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Hockenheim: Formel-1-Rückkehr nur als Rotationsrennen denkbar?

Der Hockenheimring bleibt interessiert an der Formel 1, doch Finanzierung und Kalenderstruktur setzen enge Grenzen für ein realistisches Szenario

Hockenheim: Formel-1-Rückkehr nur als Rotationsrennen denkbar?

Blick auf die Formel-1-Startaufstellung auf dem Hockenheimring

Foto: LAT Images

"Hockenheimring: So realistisch ist die Rückkehr der Formel 1". Mit dieser Überschrift leitet die Hockenheimer Tageszeitung ihr Interview mit den Geschäftsführern der Rennstrecke ein. Sie bekunden Interesse an einem Grand-Prix-Comeback, doch es gibt ein großes Aber: die Finanzierung. Aus eigener Kraft kann und will der Hockenheimring ein Formel-1-Rennen nicht stemmen.

"Es braucht auf jeden Fall finanzielle Unterstützung von außen", erklärt Jorn Teske. "Das können große Partner und Sponsoren aus der Privatwirtschaft sein oder - wie in vielen anderen Ländern - die öffentliche Hand. Auch Motorsportverbände und Hersteller könnten einen Beitrag leisten. Das Ganze würde nur als Gemeinschaftsprojekt funktionieren."

Theoretisch. Denn praktisch scheitert eine Formel-1-Rückkehr nach Hockenheim nicht nur am Geld, sondern auch am Platz im Formel-1-Kalender: Die Rennserie ist unter CEO Stefano Domenicali auf Jahre hinaus "ausgebucht". Viele Strecken haben langfristige Verträge unterzeichnet. Das macht es schwierig für "Newcomer" oder potenzielle Rückkehrer wie den Hockenheimring.

Formel 1 nur im Wechsel mit einer anderen Strecke

Teske sieht die Situation realistisch: "Ein Grand Prix in Hockenheim lässt sich perspektivisch nur im Wechsel mit anderen europäischen Standorten umsetzen." Ein alternierendes Modell hält zum Beispiel auch die Rennen in Barcelona und Spa-Francorchamps im Kalender: Die beiden Traditionsstrecken wechseln sich künftig ab - in ungeraden Jahren wird in Spa gefahren, in geraden in Barcelona. (Fotostrecke: Die Vertragslaufzeiten der aktuellen Formel-1-Strecken)

Wie nahe ist Hockenheim dran an einem solchen Deal? Für Teske ist die Formel 1 noch immer ein "spannendes Thema" und sein Geschäftsführer-Kollege Jochen Nerpel betont: "Wir sind weiterhin im Gespräch mit der Formel 1." Derzeit gebe es jedoch "keine neue Entwicklung". Ein mögliches Comeback müsse daher "offen" bleiben.

Was sich in Hockenheim tut - auch ohne Formel 1

Im Motodrom aber tut sich einiges: Porsche hat sich mit einem Fahrerlebnis-Zentrum direkt am Hockenheimring angesiedelt. Die Rennstrecke hat neue Investoren gefunden und sich mit Festivals und Konzerten auch abseits des Motorsports als Eventstandort etabliert.

Dieses Kerngeschäft hat für Teske Priorität: "In erster Linie geht es darum, den Hockenheimring fit für die Zukunft zu machen: als Industrie-Standort, als Event-Location und als Plattform für Innovation."

"Klar, ein Formel-1-Rennen würde natürlich alles überstrahlen, aber wir wollen vor allem dauerhaft wachsen, investieren und uns mit den besten Rennstrecken weltweit vergleichen können. Das gelingt nur mit starken Partnern und mutigen Ideen."

Die Formel-1-Historie von Hockenheim

Beim bisher letzten Grand Prix in Hockenheim trat Mercedes als ein solcher starker Partner auf: Der deutsche Hersteller agierte 2019 Titelsponsor des Formel-1-Rennens.

Insgesamt fuhr die Motorsport-"Königsklasse" seit 1970 37-mal am Hockenheimring - bis 2001 auf der 6,8 Kilometer langen Variante, ab 2002 auf der verkürzten 4,5-Kilometer-Version. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!)

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