Jack Doohan: Habe bei Alpine nie eine echte Chance gehabt
War das Schicksal von Jack Doohan bei Alpine von Anfang an besiegelt? - Der Australier selbst glaubt nicht, dass er beim Team jemals eine echte Chance hatte
Jack Doohan verlor sein Alpine-Cockpit nach den ersten Rennen der Saison 2025
Foto: LAT Images
Hatte Jack Doohan bei Alpine nie eine faire Chance? Zumindest deutet der Australier im Interview mit F1.com an, dass von Anfang an klar gewesen sei, dass er sein Cockpit bei den Franzosen zu Beginn der Formel-1-Saison 2025 nach nur wenigen Rennen wieder verlieren würde.
"Ohne zu depressiv zu werden, war es eine Art Moment, auf den man sein ganzes Leben lang hingearbeitet hat, nämlich Formel-1-Fahrer zu werden. Und leider würde ich sagen, dass die Zeit von Oktober 2024 bis vielleicht sogar Oktober 2025 wahrscheinlich mit die härtesten zwölf Monate meines jungen Lebens waren", so Doohan.
Der heute 23-Jährige erinnert sich: "Ende 2024 gab es bereits einige Gerüchte, die eine etwas unheimliche und seltsame Stimmung verbreiteten, und das setzte sich über den Winter bis ins Jahr 2025 fort, was der Atmosphäre nicht gerade zuträglich war."
Doohan hatte beim Saisonfinale 2024 in Abu Dhabi das Cockpit von Esteban Ocon übernehmen und war zu diesem Zeitpunkt bereits als Stammpilot für 2025 bestätigt. Doch im Winter kamen Gerüchte auf, dass Alpine bereits plane, ihn durch Franco Colapinto zu ersetzen.
Tatsächlich kam es letztendlich genau so und nach den ersten sechs Saisonrennen musste Doohan Platz für den Argentinier machen. "Ich hätte viel Zeit im Auto haben sollen und dachte auch, dass ich sie haben würde", betont Doohan.
"Aber es war ganz klar, dass Miami mein letztes Rennen sein würde, also war mein Schicksal gewissermaßen besiegelt. Meine Zeit war von Anfang an begrenzt, und es ist schwierig, das Beste aus den Dingen zu machen, wenn man weiß, was kommen wird", so der Australier.
Neuanfang für Doohan bei Haas
Punkte holten im Verlauf der Saison 2025 weder Doohan noch Colapinto. Trotzdem wurde der Argentinier von Alpine später auch für 2026 bestätigt. So viel Geduld hätte sich auch Doohan gewünscht, doch stattdessen hatte er in Enstone offenbar nie das Gefühl, wirklich gewollt zu sein.
"Ich glaube nicht, dass sich die Situation, die Umgebung, die Atmosphäre unter normalen Umständen noch sehr viel schlechter hätte entwickeln können, als sie es war", blickt er zurück und erklärt: "Um ehrlich zu sein, war es sehr schade, aber ich versuche, das hinter mir zu lassen und neu anzufangen."
"Es wäre natürlich ein Traum, wieder die Chance [in der Formel 1] zu bekommen", so Doohan, der sich zur Saison 2026 als Ersatzpilot Haas angeschlossen hat. Kurioserweise ist Doohan damit also genau zu dem Team "geflüchtet", zu dem es auch Vorgänger Ocon zuvor bereits gezogen hatte.
Die Rückkehr in ein Stammcockpit hat für Doohan laut eigener Aussage aber zunächst keine Priorität. Er betont: "Wenn sich alles gut entwickelt und sich die Gelegenheit ergibt, werde ich sie mit beiden Händen ergreifen. Aber bis dahin werde ich mich auf alles konzentrieren, was ich in meiner Macht steht, um den Jungs zu helfen."
"Es wäre etwas egoistisch, jetzt an mich selbst zu denken. Das schiebe ich beiseite, und wenn ich einen Beitrag leisten kann, der dem Team hilft, weiterzukommen, dann bin ich mir sicher, dass mich das auch nicht in eine schlechte Position bringt", so Doohan.
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