"Im Niemandsland": George Russell hadert mit Intermediates in Istanbul

Nicht nass, nicht trocken: Die Bedingungen in Instabul machten Williams wie schon im Vorjahr zu schaffen - "Wir müssen also ein wenig nachdenken", meint Russell

"Im Niemandsland": George Russell hadert mit Intermediates in Istanbul

Für George Russell verlief der Grand Prix der Türkei, nachdem er bereits im Qualifying unter den eigenen Erwartungen geblieben war, mit P15 enttäuschend. Während dem Williams-Piloten ein später Fehler in Q2 die Chance auf einen Startplatz in den Top 10 kostete, war im Rennen das Reifenmanagement ein Problem.

"Es ist unglaublich schwierig zu wissen, wie hart man pushen muss, vor allem, wenn die Reifen zu einem Slick abgenutzt sind und es einfach nicht abtrocknet", beschreibt Russell die kniffligen Bedingungen in Istanbul. "Selbst wenn es nicht geregnet hätte, wäre die Strecke wahrscheinlich noch stundenlang nass gewesen."

Deshalb waren Intermediates die Reifen der Wahl. Bis auf Sebastian Vettel (Aston Martin), der durch seinen Versuch, auf Slicks umzusteigen, weit zurückfiel, wechselte das Feld beim Boxenstopp auf einen neuen Satz Inters. Einzig Esteban Ocon (Alpine) fuhr mit dem Satz durch, auf dem er auch gestartet war.

Russell tat sich sowohl auf gebrauchten als auch auf frischen Intermediates schwer: "Wenn man zu sehr pusht, nimmt der Reifenverschleiß zu, und wenn man dann zu den feuchteren Teilen der Strecke kommt, hat man einfach keinen Grip mehr."

"Als wir die neuen Reifen aufzogen, schienen sie auch nicht richtig zu funktionieren, weil das Profil so viel stärker ist", erklärt er weiter, "und für die trockenen Passagen der Strecke waren sie auch nicht geeignet. Es war also eine echte Gratwanderung."

Die Probleme auf Intermediates besorgen Russell: "Wir waren jetzt schon zweimal bei diesen Bedingungen, und beide Male hatten wir Probleme. Normalerweise sind wir bei nassen Bedingungen oder mit Slicks bei feuchten Bedingungen am besten. Über diese Zwischenphase müssen wir also ein wenig nachdenken."

Zwar weiß der Williams-Pilot, dass die durch seinen Qualifying-Fehler verlorenen Positionen nicht gerade hilfreich waren. Aber er glaubt, dass ihm selbst, wenn er weiter vorne gestartet wäre, der nötige Speed gefehlt hätte, um ein gutes Ergebnis einzufahren.

"Es hätte auch anders laufen können, aber insgesamt war die Pace nicht wirklich da. Vergangenes Jahr hatten wir bei diesen Bedingungen zu kämpfen. Es ist nicht nass, es ist nicht trocken, man befindet sich sozusagen im Niemandsland", sagt Russell.

"Und wenn man mit den Reifen haushalten muss... Kurve 8 ist die schwierigste, weil es relativ trocken war, wie stark soll man pushen? Ich habe versucht, eine Menge verschiedener Dinge zu variieren, und um ehrlich zu sein, schien nichts wirklich zu funktionieren. Es war also ein schwieriger Nachmittag", resümiert er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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