"Inakzeptabel": Leclerc nimmt Dreher in der letzten Runde auf seine Kappe
Vom Podium auf Rang sechs: Charles Leclerc erlebt in der Schlussrunde von Miami einen Albtraum mit einem Dreher, einer Kollision und einer unüblichen Linienwahl
In der letzten Kurve kam es zur Kollision zwischen Leclerc und Russell
Foto: LAT Images
Die Schlussphase des Formel-1-Rennens von Miami hielt für Charles Leclerc eine Menge Drama bereit. Auf Rang drei ging der Ferrari-Pilot in die letzten beiden Runden, ins Ziel kam Leclerc aber nur als Sechster - und das nach einer äußerst aufregenden Schlussrunde mit einem Dreher, einer Kollision und vielen Abkürzungen.
Alles ging damit los, dass er von McLaren-Pilot Oscar Piastri in der letzten Bremszone der vorletzten Runde überholt wurde und virtuell vom Podium fiel. Doch das war eigentlich noch kein Drama: "Ich war eigentlich sehr ruhig", sagt er. "Ich wollte Oscar in dieser letzten Runde überholen. Deshalb habe ich es ihm vor der letzten Kurve auch nicht zu schwer gemacht, mich zu überholen."
"Ich wusste, dass es ansonsten sehr schwierig werden würde, vorne zu bleiben." Leclercs Plan: An Piastri dranbleiben und sich den dritten Platz wieder zurückholen, wie er es in dieser Saison schon oft genug gemacht hat. Bei dem Versuch, mit dem Australier mitzuhalten, pushte er in Kurve laut eigener Aussage "wie ein Tier".
Doch dabei übertrieb es Leclerc und drehte sich bei hohem Tempo. Zwar konnte er einen größeren Unfall vermeiden, trotzdem schlug er mit der linken Fahrzeugseite in die Mauer ein. "Das geht allein auf meine Kappe", hadert er. "Ich bin sehr frustriert über mich selbst."
"Ich muss mir das natürlich ansehen, denn bei diesen Autos gibt es immer das Fragezeichen, wie viel Energie sie freisetzen - und da es die letzte Runde war, kam aus der Kurve vielleicht etwas mehr Leistung, weil man die Runde eben mit der restlichen Energie zu Ende bringen muss", schildert er weiter, betont aber gleichzeitig: "Das ist in keiner Weise eine Entschuldigung."
"Es geht alles auf mich und es ist nicht akzeptabel. Das muss ich mir also anschauen." Er ärgert sich: "Das waren sehr schlechte Entscheidungen, und innerhalb von vier Kurven habe ich ein sehr starkes Rennen in die Tonne gekloppt."
Eigenwillige Linienwahl dank beschädigter Aufhängung
Den Rest der Runde musste Leclerc mit einem beschädigten Fahrzeug zu Ende bringen. Der Schaden sei laut ihm "erheblich" gewesen. "Um genau zu sagen, was alles beschädigt war, bin ich mir nicht ganz sicher. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es einen Reifenschaden gab und wahrscheinlich auch einen Schaden an der Aufhängung, da ich nicht mehr wirklich nach rechts lenken konnte."
In der Folge legte Leclerc die Streckenbegrenzung - sagen wir - etwas individuell aus. Gleich mehrfach fuhr er durch die Auslaufzone und kürzte dabei Kurven ab: Leclerc ließ Kurve 6 aus, fuhr in Kurve 8 vor der langen Gegengeraden komplett innen neben den Poller und fuhr auch die Schikane nicht ordnungsgemäß.
Die Konsequenz: Die Kommissare leiteten eine Untersuchung wegen mehrfachen Verlassens der Strecke ein. Dem Monegassen droht dafür eine Strafe.
Gleichzeitig droht ihm auch noch Ungemach, weil er sein Auto in unsicherem Zustand über die Strecke bewegte. Auch das untersuchen die Kommissare nach dem Rennen.
Kollision mit Russell in der letzten Kurve
Die dritte Untersuchung findet wegen eines Zweikampfes mit George Russell statt, der Leclerc auf der letzten Geraden noch attackierte, mit diesem aber in der letzten Bremskurve zusammenstieß. Leclerc beschleunigte noch aus ihr heraus, musste sich aber Russell und kurz vor dem Zielstrich auch noch Max Verstappen geschlagen geben.
"Zu George habe ich nicht viel zu sagen. Ich denke, George hat sich beim Bremsen ein bisschen bewegt", schildert er bei Sky. "Natürlich war mein Auto nicht im besten Zustand, aber glücklicherweise war es für die Linkskurven noch okay. Es waren die Rechtskurven, die ich nicht mehr geschafft habe."
"In der letzten Kurve also, Kurve 17, wo George mich überholt hat, war mein Auto einigermaßen in Ordnung. Ich wusste also, dass ich eine normale Kurve fahren kann, was ich auch tat. Aber wir hatten Kontakt, hauptsächlich weil er versucht hat, die Tür zuzumachen, und ich da war", so Leclerc. "Was das angeht, mache ich mir keine allzu großen Sorgen."
"Auf der anderen Seite ist mein Fehler davor inakzeptabel; so etwas darf nicht passieren."
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