Formel 1

Investor-Deal in der Formel 1: Eigentümer verkauft Anteile am Miami-Grand-Prix

US-Milliardär Stephen Ross plant den Verkauf von Anteilen am Großen Preis von Miami: Otro Capital soll offenbar 20 Prozent am Formel-1-Rennen übernehmen

Sönke Brederlow

Veröffentlicht: 03.10.2026, 08:32

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Investor-Deal in der Formel 1: Eigentümer verkauft Anteile am Miami-Grand-Prix

Stephen Ross verkauft 20 Prozent seiner Anteile am Miami-GP

Foto: LAT Images

US-Milliardär Stephen Ross, Eigentümer der Miami Dolphins, steht nach Informationen von Front Office Sports in fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf von 20 Prozent seiner Anteile am Großen Preis von Miami. Der potenzielle Käufer soll die Investmentgesellschaft Otro Capital sein.

Die Transaktion ist allerdings noch nicht ganz finalisiert. Ein vollständiger Verkauf steht für Ross jedoch nicht zur Debatte, weil der 86-jährigen Milliardär weiterhin die Mehrheit am Formel-1-Rennen halten möchte. Sprecher der involvierten Parteien gaben auf Anfrage zunächst keinen Kommentar ab.

Der Verhandlungsgegenstand beschränkt sich ausschließlich auf das Formel-1-Rennen in Florida. Weitere Vermögenswerte der Dachgesellschaft Ross Sports & Entertainment sind nicht Teil des Deals. Dazu zählen unter anderem das NFL-Team der Miami Dolphins, das Hard Rock Stadium, das Tennisturnier Miami Open sowie der private Precision Drive Club.

Eine konkrete Bewertung des Rennens im Rahmen dieser spezifischen Verhandlungen drang bislang nicht an die Öffentlichkeit. Doch mit Otro Capital würde ein Käufer einsteigen, der in der Königsklasse des Motorsports längst kein unbeschriebenes Blatt mehr ist.

Die Firma hält bereits Anteile am Formel-1-Rennstall von Alpine. Zudem expandierte die Investmentgesellschaft zuletzt stark im amerikanischen Sportsektor und schloss im Juni eine Vereinbarung zur Verwaltung der umsatzgenerierenden Sportaktivitäten der University of Utah ab.

Milliarden-Imperium und bisherige Verkäufe von Stephen Ross

Stephen Ross, dessen Vermögen auf rund 21,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, übernahm die Miami Dolphins und das dazugehörige Stadion im Jahr 2009 für eine Milliarde US-Dollar. Dass der Geschäftsmann nun Minderheitsanteile veräußert, hat durchaus System.

Ende 2024 verkaufte er bereits insgesamt 13 Prozent an den Dolphins, dem Stadion und dem Miami-Grand-Prix. Bei dieser Transaktion, die das Paket mit 8,1 Milliarden US-Dollar bewertete, sicherten sich Ares Management zehn Prozent und Brooklyn-Nets-Eigentümer Joe Tsai drei Prozent der Anteile.

Darüber hinaus gab es in der jüngsten Vergangenheit weitere lukrative Offerten für das Sport-Portfolio des Amerikaners. Ein Kaufangebot über zehn Milliarden US-Dollar für alle seine sportlichen Vermögenswerte lehnte Ross im Jahr 2024 ab. Aktuell wird allein der Wert der Miami Dolphins auf 10,4 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Miami

Das Formel-1-Rennen in Miami führt rund um das Hard Rock Stadium

Foto: LAT Images

Im März dieses Jahres stieg zudem Lin Bin, der Mitbegründer des Technologiegiganten Xiaomi, mit einem Prozent bei Ross Sports & Entertainment ein, wobei das Imperium in diesem Deal mit stolzen 12,5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.

Das Rennen in Miami liefert durchaus handfeste Argumente für solch hohe Bewertungen: Seit der Premiere in der Saison 2021 hat sich die Veranstaltung rasant entwickelt. Das Event verzeichnete bei allen bisherigen fünf Austragungen ausverkaufte Ränge.

Blick auf die sportliche und finanzielle Lage der Königsklasse

Die Gespräche mit dem neuen Investor fallen in eine Zeit, in der die Formel-1-Saison 2026 bereits mehr als zur Hälfte absolviert ist. Das diesjährige Rennen in Miami fand im Mai statt und wurde von Mercedes-Pilot Kimi Antonelli gewonnen. Der Italiener führt aktuell auch die Fahrer-WM an.

Auch die Planungen für das kommende Jahr sind bereits abgeschlossen und der Kalender für die Saison 2027 steht fest. Das Jahr mit 24 Rennen startet wieder im Nahen Osten, der Grand Prix von Miami ist als sechstes Rennen der Saison eingeplant und wird vom 30. April bis zum 2. Mai über die Bühne gehen.

Hinter den Kulissen der Serie gibt es ebenfalls stetige finanzielle Bewegung. Seit der Übernahme durch Liberty Media von CVC Capital Partners im Jahr 2016 stiegen die Jahresumsätze der Königsklasse massiv an, von 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 3,9 Milliarden US-Dollar in der Saison 2025.

Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete die Formel 1 einen Umsatz von rund 1,38 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht zwar einem Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, allerdings führt Liberty Media dies primär auf drei weniger ausgetragene Rennen in dieser Phase zurück.

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