Honda verzichtet auf Token-Einsatz: Nur ein Motorenupgrade 2026
Eigentlich dürfte Honda seinen Motor aufgrund der ADUO-Regelung zweimal aufbessern, doch der Hersteller will 2026 nur ein Upgrade bringen
Honda wird seinen Motor in diesem Jahr nur einmal verbessern
Foto: HRC HRC
Motorenhersteller Honda wird in diesem Jahr nur eine einzige Verbesserung der Antriebseinheit bringen, obwohl den Japanern zwei Upgrade-Token zur Verfügung stehen - das hat der Motorenpartner von Aston Martin vor dem Formel-1-Rennen in Österreich verlauten lassen.
Für die brandneuen 2026er-Antriebseinheiten hat Dachverband FIA ein Upgrade-System namens ADUO (Additional Development and Upgrade Opportunities) entwickelt. Dieses gewährt den Herstellern zusätzliche Prüfstandszeiten und mehr Spielraum bei der Budgetobergrenze auf einer gleitenden Skala - basierend darauf, wie weit ihr V6-Motor vom Maßstab entfernt ist.
Red Bull Ford wurde beim ersten Messzeitpunkt nach dem Großen Preis von Kanada als dieser Maßstab eingestuft, wobei Honda einer von mehreren Herstellern war, die bei der V6-Leistung um mehr als vier Prozent zurücklagen. Das gibt Honda in dieser Saison zwei Upgrade-Möglichkeiten, um seine gesamte Antriebseinheit zu überarbeiten, sowie weitere zwei Token für 2027.
Nur ein Upgrade im Sommer
Doch Honda, das mehrere Schwachstellen in Bezug auf Performance, Gewicht und Zuverlässigkeit seiner 2026er-Antriebseinheit angehen muss, hat beschlossen, sich in diesem Jahr auf nur ein Motoren-Update zu beschränken. Dieses soll hoffentlich kurz vor oder nach der Sommerpause im August eingesetzt werden, wodurch eine zweite Möglichkeit praktisch ungenutzt bleibt.
"Wir planen, um den Sommer herum einen neuen Motor einzuführen. Danach glaube ich nicht, dass wir in diesem Jahr noch einen weiteren Schritt machen werden", sagt Shintaro Orihara, Hondas Trackside General Manager und Chefingenieur.
Nach Informationen von Motorsport-Total.com hat Honda in seinem Werk in Sakura (Japan) zwei separate Gruppen für seine Motorenprojekte für 2026 und 2027 eingerichtet. Während also eine Gruppe an der per ADUO aktualisierten Antriebseinheit für August arbeitet, gibt die andere Ingenieursgruppe Vollgas, um sicherzustellen, dass Honda zu Beginn des nächsten Jahres eine deutlich wettbewerbsfähigere Figur abgibt.
Orihara betont, dass die Motoren-Updates keine Wunder bewirken würden, ist aber zuversichtlich, dass die japanische Marke ein gutes Stück vorankommen kann. "Wir konzentrieren uns einfach darauf, um den Sommer herum einen ordentlichen Schritt zu machen. Wir haben noch viele Rennen zu absolvieren", sagt er.
"Ich würde sagen, es ist kein kleiner Schritt, aber [auch] kein Wunder. Aber wir arbeiten hart daran, einige ordentliche Schritte zu bringen. Vielleicht vor der Sommerpause oder nach der Sommerpause."
Honda schaut nicht auf die anderen
Audi und Ferrari hatten die erwartete ADUO-Unterstützung, die von der FIA am Wochenende des Großen Preises von Monaco bestätigt wurde, bereits antizipiert, um eine erste Tranche von Motoren-Upgrades in Barcelona beziehungsweise Österreich einzuführen. Honda hielt jedoch an seinem Plan eines einzigen größeren Upgrades zur Saisonmitte fest.
"Ich denke, sie haben ihr eigenes Projekt, und Honda hat sein eigenes Projekt", sagt Orihara auf die Frage, ob er von Audis rascher Einführung des Upgrades überrascht war. "Wir konzentrieren uns auf unser Projekt. Wir gehen ein großes Risiko ein, um unsere Performance zu verbessern. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, die Schritte um den Sommer herum zu bringen, anstatt sie zu diesem oder dem letzten Event zu bringen. Wir konzentrieren uns also einfach auf unseren Plan."
Es wird erwartet, dass die neue Antriebseinheit zeitlich mit einem bedeutenden Aerodynamik-Upgrade von Aston Martin zusammenfällt, obwohl Einsatzleiter Mike Krack, erklärt, dass das Motoren- und Auto-Upgrade jeweils dann kommen werden, wenn sie freigegeben sind.
"Ich denke, sie hängen nicht voneinander ab", sagt Krack. "Jeder gibt Vollgas, weil wir natürlich das Maximum herausholen wollen. Man schiebt die Deadlines also immer so weit wie möglich nach hinten, und wir werden es bringen, sobald es bereit ist."
Bis dahin wird Aston Martin voraussichtlich am Ende des Feldes herumdümpeln, nachdem man in den letzten Rennen vom Neueinsteiger Cadillac bei der Weiterentwicklung abgehängt wurde.
Aston schaffte es jedoch, in Monaco einen Punkt mit Fernando Alonso zu holen, wobei man von einer Reihe kontroverser Strafen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse profitierte, die Mercedes-Pilot George Russell aus den Top 10 warfen, sowie von Strafen für Cadillac-Fahrer Sergio Perez.
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