinter mir zu halten."

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