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James Vowles: So beeindruckend war Michael Schumacher als Anführer

James Vowles plaudert aus dem Nähkästchen, wie Michael Schumacher ein Team zusammenschweißte - Und an einen Moment, der ihn beschämte

James Vowles: So beeindruckend war Michael Schumacher als Anführer

Michael Schumacher nahm sich Zeit für jedes einzelne Teammitglied

Foto: DaimlerChrysler

Michael Schumacher wird gemeinhin mit Siegen, Titeln, Kompromisslosigkeit und unerbittlichem Ehrgeiz in Verbindung gebracht. Doch James Vowles eröffnet nun aus gemeinsamen Zeiten bei Mercedes eine ganz andere Perspektive auf den siebenmaligen Weltmeister, die für seine Erfolge ebenso wichtig waren.

Der heutige Teamchef bei Williams teilt im Podcast High Performance eine Anekdote, die zeigt, wie Schumacher sich als Führungsperson vor allem durch Menschlichkeit auszeichnete. Allerdings mit ungewollten Nebenwirkungen, denn ein Vowles stand danach ziemlich beschämt da.

Vowles arbeitete zwischen 2010 und 2012 eng mit Schumacher zusammen, damals als leitender Stratege bei Mercedes. Sportlich verlief Schumachers Comeback zwar hinter den Erwartungen, doch intern entwickelte er sich schnell zu einer Schlüsselfigur.

"Er hatte echtes Interesse daran, wer du bist, was dich antreibt, wie es deiner Familie geht", sagt Vowles. "Und zwar nicht, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen - sondern weil es ihm wirklich wichtig war." (Peter Sauber: Schumacher wollte kein Einzelzimmer)

Motorradfahren in Frankreich und Blumen für die Partnerin

Besonders in Erinnerung geblieben ist Vowles ein privater Moment: "Er wusste, wann meine Partnerin Geburtstag hat, und ließ Blumen nach Hause liefern. Das hat mich total beschämt, weil ich selbst nicht daran gedacht hatte." Es sei typisch für Schumacher gewesen, solche Gesten zu machen, die weit über das beruflich Notwendige hinausgingen.

Das zeigt eine weitere Episode mit Schumacher aus der Freizeit. Auch in dieser suchte der Deutsche bewusst den Kontakt zu Teammitgliedern. So erinnert sich Vowles an einen gemeinsamen Tag auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet - allerdings nicht im Formel-1-Auto, sondern auf Motorrädern.

"Wir sind dort zusammen Rennen gefahren. Es war einer der besten Tage meines Lebens", erzählt er. "Noch Jahre später haben wir beide über diesen Tag gelacht." Es sei typisch gewesen, solche Erlebnisse zu schaffen, um Bindungen zu stärken und Barrieren abzubauen.

James Vowles arbeitete bis 2022 bei Mercedes und ist heute Teamchef bei Williams

James Vowles arbeitete bis 2022 bei Mercedes und ist heute Teamchef bei Williams

Foto: LAT Images

Schumacher sei öffentlich ein ganz anderer Mensch gewesen als hinter den Kulissen, versichert Vowles. Führen mit Willenskraft und Herz - das hinterließ bei ihm tiefen Eindruck. Und es wirkte auch beim Rest des Teams: "Er nahm jeden mit auf die Reise. Wenn Michael sagte: 'Wir gehen diesen Weg', folgte ihm das ganze Team - und zwar beide Seiten der Garage."

Auch deshalb sei es eines seiner größten Bedauern, dass Schumacher in seiner zweiten Karriere keinen Sieg mehr feiern durfte: "Das tut mir bis heute weh. Er hätte wirklich einen verdient gehabt." (Warum es bei Michael Schumachers Comeback nicht klappte)

Auch wenn ihm der sportliche Erfolg verwehrt blieb, blieb Schumachers Einfluss noch lange spürbar. Wie viel Anteil er am späteren Aufstieg von Mercedes zum dominanten Team der frühen Hybrid-Ära hatte, lässt sich objektiv schwer beziffern. Unbestritten ist aber, dass er menschlich bei allen, mit denen er zusammenarbeitete, einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. (Warum es keine Updates zu Schumachers Gesundheitszustand gibt)

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