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Helmut Marko: Gasly ist "im Gegensatz zu Kwjat" wiederauferstanden

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Helmut Marko: Gasly ist "im Gegensatz zu Kwjat" wiederauferstanden
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll
19.01.2020, 12:30

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko spricht im exklusiven Interview über die Fahrerwechsel bei Red Bull & über die Zukunft von Gasly, Kwjat und Albon

Red Bull hat es 2019 schon wieder getan. Zum zweiten Mal in der jüngeren Teamgeschichte wurde ein Pilot mitten in der Saison vom Topteam zu Toro Rosso degradiert. Traf es 2016 noch Daniil Kwjat, war 2019 Pierre Gasly der Leittragende. Die Red-Bull-Teamführung wehrt sich gegen das Wort "Degradierung" und erklärt, warum der Fahrerwechsel von Gasly und Alex Albon notwendig und richtig war.

"Jetzt muss ich mich zunächst einmal gegen das Wort 'Degradierung' wehren", entgegnet Helmut Marko im exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' auf die Fahrerwechsel von Kwjat/Verstappen 2016 und Gasly/Albon 2019 angesprochen. "Wir reden von Formel 1."

"Wie viele tausende Fahrer träumen und arbeiten, um in die Formel 1 zu kommen? Und jetzt kommt einer von einem Formel-1-Team, das an der Spitze fährt, in ein Team, das im Mittelfeld fährt. Er verdient immer noch Geld und ist auch immer noch in der Königsklasse. Ich würde sagen, das ist ein Eröffnen neuer Chancen und keine Degradierung", verteidigt der Red-Bull-Motorsportkonsulent die Fahrerentscheidungen.

Wie Gasly im Toro Rosso wieder zu alter Form fand

Aus Sicht der Teamspitze kann Gasly froh sein, bei Toro Rosso eine neue Chance erhalten zu haben. Der Franzose selbst habe das im ersten Moment allerdings nicht so gesehen, weiß auch Marko. "Aber er sieht das jetzt zwischenzeitlich schon anders", berichtet der Grazer.

Er holte den Franzosen nach zwei Jahren im Juniorteam 2019 in die Topmannschaft, dort folgte er auf Daniel Ricciardo nach. Den Platz im Juniorteam besetzte Red Bull mit Alexander Albon neu. Nach zwei schweren Unfällen in den Wintertests war Gaslys Selbstvertrauen allerdings schon vor Saisonbeginn angeknackst.

"Für Pierre war der Saisonstart nach den zwei Unfällen in den Wintertests sehr schwierig", berichtet Christian Horner. "Das hat sein Selbstbewusstsein definitiv beeinträchtigt." Daher gestaltete sich die erste Saisonhälfte "sehr schwierig". Gasly blieb deutlich hinter den Erwartungen, während Teamkollege Max Verstappen Siege und Podestplätze einfuhr.

"Natürlich ist es sehr schwierig, Teamkollege von Max Verstappen zu sein. Für Pierre hat sich die erste Saisonhälfte sehr schwierig gestaltet. Der Druck wurde immer größer, daher war es richtig, ihn da aus der Schusslinie zu nehmen und ihn in eine ruhigere Umgebung bei Toro Rosso zu geben", rechtfertigt der Red-Bull-Teamchef die Entscheidung.

Die Verantwortlichen erhofften sich durch den Wechsel eine Leistungssteigerung von Gasly, der im Toro Rosso auf Anhieb wieder schnell war. "Seit diesem Wechsel ist er wieder außerordentlich gut gefahren", konnte Horner beobachten. Dieses "Phänomen" sei "unglaublich" gewesen, ist Marko begeistert. "Pierre ist in den Toro Rosso eingestiegen und war auf Anhieb wieder der Gasly, den wir engagiert hatten."

Wie erklärt sich Marko diese wundersame Wandlung? "Der Toro Rosso ist leichter zu fahren und der Druck naturgemäß geringer." Er macht aber auch eine gewisse Mitschuld bei Gasly selbst aus. Denn der 23-Jährige habe sich zu sehr von seinem Teamkollegen Max Verstappen beeindrucken lassen.

Ungarn-Rennen war ausschlaggebend für den Wechsel

"Er kam zu Red Bull und hat nur auf Verstappen geschaut. Er hat sonst niemanden gesehen im gesamten Feld." Besser wäre gewesen, zu akzeptieren, dass der Niederländer schneller ist und sich langsam hinzuarbeiten. Im Gegenteil dazu habe Gasly in allen Bereichen Mankos gesehen, statt etwas anderes auszuprobieren und so mehr rauszuholen - "aber das ist leider total schiefgegangen".

Umso überraschter war Marko in der zweiten Saisonhälfte über das "Aufblühen" seines Schützlings. "Da sieht man, was Psychologie ausmacht. Wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte das erwartet, wäre das eine komplette Lüge", muss der 76-Jährige zugeben.

Im Gegensatz zu Daniil Kwjat 2016, der bereits nach vier Rennen durch Verstappen ersetzt wurde, und "danach wirklich eingebrochen ist", hat Gasly seine Chance bei Toro Rosso genutzt und ist "wiederauferstanden." Nachsatz von Marko: "Gott sei Dank für ihn und für uns."

Er habe in der "Krisenzeit" der ersten Saisonhälfte mehrere ernsthafte Gespräche mit Gasly geführt. Der "negative Einstand" mit seinen Unfällen in Barcelona hat auch Red Bull geschmerzt. Denn: "Der zweite war ganz schwerwiegend für uns als Team, denn da waren Teile drauf, die wir eigentlich fürs Testen gebraucht hätten, von denen wir noch keine Daten hatten. Unser ganzes Testprogramm ist dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen worden."

Zwar habe es zwischendurch ein "Aufflackern" gegeben, wo Gasly "halbwegs" wettbewerbsfähig gewesen sei. Der fünfte Rang in Monaco, oder der vierte Platz in Großbritannien gaben dem Team Hoffnung. "Dann haben wir irgendwann gesagt, ja, wir beenden die Saison mit ihm."

Doch dann folgte ein desaströses Rennen in Ungarn, das letzte vor der Sommerpause. Gasly kam einmal mehr nicht zurecht mit dem RB15, während Verstappen im Qualifying seine erste Pole-Position holen konnte. Acht Zehntelsekunden nahm ihm der Niederländer ab. Noch bitterer das Rennen: "Er wurde von Max überrundet."

"Pierre kann noch ein ganz Großer werden"

Diese schlechte Leistung, die sich in eine Reihe von enttäuschenden Rennen eingliederte, war schließlich jener Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. "Dann war die Entscheidung klar, dass wir den Wechsel machen." Durch das Podium von Gasly in Brasilien fühlte sich Marko bestätigt, dass dies der richtige Weg war.

"Ein zweiter Platz ist ja eine Sensation schlechthin." Er glaubt, dass der Nachwuchspilot seine Lehren aus dem Jahr 2019 gezogen hat. Wird ihn ein ähnliches Schicksal ereilen wie Kwjat, der 2017 noch während des Jahres sein Cockpit bei Toro Rosso verlor und 2019 wieder ins Team zurückkehrte?

"Ich glaube, dass [Pierre] in Zukunft auch noch ein ganz Großer werden kann", hält Marko weiterhin an ihm fest. Auch wenn er für 2020 den Platz an der Seite von Verstappen nicht bekam und wieder gegen Albon den Kürzeren zog - wie auch Kwjat. Den Russen hatte die Teamspitze zwischenzeitlich bereits abgeschrieben.

Pierre Gasly

Brasilien 2019: Gasly feiert sein erstes F1-Podium

Foto: LAT

"Das war ein Missverständnis", klärt der Österreicher auf. Denn in einem Interview am Rande des Grand Prix von Großbritannien wurde er gefragt, ob Kwjat kein Kandidat mehr für den Red-Bull-Sitz 2020 sei. Kurz davor war er noch sensationell in Deutschland auf das Podium gefahren, dennoch wurden Markos Aussagen als Absage interpretiert.

"Wir wussten von all den Daten, was Kwjat kann. Er hat in der ersten halben Saison gute Leistungen hingelegt." Auch in Abu Dhabi sei der 25-Jährige ein gutes Rennen gefahren. Ohne die Kollision von Gasly mit Racing-Point-Fahrer Lance Stroll hätte Toro Rosso gar die Chance gehabt, Renault in der Konstrukteurs-Wertung zu überholen.

"Das wäre natürlich eine späte Genugtuung gewesen", merkt Marko schmunzelnd in Anspielung auf die zerrüttete Beziehung mit dem ehemaligen Motorenlieferanten des Teams an. Was die Entscheidung über das Cockpit 2020 betrifft, habe man sich alle drei Kandidaten (Kwjat, Gasly und Albon) angesehen.

Albon bleibt im Topteam: "Recht einfache Entscheidung"

Anfang November gab das Topteam schließlich die Vertragsverlängerung mit dem Thailänder bekannt. "Albon hat eine unglaubliche Steigerung von Rennen zu Rennen hingelegt. Das, was schlussendlich sehr überzeugend war, war seine Stärke im Rennen, wie er überholt."

Der Rookie sei "außergewöhnlich gut" gefahren in der zweiten Saisonhälfte, wirft Horner ein. "Sein Feedback ist toll, seine Pace verbessert sich ständig, auch auf Strecken, auf denen er zuvor noch gar nie gefahren ist. Er hat sich den Sitz aufgrund seiner Leistung verdient."

Mit Ausnahme von Brasilien (Kollision mit Lewis Hamilton) schaffte es Albon in allen Rennen mit Red Bull unter die Top 6. In Interlagos lag er auf Podestkurs, als ihn der Weltmeister von der Strecke drehte. "Wir sind sehr aufgeregt über sein Potenzial in Zukunft. Das war eine recht einfache Entscheidung, seinen Vertrag mit dem Team als Teamkollege von Max 2020 zu verlängern."

Besonders Albons Überholmanöver haben die Red-Bull-Führung überzeugt. So einfach wie die Entscheidung für dieses Jahr war sein Weg ins Topteam allerdings nicht. Seine Karriere gleicht eher einer Achterbahnfahrt.

Nach dem Rauswurf aus dem Juniorkader, musste Albon trotz privater Schwierigkeiten um seine Karriere im Motorsport kämpfen, er schaffte den Aufstieg in die Formel 2. Danach wäre er fast in der Formel E bei Nissan gelandet, doch Toro Rosso suchte nach einem Ersatz für Gasly.

"Daniels Entscheidung, zu Renault zu wechseln, hat für ihn die Chance eröffnet, zu Toro Rosso zu kommen. Wir konnten sehr schnell sehen, dass er talentiert ist und eine tolle Stärke im Rennen hat", lässt Horner Revue passieren. Sein steiniger Werdegang zeuge von seiner Hartnäckigkeit und seinem Einsatz für die Sache.

Fahrerwechsel erneut denkbar? "Ich hoffe nicht"

Außerdem will Red Bull neben der Nummer 1 im Team (Verstappen) einen möglichst konstanten Fahrer etablieren. "Wir wollen nicht nur den Fahrertitel sondern auch den Konstrukteurstitel wieder zurückholen und da brauchst du ein starkes Team."

Albon muss nun in seiner zweiten Saison beweisen, dass er tatsächlich schneller ist als die beiden Toro-Rosso-Fahrer. Schließlich hat er nur einen Vertrag für 2020 erhalten und könnte im kommenden Jahr wieder ersetzt werden. Red Bull schließlich nicht aus, dass sogar noch während der Saison wieder ein Tausch passieren könnte. "Denkbar ist alles. Aber ich hoffe nicht", meint Marko dazu.

Daniil Kwjat

Kwjat: Hat er noch eine Chance auf das Red-Bull-Cockpit?

Foto: LAT

Mit 49 Jahren hat das Toro-Rosso-Duo mehr Jahre auf dem Buckel wie die Red-Bull-Stammfahrer (45 Jahre), auch verfügen sie über die meiste Erfahrung. Könnte es daher sogar möglich sein, dass Daniil Kwjat noch einmal den Sprung in ein Topteam schafft?

"Das glaube ich schon", antwortet der Red-Bull-Motorsportkonsulent bedacht. "Wie gesagt, er muss noch konstanter werden, aber wie schon erwähnt, das letzte Rennen in Abu Dhabi war eines seiner stärksten."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Urheber Maria Reyer