Jenson Button: McLaren hätte Honda nicht so abservieren sollen

Jenson Button findet es "schade", dass McLaren nach 2017 nicht mit Honda weitergemacht hat - Sein Ex-Team habe sich damals für den leichten Weg entschieden

Jenson Button: McLaren hätte Honda nicht so abservieren sollen

Das Formel-1-Comeback von Honda war mit dem WM-Titel von Max Verstappen ganz am Ende doch noch ein Erfolg. Allerdings war es für die Japaner, die 2021 in Abu Dhabi ihr vorerst letztes Rennen in der Königsklasse absolviert haben, ein steiniger Weg bis dorthin. Vor allem die ersten Jahre mit McLaren waren extrem schmerzhaft.

"Ich war zu Beginn des Projekt bei ihnen, und es war nicht einfach für sie", erinnert sich Jenson Button, der bei Hondas Formel-1-Rückkehr im Jahr 2015 für McLaren fuhr, im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Sie lagen natürlich ein paar Jahre hinter allen anderen zurück. [Es gab] viele Probleme mit der Zuverlässigkeit", erklärt er.

Während die anderen Motorenhersteller bereits seit vielen Jahren in der Formel 1 aktiv waren, verpasste Honda vor allem das wichtige erste Jahr der damals neuen Hybridregeln. Während die anderen Hersteller ihre Kinderkrankheiten bereits 2014 größtenteils aussortieren konnten, startete Honda 2015 bei null.

Button: McLaren ging den leichten Weg

Das spiegelte sich auch in den Ergebnissen wider. In drei gemeinsamen Jahren stand McLaren-Honda kein einziges Mal auf dem Podium. Anschließend trennten sich die Wege. McLaren wechselte zu Renault, Honda startete mit Red Bull einen Neuanfang und belieferte 2018 zunächst Toro Rosso und ab 2019 auch das A-Team.

"Ich finde es schade, dass McLaren nicht bei ihnen geblieben ist", sagt Button und übt Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber: "Es war für sie sehr leicht, mit dem Finger [auf Honda] zu zeigen, als sie nicht konkurrenzfähig waren. Und sie zeigten auf das am wenigsten zuverlässige Teil, was der Motor war."

Bei McLaren betonte man während der erfolglosen Honda-Jahre immer wieder, dass das Chassis konkurrenzfähig sei und man lediglich wegen des Motors hinterherfahre. Beweisen konnte man das allerdings nie. Button freut sich auf jeden Fall, dass Honda sich später mit Red Bull rehabilitieren und ganz vorne mitfahren konnte.

Button glaubt: Honda geht aus finanziellen Gründen

"Es ist schön, Honda wieder siegen zu sehen. Denn ihr letzter Sieg vor ihrer Red-Bull-Ära war meiner 2006 [in Ungarn]. Das ist im Sport eine lange Zeit", erinnert Button, der bereits zwischen 2003 und 2008 für Honda beziehungsweise Vorgängerteam BAR gefahren war. Anschließend zogen sich die Japaner aus der Formel 1 zurück.

"Es ist schade, dass sie wieder gehen", sagt Button im Hinblick auf den erneuten Honda-Rückzug. Gleichzeitig verrät er aber auch: "Ich habe eine ungefähre Ahnung, wie viel sie ausgeben - und ist es sehr viel Geld. Daher kann ich nachvollziehen, warum sie aussteigen wollen."

Dank des WM-Titels verabschiedet sich Honda dieses Mal zumindest auf dem Höhepunkt aus der Formel 1. Das war 2008 anders. Damals hatten die Japaner nur den neunten WM-Rang belegt, bevor sie im Winter den Stecker zogen. Das Team wurde anschließend von Ross Brawn übernehmen. Der Rest ist Geschichte ...

Mit Bildmaterial von LAT.

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