"Irgendwann reicht es": Ferrari lehnt weitere Regeländerung ab
Frederic Vasseur erklärt, warum sich Ferrari gegen weitere Startänderungen ausspricht - Die Scuderia habe schon durch die erste Anpassung einen Nachteil
Ferrari legt in der Saison 2026 regelmäßig die besten Starts hin
Foto: Getty Getty
Muss die Startprozedur in der Formel 1 noch einmal angepasst werden? Auch am Wochenende in China erwischten wieder mehrere Piloten einen langsamen Start, was im schlimmsten Fall zu einem Sicherheitsrisiko werden kann, wie der Fast-Auffahrunfall von Franco Colapinto und Liam Lawson beim Start in Melbourne zeigt.
Einige Fahrer und Teams würden daher gerne eine weitere Änderung im Reglement erwirken, doch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur erklärt ganz offen, dass sein Rennstall einen solchen Antrag nicht unterstützen wird.
Hintergrund: Ferrari erwischt momentan regelmäßig die besten Starts im Feld und würde daher bei einer weiteren Regeländerung einen Vorteil aufgeben. "Ich finde, wir haben die Startregelung mit der Fünf-Sekunden-Geschichte bereits massiv geändert", so Vasseur.
Gemeint ist die erste Änderung der Startprozedur, die bereits vor dem Saisonauftakt in Melbourne beschlossen wurde. Die Fahrer haben nun fünf Sekunden mehr Zeit, um den Motor vor dem Start hochzudrehen. Das ist in diesem Jahr durch den Wegfall der MGU-H schwieriger geworden.
Vasseur erklärt in diesem Zusammenhang, dass er die FIA schon vor einem Jahr auf mögliche Probleme beim Start hingewiesen habe. "Die Antwort war eindeutig: Wir müssen das Auto so konstruieren, dass es den Vorschriften entspricht, und nicht die Vorschriften so ändern, dass sie dem Auto entsprechen", verrät er.
Genau das habe Ferrari dann auch getan - mutmaßlich mit einem kleineren Turbo. Andere Hersteller scheinen das Problem dagegen, so stellt es zumindest Vasseur da, wissentlich ignoriert zu haben. Ferraris Position bei diesem Thema ist daher nachvollziehbar.
Bereits die erste Änderung der Startprozedur war für Ferrari laut Vasseur ein Nachteil, während auf der anderen Seite die Hersteller "belohnt" wurden, die das Problem zuvor nicht erkannt oder es ignoriert hatten. "Irgendwann reicht es auch", stellt Vasseur daher klar.
Denn eine weitere Änderung würde erneut zulasten von Ferrari gehen, die ihr Paket extra an die geänderten Anforderungen beim Start in diesem Jahr angepasst haben. Auf Nachfrage, ob das Thema für ihn abgehakt sei, stellt Vasseur daher unmissverständlich klar: "Ja, für mich schon."
Komplett vom Tisch sind weitere Änderungen damit allerdings nicht. Denn die FIA hat die Möglichkeit, die Regeln aus Sicherheitsgründen auch während einer laufenden Formel-1-Saison jederzeit anzupassen.
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