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Horror-Detail zu Grosjean-Crash: "Schuh steckte noch im Auto"

Haas-Teamchef Ayao Komatsu enthüllt: So brutal war der Überlebenskampf von Romain Grosjean 2020 im brennenden Wrack von Bahrain wirklich

Horror-Detail zu Grosjean-Crash: "Schuh steckte noch im Auto"

Der Feuerunfall von Romain Grosjean (rechts im Bild) 2020 in Bahrain

Foto: LAT Images

Es sind Bilder, die sich in das kollektive Gedächtnis der Formel 1 eingebrannt haben: Der Feuerball von Bahrain 2020. Fünf Jahre später blickte Ayao Komatsu, damals leitender Ingenieur bei Haas und heute Teamchef, in einem bemerkenswerten Gespräch im Podcast "High Performance" auf diese Sekunden zurück. Seine Schilderungen offenbaren neue, beklemmende Details über den Überlebenskampf von Romain Grosjean.

Komatsu saß beim Start des Rennens am Kommandostand. Als er realisierte, welches Auto in die Leitplanke eingeschlagen war, setzte bei ihm eine Schockstarre ein. "Als mir klar wurde, dass es Romain war, dachte ich sofort: 'Er kann nicht mehr am Leben sein'", so der Japaner. Komatsu verzichtete darauf, den Funkknopf zu drücken. Angesichts der Gewalt des Aufpralls und des sofortigen Feuers erschien ihm jeder Versuch einer Kontaktaufnahme zwecklos.

Der verbrannte Rennschuh im Wrack

Besonders plastisch wird Komatsus Erzählung, als er über die Inspektion des Wracks in den Tagen nach dem Unfall sprach. Es sei nicht nur der Anblick des zerstörten Monocoques gewesen, der ihn verfolgte, sondern vor allem der Geruch. "Dieser Geruch von verbranntem Vinyl und Gummi ist einfach schrecklich", erinnerte sich Komatsu. "Wenn man diese Überlebenszelle sieht, kann man sich nicht vorstellen, dass da jemand lebend herauskommt."

Ein Detail im Fußraum des ausgebrannten Haas verdeutlichte dem Ingenieur erst, welche physische Gewalt Grosjean anwenden musste, um sich zu befreien. "Als das Chassis zurückkam, steckte Romains linker Rennschuh immer noch eingekeilt hinter den Pedalen", erklärte Komatsu.

Der Teamchef rekonstruierte den Vorgang im Cockpit: Grosjeans linker Fuß hatte sich beim Aufprall verklemmt. Um aus dem Inferno zu entkommen, musste der Franzose seinen Fuß gewaltsam aus dem fest geschnürten Rennstiefel ziehen. "Wir sprechen hier davon, die Kraft aufzubringen, einen eng geschnürten Stiefel vom Fuß zu reißen - das reicht locker, um sich den Knöchel auszukugeln. Aber er musste es tun."

Zurück ins Feuer, um zu überleben

Komatsu, der später Zugang zu den Onboard-Aufnahmen erhielt, die der Öffentlichkeit vorenthalten blieben, zeigte sich tief beeindruckt von der rationalen Handlungsweise seines Piloten inmitten der Katastrophe: "Jede einzelne Entscheidung, die er im Cockpit traf, war korrekt. Hätte er eine falsche Entscheidung getroffen oder fünf bis zehn Sekunden länger gebraucht, wäre er tot gewesen."

Die Analyse der Daten und Bilder zeigte Komatsu einen entscheidenden Moment: Als Grosjean bemerkte, dass er feststeckte, versuchte er nicht panisch, weiter nach oben zu ziehen. "Er musste sich wieder nach unten in den Sitz drücken, um Hebelwirkung zu bekommen und sein Bein herauszuziehen", erklärte Komatsu.

Dabei stützte sich Grosjean mit den Händen direkt im Feuer am Halo-Bügel ab. "Er steckte seine Hand mitten in die Flammen, um sich hochzudrücken." Das Bemerkenswerte laut Komatsu: In späteren Gesprächen offenbarte Grosjean, dass sein Gehirn das Feuer in diesem Moment komplett ausgeblendet hatte. "Sein Überlebensinstinkt hat die Umgebungswahrnehmung blockiert. Er realisierte erst später, dass er mitten in einem Feuerball saß."

"Er gab niemals auf"

Die Ungewissheit am Kommandostand dauerte damals eine gefühlte Ewigkeit. Selbst als über Funk die Meldung "Romain is out" kam, weigerte sich Komatsu zunächst, es zu glauben. "Ich fragte: 'Seid ihr sicher?' Ich konnte es einfach nicht fassen." Erst als er Grosjean im Medical-Center sah und dieser ihm einen "Daumen hoch" zeigte, wich die Anspannung.

Gemeinsam mit Kevin Magnussen besuchte Komatsu seinen Piloten später im Krankenhaus. "Kevin hatte ihn noch nicht gesehen und sagte mir: 'Ich kann immer noch nicht glauben, dass er lebt, wir müssen ins Krankenhaus.' Uns ging es beiden gleich."

Für Komatsu ist der Unfall der ultimative Beweis für Grosjeans Willenskraft. Er habe dies auch Grosjeans Ehefrau Marion gesagt, die darauf bestand, die unveröffentlichten Aufnahmen zu sehen. "Man sieht in diesem Video, dass er niemals aufgegeben hat. Nicht für sich selbst, sondern für seine Frau und seine Kinder. Er hat bis zur allerletzten Sekunde alles versucht."

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