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Helmut Marko über neues Concorde: "Totos Motivation ist uns egal"

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Helmut Marko über neues Concorde: "Totos Motivation ist uns egal"
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Oft wird übersehen, dass die Concorde-Ausstiegsklausel nicht nur für Mercedes und Renault wichtig war - Helmut Marko: "Was uns wichtig war, ist drin"

Am 19. August hat Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media bekannt gegeben, dass alle zehn bestehenden Teams ein neues Concorde-Agreement mit Laufzeit bis Ende 2025 unterschrieben haben. Was bisher weniger bekannt war: Anders als bei früheren Deals war diesmal nicht Ferrari, sondern Red Bull das erste Team, das die Unterschrift unter den Grundlagenvertrag gesetzt hat.

Und zwar am Rande des Rennwochenendes in Barcelona am 15./16. August, ein paar Tage vor der offiziellen Bestätigung des Deals, wie Christian Horner verrät. Es habe in einigen Punkten ein Tauziehen gegeben, sagt der Red-Bull-Teamchef, "und es gibt Elemente, über die sich einige Teams mehr freuen werden als andere". Alles in allem sei der Deal aber im Interesse des Sports.

Das von Horner angesprochene Tauziehen gewann in den letzten Tagen vor der Unterschrift noch einmal an Dynamik. Zuerst setzte Liberty den Teams eine Frist bis 12. August. Wer bis dahin unterschreiben würde, erhält fünf Millionen US-Dollar Bonus, so das Angebot von Formel-1-Chef Chase Carey, der auf eine rasche Lösung drängte.

Aber Carey hatte seine Rechnung offenbar ohne Toto Wolff gemacht, der zu dem Zeitpunkt aufgrund des Vertragsentwurfs noch nicht das Gefühl hatte, "dass Mercedes' Beitrag, besonders der in den vergangenen sieben Jahren, so gewürdigt wird, wie ich mir das gewünscht hätte, was die finanzielle Aufteilung betrifft".

Red Bull: Reibungslose Verhandlungen mit Liberty

Wolffs angeblicher Versuch, die Teams dazu zu bewegen, nicht vor dem 12. August zu unterschreiben, blitzte aber ab. Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko sagt im Interview mit 'motorsport.com': "Totos Motivation ist uns egal. Mit zwei Teams und einer Rennstrecke haben wir unsere Interessen. Und die haben wir entsprechend gewahrt gesehen."

Ein entscheidender Knackpunkt, der oftmals übersehen wird: Die neue Ausstiegsklausel, dass jedes Team bis Ende März eines Jahres bekannt geben kann, zum Saisonende ohne finanzielle Strafzahlung auszusteigen, war nicht nur für große Automobilhersteller wie Daimler oder Renault wichtig. Sondern auch für Red Bull.

"Das, was uns wichtig war, ist im Concorde-Agreement drin", bestätigt Marko und nennt explizit den Punkt, "dass man jährlich kündigen kann. Es ist kein Fixvertrag wie bisher." Dass Red Bull darauf so großen Wert gelegt hat, mag den einen oder anderen überraschen. Für Marko war es aber ein logischer Wunsch, "weil unser Honda-Vertrag derzeit 2021 endet".

Als der Concorde-Deal vor Barcelona noch einmal wackelte, hatte sich Red Bull bereits mit Liberty geeinigt. "Darum haben wir uns all dem nicht angeschlossen", nimmt Marko Bezug auf den angeblichen Versuch Wolffs, die Teams auf Linie zu bringen. Und: Obwohl keiner vor dem 12. August unterschrieben hat, "bekommt jeder seine fünf Millionen Dollar".

Dabei würde es von außen betrachtet Sinn ergeben, hätten sich die Teams auf eine gemeinsame Verhandlungslinie verständigt - so, wie das früher mit der Teamvereinigung FOTA der Fall war. Marko glaubt aber: "Das funktioniert nicht. Dafür gibt es zu viele unterschiedliche Interessen. Das ist für mich nicht die Alternative. Das wurde schon x-mal versucht und hat nie funktioniert."

Red Bull befand sich ohnehin in einer starken Verhandlungsposition, schließlich hatten die beiden Grands Prix auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg im Juli die Formel-1-Saison 2020 mitten in der Coronakrise erst in Gang gebracht. Ohne den Grand Prix von Österreich, glauben viele, wäre der Saisonstart wesentlich schwieriger geworden und erst später möglich gewesen.

Starke Verhandlungsposition dank Red-Bull-Ring

Kurz darauf wurde bekannt, dass ServusTV die Senderechte für die Formel 1 in Österreich erhält. "Das war schon vorher geregelt", winkt Marko ab - also kein Zeichen der Dankbarkeit von Liberty. Beim Concorde-Agreement tat man sich aber leichter: "Wir haben ein entsprechend gutes Verhältnis mit Liberty."

Die größte Veränderung zum bisherigen Concorde-Agreement ist laut Marko, "dass die finanzielle Aufteilung eine andere ist. Das ist entscheidend." Das kostet Red Bull Racing Geld, aber: "Das, was wir bei Red Bull Racing weniger kriegen, kriegen wir in etwa bei AlphaTauri mehr. Das gleicht sich de facto aus", gibt Marko zu.

Außerdem nennt er als wichtigen Punkt, "dass einige Sachen mit überwiegender Mehrheit entschieden werden können und nicht mehr mit Einstimmigkeit. Beispielsweise die Umkehr der Startaufstellung in Österreich, die von Mercedes verhindert wurde. Das macht das Ganze schon etwas leichter."

Dass Ferrari wieder etwas mehr Geld bekommt und auch das Alleinstellungsmerkmal eines Vetorechts behalten durfte, stört Red Bull nicht: "Ferrari ist Ferrari", sagt Marko. "Wenn sie irgendeinen kleinen Buben fragen, was ein Rennauto ist, sagt er Ferrari. Das ist ein Faktum, das man akzeptieren muss."

Und es gibt noch einen signifikanten Unterschied: "Bisher mussten die Mutterunternehmen Garantien abgeben. Das ist in dieser Vereinbarung nicht mehr der Fall", ergänzt Horner. Neben der Ausstiegsklausel ein weiterer Punkt, der es vor allem für Red Bull, Mercedes und Renault leichter gemacht hat, den neuen Grundlagenvertrag zu unterschreiben.

"Mit Bernie zu verhandeln", lacht Horner, "hat um einiges mehr Spaß gemacht als mit Chase. Da waren die Verhandlungen noch ein bisschen anders. Liberty hat fast schon penibel fair verhandelt." Und: "So, wie Liberty den Sport in den vergangenen Jahren geführt hat, entwickelt sich das in die richtige Richtung. Das jetzige Agreement fühlt sich mehr wie eine Partnerschaft an."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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