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Hockenheim: Mercedes fürchtet Verstappen mehr als Ferrari

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Hockenheim: Mercedes fürchtet Verstappen mehr als Ferrari
Autor:
28.07.2019, 06:26

"Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung", sagt Toto Wolff nach P1 und P3 im Qualifying in Deutschland und macht eine große Bedrohung aus: "Max Verstappen"

Das Mercedes-Team hat beim Grand Prix von Deutschland zwar die Startpositionen eins und drei erobert, ist aber mit der Leistung im Qualifying in Hockenheim nicht zufrieden: "Wir hatten damit gerechnet, viel konkurrenzfähiger zu sein", erklärt Teamchef Toto Wolff, dessen Fahrer Lewis Hamilton und Valtteri Bottas dennoch als Favoriten ins Rennen starten.

Nicht nur, dass Hamilton seinem ersten Verfolger Max Verstappen (Red Bull) dreieinhalb Zehntelsekunden abgenommen hat, startet Mercedes auch noch auf den härteren Medium-Reifen, was für den ersten Stint einen strategischen Vorteil bedeuten sollte. Neben den Silberpfeilen hat sich aus den Top 10 nur Charles Leclerc (Ferrari) für den Medium als Startreifen entschieden. Der steht lediglich auf P10.

Aber das Qualifying bildet möglicherweise nicht die ganze Wahrheit ab. In drei Freien Trainings hatte Ferrari jeweils Bestzeit erzielt, und in Q1 war Leclerc noch um sechs Zehntelsekunden schneller als Hamilton. Wolff relativiert zwar: "Für Mercedes ist Q1 nicht die Hauptpriorität, sondern es geht eher darum, sich für Q2 und Q3 einzuschießen."

Aber: "Wir haben ein sehr solides Upgrade ans Auto gepackt. Wir wussten schon, dass der Topspeed hier in Hockenheim nicht für uns spricht. Aber der dritte Sektor ist ähnlich wie in Barcelona, und das Problem mit dem Überhitzen hätten wir eigentlich im Griff haben sollen. Hatten wir aber nicht, das ganze Wochenende. Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung."

Reifenwahl variiert bei den drei Topteams

"Wenn Ferrari das Qualifying normal beendet hätte, hätte es ganz anders aussehen können", ist der Österreicher überzeugt. Doch bei Sebastian Vettel klappte die Luftzufuhr zum Turbolader nicht, sodass dieser in die Knie ging, und bei Leclerc streikte die Benzinzufuhr. Beides Probleme, die zuvor in dieser Saison noch nicht aufgetaucht waren.

Anders als in Spielberg und Silverstone startet Ferrari in Hockenheim nicht auf den weichen Reifen. Leclerc hat sich in Q2 für Mediums entschieden, Vettel hat freie Reifenwahl. Die Voraussetzungen für eine Aufholjagd sollten also gegeben sein. "Ich bin mir sicher, dass sie im Rennen sehr stark sein werden", prognostiziert Valtteri Bottas. "Vorausgesetzt, sie bekommen die Autos repariert."

"Sie waren hier schon im Vorjahr die Schnellsten", sagt Hamilton. "Hockenheim scheint ihnen als Strecke zu liegen. Leclerc war unheimlich schnell. Er ist in Q1 eine sehr gute Zeit gefahren, auch in Q2. Und dann, tja. Aber ihr Auto scheint sehr, sehr gut zu funktionieren. Es geht momentan ziemlich eng zwischen uns zu. Aber so ist das jetzt halt."

Ob Mercedes im Rennen etwas zu befürchten hat, darüber gibt es geteilte Auffassungen. Hamilton, der am Samstagabend grippegeschwächt aus dem Paddock abgehauen ist, fürchtet die Ferraris von P10 und P20 offenbar nicht besonders. Auf die Frage nach der größten Bedrohung antwortet er: "Ich glaube, das Wetter." Und ergänzt: "Überholen ist auf dieser Strecke nicht so leicht."

Aber gerade in einem Ferrari sollte es zügig vorwärts gehen, wenn das Rennen mal in Gang kommt. Denn Bottas rechnet vor: "Auf den Geraden gewinnen sie enorm viel Zeit. Soweit ich weiß, sind es sieben Zehntel pro Runde." Das ist ein Delta, mit dem man gut überholen kann, besonders in Kombination mit den beiden DRS-Zonen.

"Es ist einfach eine Strecke, die ihnen liegt", sagt Verstappen, der zwar in der ersten Reihe steht, aber auf die weichen Reifen setzt, die im ersten Stint ein Nachteil sein könnten. Andererseits gilt der Red Bull als "Reifenflüsterer". Ganz anders als der Ferrari, den er trotzdem hoch einschätzt: "Ich bin mir sicher, dass die nach vorne kommen."

 

25 Grad zu wenig für Red Bull?

Für Red Bull wird es im Rennen "nicht warm genug", denn der RB15 spielt seine Stärken bei Hitze am besten aus - siehe Spielberg. Dazu kommt: "Im Rennen sind wir immer konkurrenzfähig. Ich bin auf einem anderen Reifen. Da müssen wir mal schauen, wie das klappt. Aber ich hoffe, dass wir sie herausfordern können. Das wäre gut."

Wolff geht offenbar davon aus, Gegenwehr von Verstappen zu erhalten. Auf die Frage, ob er im Hinblick auf das Rennen eine Bedrohung wittert, antwortet er: "Ja. Und die heißt Max Verstappen. Die fährt sehr gut auf rauem Asphalt und bei Nässe. Die Red Bulls sind generell sehr schnell im Rennen und haushalten gut mit den Reifen. Sie sind definitiv eine Gefahr für das Rennen."

Und zwar sowohl bei trockenen als auch bei nassen Bedingungen. Die Regenwahrscheinlichkeit für das Rennen schwankt. Sechs Stunden vor dem Start wird sie mit rund 50 Prozent angegeben. "Ich finde nicht, dass wir uns auf Regen verlassen sollten", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto. Auch wenn das die Chancen für Vettels Aufholjagd naturgemäß verbessern würde.

"Wir sind schnell und sollten uns darauf konzentrieren, möglichst schnell durchs Feld zu kommen", sagt Binotto. "Sebastian hat in den letzten Rennen gezeigt, dass er auch von hinten gut vorankommen kann. Zugegeben nicht von ganz hinten, aber ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Rennen liefern können. Wir sind jetzt noch hungriger, ein gutes Ergebnis einzufahren!"

Übrigens: Weil Vettel ohnehin schon ganz hinten steht, wäre es nur logisch, bei ihm gleich Antriebskomponenten zu tauschen, um den Pool für den Rest der Saison zu vergrößern. Binotto relativiert: "Ich glaube nicht, dass die Notwendigkeit dafür besteht. Aber wir werden natürlich alle Möglichkeiten in Betracht ziehen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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