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James Allison: Mit mir hätte sich Mercedes auch verrannt

Hätte er es anders gemacht als Mike Elliott? Mercedes' Technischer Direktor James Allison erklärt, was genau seit 2022 bei der Entwicklung schiefgelaufen ist

James Allison: Mit mir hätte sich Mercedes auch verrannt

Zwei Jahre lang war James Allison bei Mercedes nicht der Dreh- und Angelpunkt der technischen Entwicklung. Und in diesen zwei Jahren unter Mike Elliott ging einiges schief: Die Sternmarke büßte zu Beginn der neuen Formel-1-Ära ab 2022 ihre Vorherrschaft ein und verlor sich obendrein in Designideen wie dem "Zero-Pod"-Ansatz, was sich für Mercedes als wenig zielführend erwies.

Die große Frage lautet nun: Wäre Mercedes auch unter der Regie von Allison falsch abgebogen, wenn sich Allison nicht 2021 aus dem Formel-1-Tagesgeschäft zurückgezogen hätte, sondern involviert geblieben wäre, ohne eine "Auszeit" von zwei Jahren zu nehmen?

Beim Formel-1-Podcast "Beyond the Grid" wurde Allison mit genau dieser Frage konfrontiert. Seine Antwort: "Ich glaube, es wäre ziemlich ähnlich gelaufen, wenn ich zu dieser Zeit noch meine frühere Position gehabt hätte."

 

Dass er nicht das Allheilmittel sei für Mercedes, zeige der weitere Verlauf der Formkurve: "Wir haben den Fehler in die Saison 2024 hineingetragen, und da befand ich mich ja schon wieder in der Funktion, die ich in der Vergangenheit ausgeübt hatte."

In der Tat: Nachdem Allison 2021 die Position des Technischen Direktors an Elliott übergeben hatte und selbst zum übergeordneten, gesamtverantwortlichen Technischen Leiter bestellt worden war, folgte 2023 die Kehrtwende: Elliott ging, und Allison übernahm wieder als Technischer Direktor, um näher dran zu sein am Geschehen. "Daher glaube ich: Ich hätte keinen entscheidenden Unterschied gemacht", sagt Allison.

Wie Allison Mercedes motivierte

Was er sich aber "hoffentlich" auf die Fahnen schreiben könne, sei, die Stimmung in der Mercedes-Belegschaft in Brackley (Chassis) und Brixworth (Antrieb) angekurbelt zu haben. Nach dem Motto: "Ich weiß, wir hatten ein paar Fehlstarts. Aber glaubt mir, hier lohnt sich der Einsatz. Das wird einen Unterschied machen."

Die Mercedes-Mitarbeiter hätten "hervorragend reagiert" auf seine Impulse, meint Allison. "Die Erleichterung war gewaltig, als sie gesehen haben, wie sich der Einsatz bezahlt gemacht hat durch korrekte Einschätzungen. Denn das Auto funktioniert jetzt. Und das war das Beste an den zurückliegenden zwei, drei Rennen."

 

Tatsächlich hat Mercedes zuletzt beim Kanada-Grand-Prix in Montreal sein bisher bestes Saisonergebnis erzielt: 28 Punkte auf einen Schlag. Damit war die Sternmarke gemeinsam mit McLaren das punktbeste Team am Wochenende. Ein Fortschritt im Vergleich zu den Saisonrennen davor.

Liegt der Aufschwung nur am neuen Frontflügel?

Aber Wie viel davon macht der neue Frontflügel aus am Mercedes W15? Allison winkt ab: "Ich würde mich nicht zu sehr auf den Frontflügel fokussieren. Der Frontflügel ist Teil eines größeren Gesamtpakets."

"Es ist uns in den zurückliegenden zwei oder drei Rennen gelungen, ein gewisses Verhalten ins Auto zu implementieren. Der Frontflügel ist eine Komponente, die dabei geholfen hat. So sind wir etwas näher an die guten Leute herangekommen."

Warum die Formel 1 manchmal verwirrend ist

Sich nur auf den Frontflügel zu versteifen, das sei wie "Schall und Rauch", meint Allison. In der Formel 1 komme es aber sehr oft vor, dass Äußerlichkeiten den Diskurs bestimmten, nämlich "wie ein Auto aussieht, ob es dies oder das hat, ob es hoch oder tief liegt", sagt Allison. "Das verwirrt die Zuschauer und sie fragen sich: Warum hält ein Team so stur an etwas fest, was so ganz anders aussieht als das, was offensichtlich das Richtige ist?"

Er könne diese Haltung der Zuschauer vollkommen nachvollziehen. Im Inneren eines Teams aber gäbe es gute Gründe dafür, eine bestimmte Entwicklungsrichtung zu verfolgen und eben nicht aufzugeben, erklärt Allison. Er sagt auch, warum es dann unklug wäre, auf fremde Ideen zu setzen.

"Wenn bei einem Team auf analytischer Ebene etwas falsch läuft, dann kommt am Ende auch eine falsche Geometrie dabei heraus. Dann bringt es auch nichts, eine Geometrie von jemand anders zu übernehmen, denn dein Bewertungsmechanismus wird dich sofort wieder davon abbringen und hin zu dem treiben, was du vorher hoch eingeschätzt hast."

"Man muss also lernen, was du wie einschätzen musst. Und wenn du das verstanden hast, dann folgt daraus die Geometrie ganz automatisch", sagt Allison.

Wie sich Allison die Mercedes-Erfolge erklärt

Dergleichen lasse sich auf die langen Jahre der Mercedes-Dominanz ab 2014 übertragen: "Wir hatten viel Erfolg, weil wir auf die richtigen Dinge gesetzt hatten. Dazu kann man sich natürlich beglückwünschen und in Selbstlob versinken."

"Aber Tatsache ist: Es gehört auch eine gehörige Portion Glück dazu. Wirklich clever daran war nur, sicherzustellen, diesen Kurs zu halten und links und rechts über die Jahre nur kleinere Anpassungen vorzunehmen."

Ähnlich sei es Red Bull unter dem neuen Technischen Reglement ab 2022 ergangen. Das Team um Max Verstappen habe sich seinen Erfolg "vollkommen verdient", meint Allison. "Aber ein Stück weit ist es Red Bull eben auch zugefallen. Und jetzt muss es zusehen, diesen Kurs zu halten."

Das will Allison nicht als Herabwürdigung der Red-Bull-Leistung verstanden wissen. "Vielleicht hat man dort alles perfekt berechnet", sagt er. "Aber meine Erfahrung der jüngeren Vergangenheit sagt mir: Es ist eben auch viel Glück im Spiel. Und mehr noch kommt es darauf an, wie gut du dann deinen Kurs halten kannst. Unabhängig davon, wie du auf diesen Kurs kommst."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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