Hülkenberg: Bin nicht umsonst schon so lange in der Formel 1

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Hülkenberg: Bin nicht umsonst schon so lange in der Formel 1
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: Adam Cooper
13.09.2018, 15:27

Nico Hülkenberg steht vor seinem 150. Formel-1-Grand-Prix und hat noch immer kein Podium geholt - Doch seine lange Dienstzeit sieht er als Bestätigung an

Nach wie vor wartet Nico Hülkenberg sehnsüchtig auf seinen ersten Podiumsplatz in der Formel 1. Sollte es ihm noch gelingen - was nach dem Fünfjahresplan von Renault ja durchaus bald passieren könnte -, würde er einen neuen Rekord aufstellen. Denn länger als er musste kein Formel-1-Fahrer auf seinen ersten Podiumsplatz warten.

"Klar hätte ich gerne das eine oder andere mehr erreicht, mal ein Rennen gewonnen oder auf dem Podium gestanden", sagt der Renault-Werksfahrer in Singapur. "Aber wir kennen alle die Geschichte, die haben wir oft genug durchgekaut. Ich glaube aber, ich habe mich bewiesen - darum bin ich noch hier. Alles gut. Früher oder später will ich auch mal so eine Flasche leer spritzen! Bis zum letzten Tropfen." Doch wie lange das noch dauern wird? Da gibt sich Hülkenberg keinen Illusionen hin: "75 bestimmt noch!" Das hingegen wäre mit Renaults Fünfjahresplan nicht mehr kompatibel…

Hülkenberg gilt mittlerweile als einer der erfahrensten Piloten in der Formel 1. Seit 2012 ist er durchgängig dabei, plus der Saison 2010. "Das ist schon etwas seltsam beziehungsweise lustig", kommentiert er diesen Fakt. "Ich fühle mich gar nicht so alt. Aber in den vergangenen Jahren sind viele neue und talentierte Piloten in die Formel 1 gekommen. Es tut gut, das zu sehen, aber auf der anderen Seite ist es für mich tatsächlich etwas merkwürdig, dass ich jetzt zu den Älteren und Erfahreneren gehöre."

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team RS 18, leads Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team RS 18

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team RS 18, leads Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team RS 18

Foto: Sam Bloxham / LAT Images

Große Chance in Singapur

Für den Renault-Werkspiloten ist Singapur das erste Mal seit der Sommerpause, dass er keinerlei Gridstrafen ertragen muss. Ob es sich gut anfühlt, mal nicht von hinten starten zu müssen? "Das ist nicht sicher; wir könnten ein grauenhaftes Qualifying erwischen und wären wieder da", lacht Hülkenberg. "Aber das glaube ich nicht. Wir haben drei Wochenenden hintereinander nur Dreck fressen müssen. Natürlich war das alles schwierig. Die Zielsetzung hier ist, ein sauberes Wochenende zu haben und mal wieder in die Punkte fahren. Ich glaube, dass wir hier ganz ordentlich aufgestellt sind. Das sagt zumindest mein Bauchgefühl."

Nach den zwei Power-Strecken geht es mit dem Marina Bay Circuit nun auf einen Kurs, der theoretisch dem Renault R.S.18 entgegenkommen sollte. Und es gibt Anlass zum Optimismus: Der neue Unterboden seit Spa, jetzt ein anderes kleines Update hier, es kommt keine Motorenstrecke mehr… All diese Sachen sprechen für uns. Von daher sollte es jetzt besser klappen."

Allerdings wäre da noch die erschreckend schwache Vorstellung aus Budapest, einer ähnlich langsamen Strecke, auf der Renault von der Papierform her vorne hätte dabei sein müssen. "Budapest war definitiv eine Enttäuschung", gibt er unumwunden zu. "Da waren wir echt hinter den Erwartungen zurück. Das Paket war einfach sehr, sehr schlecht. Seitdem sind ein paar Dinge passiert, auch bei den Testfahrten nach dem Rennen in Ungarn. Da haben wir einiges gelernt. Seitdem haben wir am Set-up ein paar kleine Dinge verändert, die für uns in die richtige Richtung gehen sollten."

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18, leads Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18, leads Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-18

Foto: Andrew Hone / LAT Images

Protest gegen Haas "aus gutem Grund"

Auch Teamkollege Carlos Sainz hofft, nach den mühsamen Rennen auf den schnellen Strecken nun wieder tief einstellige Resultate einfahren kann: "Das ist zusammen mit Mexiko unsere wahrscheinlich beste Chance. Unser Auto funktioniert auf Strecken mit hohem Abtrieb sehr gut, weil es gut in langsamen Kurven funktioniert. Das ist vielleicht unsere größte Chance in dieser Saison, ein paar gute Punkte zu holen und vor allem vor Haas zu landen."

Und dieses Duell spitzt sich mittlerweile zu. Seit dem erfolgreichen Protest in Monza sind die Fronten verhärtet. "Der geschah aus gutem Grund", stellt sich Hülkenberg vor sein Team. " Regeln sind Regeln. Ja, das ist schon ein Wettbewerb, ein Kampf, in dem es für uns um viel geht. Für sie natürlich auch." Das Zünglein an der Waage in diesem Kampf könnte das Racing-Point-Team werden, das zwar in der WM-Wertung keine Rolle mehr spielt, aber im Kampf zwischen Haas und Renault eine entscheidende Rolle spielen kann, je nachdem, welchem Team es wann Punkte wegnimmt.

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Urheber Heiko Stritzke
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