Hilfe für Honda! Weltverband nimmt Änderungen am ADUO-System vor
Honda erhält eine zusätzliche Unterstützung bei der Weiterentwicklung der eigenen Antriebseinheit: Automobil-Weltverband nimmt Anpassungen am ADUO-System vor
Lance Stroll (Aston Martin) beim Großen Preis von Miami 2026
Foto: LAT Images
Es ist eine Nachricht, die bei Aston Martin und Motorenpartner Honda für eine kleine Erleichterung sorgen dürfte: Der Automobil-Weltverband FIA hat wichtige Anpassungen am sogenannten ADUO-System (für "Additional Design and Upgrade Opportunities") vorgenommen.
Dieses Instrument soll verhindern, dass ein Hersteller über Jahre hinweg in der Erfolglosigkeit verharrt, indem es während der laufenden Saison bereits zusätzliche Entwicklungsspielräume sowie Ausnahmen von der Budgetobergrenze ermöglicht.
Dabei greift ein klarer Mechanismus: Je größer der Rückstand eines Herstellers ausfällt, genauer gesagt die Leistung des Verbrennungsmotors (ICE) im Vergleich zu einem festgelegten Referenzwert, desto umfangreicher fallen die Zugeständnisse aus.
Der Rückstand von Honda ist aktuell allerdings so groß, dass die FIA die Skala nun erweitert und eine zusätzliche Stufe in die Regularien aufgenommen hat. Neu im Reglement ist eine Kategorie für Hersteller, die bei der ICE-Leistung um mehr als zehn Prozent zurückliegen, nachdem die bisherige Grenze noch bei acht Prozent gelegen hatte.
Den betroffenen Herstellern, also vor allem Honda, werden dadurch zusätzlich bis zu elf Millionen Dollar sowie bis zu 230 Extrastunden auf dem Prüfstand zugestanden. Darüber hinaus gibt es ausschließlich für dieses Jahr eine ergänzende Zulage von acht Millionen Dollar.
Aston Martin will Integration des Honda-Motors überdenken
Die Technischen Regularien definieren allerdings präzise, welche Komponenten über den ADUO-Mechanismus außerhalb der üblichen Homologationsfristen modifiziert werden dürfen. Und das System ist kein Selbstläufer: Die Aufholjagd muss aus eigener Kraft gelingen, was im Falle von Honda noch etwas dauern könnte.
Zumal der Motor aktuell nicht die einzige Baustelle bei Aston Martin ist: In Miami bereitete auch das Getriebe Probleme. Zudem scheint sich gezeigt zu haben, dass die Integration der Antriebseinheit in das Chassis des AMR26 noch Optimierungspotenzial besitzt.
"Die Zusammenarbeit, die wir in den letzten Wochen hatten, und die Zeit, die uns dafür zur Verfügung stand, haben es uns vielleicht auch ermöglicht, die eine oder andere konzeptionelle Studie oder Überprüfung durchzuführen", verrät der leitende Einsatzingenieur Mike Krack.
"Und all das wird in die Entwicklung des Autos in den nächsten Jahren einfließen", betont der Luxemburger, dass man die Integration des Honda-Antriebs für die Zukunft noch einmal überdenken werde. "Ich finde, das war ziemlich gut, und wir haben in dieser Hinsicht viel gelernt."
Erste ADUO-Periode beginnt nach Kanada
Ursprünglich sollte die ADUO-Zuteilung auf Basis der Leistungswerte nach drei festgelegten Punkten in der Saison erfolgen, nämlich nach den Rennen sechs, zwölf und 18. Durch die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien hat die FIA diesen Zeitplan angepasst: Die erste Evaluierung erfolgt nach dem fünften Saisonlauf, also dem Großen Preis von Kanada.
Die weiteren Stichtage liegen nach dem elften Rennen in Ungarn sowie dem 18. Grand Prix in Mexiko. Die FIA will allerdings flexibel bleiben: "Diese ADUO-Perioden können von der FIA im Falle wesentlicher Änderungen des Rennkalenders angepasst werden", heißt es.
"Die vorgeschlagene Zwei-Prozent-Schwelle sowie die anschließende Festlegung des ICE-Leistungsindex werden nach Abschluss der laufenden Aktivitäten zwischen Powerunit-Herstellern und Formel-1-Teams zur Messung der ICE-Leistung auf der Strecke überprüft beziehungsweise angepasst."
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