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Herausforderung verschwunden? Suzuka-Kurven für Alonso nur "Ladestationen"

Fernando Alonso poltert gegen die 2026er-Regularien: Suzuka sei keine fahrerische Herausforderung mehr - Bortoleto hat Spaß, Leclerc ordnet Probleme ein

Herausforderung verschwunden? Suzuka-Kurven für Alonso nur "Ladestationen"

Für Fernando Alonso verkommt Suzuka mit den 2026er-Regularien zur Spazierfahrt

Foto: LAT Images

Die legendäre Achterbahnfahrt von Suzuka hat für Fernando Alonso massiv an Reiz verloren. Geht es nach dem zweimaligen Weltmeister, ist die einzigartige fahrerische Herausforderung des japanischen Traditionskurses mit der Einführung der 2026er-Regeln komplett verschwunden.

Auf die Frage, ob die anspruchsvollen Passagen der Strecke noch immer den Unterschied machen, findet der Spanier drastische Worte: "Die ist weg", wettert Alonso zur fehlenden Herausforderung. "Ich habe euch schon in Bahrain gesagt, dass hier der Koch durch die Kurven 10 und 11 fahren könnte. Vielleicht nicht der Koch, aber gut 50 Prozent der Teammitglieder. Wie ich schon oft gesagt habe, verkommen die High-Speed-Kurven jetzt zu reinen Ladestationen für das Auto."

Weil es in Suzuka - ähnlich wie im Albert Park von Melbourne - kaum harte Bremszonen gibt, in denen die Piloten auf natürliche Weise Energie rekuperieren können, erfordert das aktuelle Reglement drastische Maßnahmen. Die Fahrer müssen in den eigentlich pfeilschnellen Degner- und Spoon-Kurven lupfen, um die Batterie für die Geraden zu füllen.

Ein Umstand, der Alonso gewaltig gegen den Strich geht: "Man fährt langsamer, lädt die Batterie in den schnellen Passagen auf und hat dann auf der Geraden die volle Leistung. Fahrerisches Können ist da nicht mehr wirklich gefragt. Man muss einfach nur vom Gas gehen oder die Batterie runterdrehen, um das Ding aufzuladen. Also ja, die Herausforderung in den schnellen Ecken ist Geschichte."

Audi-Pilot widerspricht seinem Mentor

Gabriel Bortoleto will diese harte Kritik an den neuen Boliden so nicht stehen lassen. Der Audi-Pilot widerspricht der Einschätzung seines Mentors deutlich und betont, dass eine perfekte Qualifying-Runde nach wie vor absolutes Feingefühl verlangt.

"Es macht immer noch extrem viel Spaß", hält der Brasilianer dagegen. "Wenn ich durch die High-Speed-Kurven fahre und danach aus dem Auto steige, muss ich erstmal richtig durchatmen. Es ist immer noch unglaublich, wie schnell wir durch die Ecken fliegen und wie präzise man sein muss."

Gerade wenn es um die Startaufstellung geht, verzeihe das Auto keine Schnitzer: "Ich bewege mein Auto ohnehin gerne absolut am Limit. Man muss besonders auf einer Runde in Q2 oder Q3 extrem präzise sein, um keinen Fehler zu machen und eine starke Rundenzeit hinzuknallen."

"Leclerc lobt FIA-Eingriff, fordert aber Lösungen"

Dass die Problematik in Suzuka nicht von der Hand zu weisen ist, zeigt das Eingreifen der Kommissare. Die FIA hatte die maximal erlaubte Energieabgabe für das Qualifying in Japan kurzfristig von 9 auf 8 Megajoule reduziert. Damit sollte verhindert werden, dass die Piloten extremes "Lift and Coast" betreiben oder gar das sogenannte "Super Clipping" anwenden.

Charles Leclerc begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. "Ich glaube, es wäre noch viel schlimmer gewesen, wenn sie gar nichts unternommen hätten", analysiert der Ferrari-Star. "Es geht also in die richtige Richtung. Ob wir noch einen weiteren Schritt brauchen oder etwas anderes einen größeren Unterschied machen könnte, wird sich zeigen."

Der Monegasse kündigt an, dass die Teams die Pause bis zum nächsten Rennen intensiv nutzen werden: "Bis Miami wird es nicht nur bei der FIA, sondern auch bei uns viel Brainstorming geben. Wir werden Vorschläge einreichen, um diese Regeln im Qualifying zu verbessern."

Grundsätzlich will Leclerc die neue Fahrzeug-Generation aber nicht verteufeln - das Problem beschränke sich primär auf die Jagd nach der Bestzeit. "Ganz ehrlich: Im Rennen ist das Auto eigentlich ziemlich gut und unterscheidet sich kaum vom Vorjahr. Auch der Fahrstil ändert sich nicht großartig", so Leclerc abschließend. "Aber im Qualifying ist es im Moment einfach ein bisschen frustrierend."

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