Jacques Villeneuve: Alonso hat mit Indy 500 abgeschlossen

Bleibt Fernando Alonsos Traum von der Triple Crown unerfüllt? Jacques Villeneuve glaubt jedenfalls nicht mehr daran, dass Alonso das Indy 500 noch gewinnen kann

Jacques Villeneuve: Alonso hat mit Indy 500 abgeschlossen

2020 platzte Fernando Alonsos Traum von der Triple Crown, als er zum dritten Mal am Indy 500 teilnahm und abermals nicht gewann. Ein Sieg beim Oval-Klassiker fehlt dem Spanier noch, um die besagte Triple Crown zu erringen. Zwei Formel-1-Titel (2005/06) und zwei 24-Stunden-Siege in Le Mans (2018/19) hat er schon.

Jacques Villeneuve, der das Indy 500 im Jahr 1995 gewinnen konnte, glaubt nicht, dass das Alonso noch gelingen wird. "Ich denke, er hat aufgehört, es zu versuchen", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot gegenüber 'La Gazzetta dello Sport'.

"Im ersten Jahr war er stark und dann hat er gemerkt, dass es fast unmöglich ist, das Rennen zu gewinnen, wenn er nur dieses eine Rennen fährt. Er hätte auf allen Ovalen fahren müssen und das liegt ihm nicht", analysiert Villeneuve. Dem Formel-1-Weltmeister von 1997 fehlt noch ein Sieg in Le Mans für die Triple Crown.

So reagiert Alonso auf Villeneuves Kommentare

Er gibt zu, noch "jeden Tag" darüber nachzudenken - auch mit 50. "Deshalb habe ich nicht aufgehört. Ich fahre Rennen mit Porsche, ich trete in der NASCAR an. Jetzt, mit den Hybriden, es gibt so viele Hersteller, würde ich das gerne tun."

Und auch Alonso hat noch nicht aufgegeben. Auf Villeneuves Kommentare angesprochen, entgegnet er: "Wer weiß schon, wer recht hat und wer nicht? Ich denke, wir alle haben unterschiedliche Meinungen und unterschiedliche Ansichten darüber, wie man Rennen fährt oder wie man Ziele erreichen kann."

"Sicherlich wird das, was die anderen Leute über deine eigenen Ziele oder deine eigenen Träume sagen, nicht dein Denken oder deine Art, die Dinge zu sehen, beeinflussen. Also, wenn ich es noch einmal mache, dann für den Traum von der Triple Crown oder um zu versuchen, den Sieg zu erreichen", stellt Alonso klar.

Erfahrung in anderen Rennklassen wertvoll für Formel 1

"Es ist nicht so, dass man diese Art von Rennen nur zum Spaß macht. Aber ich weiß nicht, ob ich es noch einmal versuchen werde oder nicht. Wenn ich es nicht noch einmal mache, dann nicht, weil jemand anderes gesagt hat, dass ich es zu nicht gewinnen kann, sondern weil ich persönlich nicht die Motivation verspüre, es zu tun."

Generell bereut Alonso aber keinen seiner bisherigen Renneinsätze in anderen Kategorien. "Es gibt viele Dinge, die man aus jeder anderen Erfahrung lernen kann, weg von der Formel 1, denn die Formel 1 ist ein sehr enges Umfeld", weiß der Spanier.

"Du wiederholst gewissermaßen alle zwei Wochen die gleiche Sache und die gleiche exakte Routine. Dein Fahrstil wird in gewisser Weise über die Jahre gleich, und du folgst einfach den Anweisungen deines Teams, die alles am Auto optimieren. Sie optimieren auch deinen Fahrstil, also sagen sie dir, was du tun sollst."

Alonso zieht Vergleich zu Langstrecke und IndyCar

"Alles ist so kontrolliert, dass du nicht in der Lage bist, an einem Formel-1-Wochenende viele Dinge zu improvisieren", meint Alonso und zieht den Vergleich: "Bei Langstreckenrennen muss man, sagen wir mal, man selbst sein, viel mehr als in jedem anderen Rennwagen. (...) Und es gibt viel mehr Teamarbeit als in der Formel 1."

Diese andere Herangehensweise nehme man für seine zukünftigen Abenteuer im Motorsport mit, erklärt Alonso. "Das Gleiche gilt für IndyCar. Ich denke, der Detailgrad, den man in Bezug auf das Set-up, in Bezug auf die Vorbereitung auf das Indy-500-Rennen erreichen muss, ist viel höher als bei jedem Formel-1-Event."

"Die Autos sind die gleichen und jedes kleine Detail kann den Fahrstil, die Leistung, die Überholmöglichkeiten beeinflussen. Insofern gibt es viele Lektionen, die man in verschiedenen Kategorien lernt, um sie hoffentlich in der Formel 1 anzuwenden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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