Helmut Marko: Warum Hamilton gut beraten war, sich nicht zu wehren

Dass Lewis Hamilton sich nicht gegen Max Verstappen gewehrt hat, war laut Helmut Marko weise - "Raffinesse und Können" des Briten verhinderten Red-Bull-Sieg fast

Helmut Marko: Warum Hamilton gut beraten war, sich nicht zu wehren

Nico Rosberg empfand Lewis Hamiltons Verteidigung gegen Max Verstappen am vergangenen Wochenende als zu weich, doch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko empfand das Verhalten des Mercedes-Piloten im Zweikampf eher als schlau. Hamilton hatte Verstappen in der vorletzten Runde von Le Castellet nahezu kampflos passieren lassen und damit den Sieg abgegeben.

"Der ist ausgefuchst", sagt Marko gegenüber 'ServusTV' und ist sich sicher, dass Hamilton genau wusste, was er tat. Denn dadurch habe er seinen zweiten Platz abgesichert. Marko vergleicht es mit Teamkollege Valtteri Bottas, der sich in einer ähnlichen Szene zuvor gegen Sergio Perez nicht so geschickt angestellt hatte.

"Man hat es bei Bottas gesehen: Der ist auf die schmutzige Spur gekommen und ist komplett weggebrochen", sagt Marko. Dass er mit einem ähnlichen Manöver seine abgefahrenen Reifen noch weiter ruiniert, hätte sich Hamilton nicht leisten können. "Der Perez war ja in Schlagdistanz", meint er. "Dann wäre der zweite Platz auch weg gewesen."

Perez hatte im Ziel 5,9 Sekunden Rückstand auf Lewis Hamilton - genauso viel Vorsprung hatte er nach seinem Manöver auf Bottas herausfahren können, allerdings in viereinhalb Runden.

Marko muss Hamilton allerdings nicht nur für seine Cleverness loben, sondern auch dafür, dass er beinahe den errechneten Sieg von Max Verstappen zunichte gemacht hätte. Denn eigentlich hatte Red Bull berechnet, dass man nach dem zweiten Boxenstopp drei oder vier Runden vor Schluss auf Hamilton auflaufen würde.

"Aber das kommt wieder die unglaubliche Raffinesse und das Können von Hamilton ins Spiel", sagt der Österreicher. "Der hat dann knapp vor Ende zwei Runden hingelegt, die waren mit diesen alten Reifen unglaublich", lobt er. "Die waren identisch zu Max, da haben wir nur ein Zehntel gewonnen. Aber danach sind die Reifen eingebrochen."

Und so konnte Red Bull das Rennen in Frankreich knapp gewinnen und sich für Barcelona revanchieren, wo eine ähnliche Taktik Mercedes den Sieg gebracht hatte. "Das war natürlich eine Teamentscheidung", sagt Marko und muss auch noch einmal Max Verstappen loben.

Denn dass er Hamilton beim ersten Boxenstopp mit einem Undercut überholen konnte, sei auch sein Verdienst gewesen: "Das ist auch eine Stärke von Max. Die In- und Outlap, da ist er unglaublich am Limit, und da holt er sehr viel Zeit heraus", betont er. Dadurch war der Niederländer im zweiten Stint plötzlich in Führung.

"Und wie wir dann vorne waren und die zwei Mercedes hinten ein derartiges Tempo angeschlagen haben, war klar, das kann nicht gutgehen. Die Reifen halten nicht bis in die letzte Runde", so Marko. "Dann haben wir beschlossen: Okay, wir machen das, was Mercedes in Barcelona gemacht hat."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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