James Key: Warum McLaren Windkanal und Simulator neu bauen muss

McLaren rüstet sich derzeit mit einem neuen Windkanal und einem neuen Simulator auf: Technikchef James Key erklärt die Hintergründe und die Hoffnungen

James Key: Warum McLaren Windkanal und Simulator neu bauen muss

"Wir sind alle ungeduldig", sagt McLaren-Technikchef James Key über die voranschreitenden Modernisierungen der Anlagen in Woking. McLaren rüstet sich für die Zukunft und baut unter anderem einen brandneuen Windkanal und einen neuen Simulator. Bis alles fertig ist, werden noch ein paar Jahre vergehen: Erst 2024 sieht man sich wieder auf dem neuesten Stand.

Bis dahin muss der Rennstall mit den Möglichkeiten auskommen, die man derzeit hat. Doch laut Key waren die Modernisierungen bitter nötig: "Unser Simulator dürfte der erste in der Formel 1 gewesen sein. Zwar wurde er seitdem modifiziert und aktualisiert, aber trotzdem ist man etwas eingeschränkt, wenn man quasi Generation null hat."

Dass man nun einen neuen von Grund auf baut und dabei eine neue Technologie hat, werde McLaren mit den Daten und dem Verständnis daraus wieder auf den neuesten Stand bringen. "Am Ende des Tages wollen wir mit den Anlagen ja Wissen aneignen", so Key.

"Und genauso verhält es sich mit dem Windkanal", fügt er an. "Es gibt Daten, an die wir mit dem aktuellen Modell einfach nicht kommen. Es ist eine tolle Anlage, die uns gute Dienste geleistet hat, aber wir wissen auch, dass es neuere Anlagen gibt, die mit einer besseren Technologie gebaut wurden. Da hinken wir etwas hinterher."

CFD-Upgrade nutzbar

"Wir versuchen das bestmöglich zu kompensieren, trotzdem fehlen uns einige der genaueren Daten und das Wissen, das wir sonst bekommen würden", so Key. "Darum sind wir super ungeduldig, diese Daten zu bekommen, die uns auf das nächste Level heben."

Denn natürlich hat McLaren noch keinen Zugriff auf die neuen Anlagen. Einzig ein Upgrade der CFD-Hardware ist bereits seit Beginn des Jahres nutzbar. Zumindest kann man damit bereits am brandneuen Auto für 2022 arbeiten. "Das hat uns auf jeden Fall geholfen und einige der Methoden und Ansätze, die wir auf der Aeroseite ohnehin hatten, verfeinert", so Key.

Einen Vorteil sieht der Technikchef mit der "veralteten" Technologie aber doch: McLaren kennt seine Tools und die Stärken und Schwächen davon genau. "Wir können sie entsprechend nutzen und etwas kompensieren", betont er.

Grobes geht, Feines noch nicht

Doch was verspricht sich McLaren vom neuen Windkanal genau und wie beeinflusst das die Arbeit am Auto für 2022, dass nur die alten Modelle zur Verfügung stehen? Fakt ist, dass McLaren wie alle anderen Teams genau abwägen muss, welche Richtungen verfolgt werden sollen. Denn seit diesem Jahr gibt es weitere Einschränkungen der CFD- und Windkanalzeit.

"Bei den neuen Investitionen geht es eher darum, dass wir unsere Möglichkeiten verfeinern und eventuell andere Dinge tun können", sagt Key. "Darauf freuen wir uns."

"Aber wenn es um große architektonische Entscheidungen geht, wenn man große Flächen zu entwickeln, zu formatieren und zu formen hat, dann kann auch die aktuelle Ausrüstung im Großen und Ganzen Entscheidungen in diesem Stadium treffen", sagt er. "Bei den Feinheiten haben wir vielleicht einen kleinen Nachteil."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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