Jak Crawford: Entgeht er dem Drugovich-Schicksal bei Aston Martin?
Aston-Martin-Reservefahrer Jak Crawford hofft auf eine Formel-1-Chance in der Saison 2027, muss aber aufpassen, nicht wie Vorgänger Felipe Drugovich zu enden
Jak Crawford hofft, sich als Testfahrer für ein F1-Cockpit 2027 empfehlen zu können
Foto: LAT Images
Felipe Drugovich hat die Reißleine gezogen und nach drei Jahren, in denen seine Motorsportkarriere im Grunde nur auf das Stehen in der Aston-Martin-Garage beschränkt war, eine neue Herausforderung gesucht. Ergeht es seinem Nachfolger besser oder wird Jak Crawford ebenfalls als ewiger Reservefahrer in die Formel-1-Geschichte eingehen?
Der Amerikaner selbst glaubt daran, dass ihm das Schicksal von Drugovich erspart bleiben kann - allerdings ist ihm bewusst, dass er sich keine drei Jahre Zeit nehmen kann, um vielleicht auf den Sprung in die Formel 1 zu hoffen.
"2027 ist natürlich meine beste und nächste Chance", sagt Crawford, der 2026 kein Rennprogramm haben wird, sondern sich auf die Rolle bei Aston Martin konzentrieren möchte. "Ich hoffe, dass ich dann noch relevant bin, nachdem ich nur ein Jahr aus dem aktiven Formel-2-Rennbetrieb raus bin und das gut abgeschlossen habe", so der Vizemeister der Saison 2025.
"Und wenn ich im nächsten Jahr bei allen Rennen im Fahrerlager bin, ist es gut, präsent zu sein - so bleibt dein Name in aller Munde und die Leute sehen dich. Deshalb glaube ich, dass 2027 meine beste Gelegenheit für ein Renncockpit ist."
Was machen Alonso und Stroll?
Bislang sind die Cockpits mit Fernando Alonso und Lance Stroll besetzt. Stroll hat als Sohn des Teambesitzers im Grunde eine Cockpitgarantie - so lange er selbst will. Bei Alonso bleibt hingegen abzuwarten, ob er seine Karriere nach 2026 noch fortsetzen möchte, denn dann ist der Spanier bereits 45 Jahre alt.
Crawford muss im Grunde hoffen, dass Aston Martin den Sprung in die neue Formel-1-Ära 2026 in den Sand setzt. Denn sollte dem Team von Adrian Newey ein guter Wurf gelingen, dann dürfte die Konkurrenz um ein mögliches frei werdendes Cockpit ungleich größer sein und Aston Martin die Qual der Wahl haben - dass man dann auf einen Rookie zurückgreifen würde, gilt als unwahrscheinlich.
"Natürlich gibt es immer ein bisschen Sorge, dass man kein Cockpit in der Formel 1 bekommt, weil es der Traum von jedem ist", räumt Crawford ein. "Alle Fahrer, die hier als Ersatzfahrer sind, wollen Vollzeit in der Formel 1 fahren. Man ist also noch nicht dort, wo man hinwill, und arbeitet weiter darauf hin - und man muss es sich natürlich auch verdienen."
Vollzeit-Testrolle kein Nachteil
Dass er 2026 kein Rennprogramm haben wird, sieht er aber nicht als Nachteil an: "Ich muss mich nicht gleichzeitig auf die Formel 2 und die Formel E konzentrieren, was ich teilweise getan habe", erklärt der 20-Jährige, der neben seinen Formel-2-Aktivitäten auch Ersatzfahrer des Formel-E-Teams von Andretti war.
Apropos Andretti: Bei deren Nachfolgeprogramm Cadillac galt Crawford aufgrund seiner Herkunft als möglicher Kandidat für ein Formel-1-Cockpit, doch der Neuling entschied sich am Ende für Sergio Perez und Valtteri Bottas und damit eine Menge Erfahrung.
Crawford bleibt damit nur die Ersatzrolle bei Aston Martin, doch die will er bestmöglich ausfüllen: "Der volle Fokus liegt auf dem Formel-1-Programm. Das ist gut, um sich komplett darauf zu konzentrieren, und ich denke, das bereitet mich am besten vor", sagt er.
"Ich habe das Gefühl, dass ich auf einem guten Niveau bin, vor allem fahrerisch. Alles, was danach kommt, muss ich im Grunde nur noch lernen und Zeit mit dem Formel-1-Team verbringen. Und alles, was ich in der Formel 1 lernen muss - abgesehen vom eigentlichen Rennfahren -, kann ich mit Fahrzeit auf der Strecke, im Simulator und durch meine Präsenz bei den Rennen abdecken."
Bleibt nur die Frage, ob Crawford das am Ende auch in einem Formel-1-Auto beweisen darf, oder ob ihn das gleiche Schicksal wie Felipe Drugovich ereilt. Der fährt mittlerweile in der Formel E - als Stammfahrer für das Andretti-Team.
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