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"Herz in die Hose gerutscht": Leclerc nimmt Hadjar-Entschuldigung an

Isack Hadjar kassiert beim Großen Preis von Kanada eine Zehn-Sekunden-Strafe für ein "dummes" Verteidigungsmanöver gegen Charles Leclerc

"War ein bisschen dumm": Hadjar entschuldigt sich für Leclerc-Manöver

Isack Hadjar, Charles Leclerc, Kanada 2026

Foto: Sutton Images

Mit Platz 5 feierte Isack Hadjar beim Großen Preis von Kanada 2026 sein bislang bestes Ergebnis im Red Bull. Doch der Sonntag in Montreal hätte für den Franzosen auch wesentlich schlimmer enden können.

Nach den Boxenstopps verwickelte er Charles Leclerc in eine unglückliche Verteidigungsaktion am Ende der langen Gegengeraden. Der Monegasse musste im letzten Moment ausweichen, um einen schweren Crash zu verhindern. Zwar zog Leclerc wenig später ohnehin an dem 21-Jährigen vorbei, doch die Rennkommissare brummten Hadjar für dieses gefährliche Fahrmanöver eine Zehn-Sekunden-Strafe auf.

An seinem 5. Platz änderte das letztlich nichts. Dennoch zeigte sich der Red-Bull-Pilot nach der Zieldurchfahrt extrem selbstkritisch. "Ich war zu hart, und es war nicht einmal Absicht", erklärte Hadjar. "Ich war einfach verwirrt, in welche Richtung er fahren wollte. Es war natürlich nie mein Ziel, ihn in die Wiese zu schicken. Er ist ein extrem fairer Fahrer, deshalb habe ich mich sofort bei ihm entschuldigt. Es war ehrlich gesagt ein bisschen dumm von mir."

Leclerc: "Ein Wunder, dass ich Vierter geworden bin"

Leclerc gab nach dem Rennen zum Besten, dass ihm in der Situation kurz das Herz in die Hose gerutscht war. Nachtragend war der Ferrari-Pilot nach seinem 4. Platz dennoch nicht - er nahm Hadjars sofortige Entschuldigung gelassen an. (Zum Rennbericht)

"Ich denke, die Strafe ist absolut verdient", so Leclerc bei Canal+. "Das war schon ein bisschen zu eng. Isack hat sich entschuldigt, aber solche Dinge passieren eben. Mit diesen Autos ist das unglaublich schwer einzuschätzen. Die Geschwindigkeitsunterschiede sind so enorm, und in den Rückspiegeln sieht man erschreckend wenig."

Leclerc fügte versöhnlich hinzu: "Ich glaube, als er mich kommen sah, hat er gemerkt, dass er den Bogen überspannt hat. Aber wie gesagt, das passiert - mir in der Vergangenheit übrigens auch." Für den Monegassen zählte ohnehin nur das Überleben nach einem frustrierenden Wochenende. "Ich bin einfach nur froh, das Rennen beendet zu haben. Ganz ehrlich: Es grenzt an ein Wunder, an so einem grausamen Wochenende noch 4. zu werden", berichtet Leclerc.

"Ich hatte zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl für das Auto. Lewis [Hamilton] war das ganze Wochenende über überragend, aber ich habe nur gekämpft. Es war für mich extrem schwierig, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bringen."

Hadjars Rätselraten um die verlorene Pace

Für Hadjar blieb es übrigens nicht bei der einen Strafe: Zusätzlich kassierte er eine Stop-and-Go-Strafe, weil er unter Gelben Flaggen nicht ausreichend vom Gas gegangen war. Kurioserweise kratzte auch das nicht an seiner Endplatzierung. Die Entscheidungen der Stewards akzeptierte er klaglos. Viel mehr wurmte ihn seine eigene Leistung im Rennen.

"Ich verstehe wirklich nicht, wo unsere Pace hin ist. Ich hatte da draußen massiv zu kämpfen", zeigte sich Hadjar ratlos. "Gestern hat sich das Auto noch fantastisch angefühlt, heute war es unglaublich schwer zu fahren. Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich zurück ins 1. Freie Training versetzt." Nach guten ersten Runden riss urplötzlich der Faden: "Die Lücke ging auf und ich konnte das Tempo einfach nicht mehr mitgehen - gestern war ich da noch locker dran. Ich habe keine Ahnung, warum."

Das fehlende Tempo lag nicht einmal an abbauenden Reifen, wie der Red-Bull-Pilot abschließend verriet: "Wir hatten heute null Verschleiß. Es war sehr konstant und einfach, die Rundenzeiten zu halten. Aber selbst als die Reifen im Arbeitsfenster waren, fehlte mir einfach der Speed."

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