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Jenson Button: So hat Ross Brawn Honda zurück in die Spur gebracht

Jenson Button blickt auf das Honda-Krisenjahr 2007 zurück und erklärt, wie Ross Brawn das Team von innen heraus komplett neu aufstellte

Jenson Button: So hat Ross Brawn Honda zurück in die Spur gebracht

Honda-Teamchef Ross Brawn im Dezember 2007

Foto: Getty Images

2006 wähnte sich Jenson Button mit Honda auf Kurs zu weiteren Erfolgen. Der erste Honda-Sieg seit mehreren Jahrzehnten und zugleich Buttons erster Formel-1-Triumph gaben Anlass zur Hoffnung. Doch statt einer Steigerung im Folgejahr folgte die große Enttäuschung: "Wir hatten uns viel erwartet, aber 2007 war einfach eine Katastrophe", sagte Button rückblickend im Formel-1-Podcast "Beyond The Grid".

Das Bittere aus Honda-Sicht: Der RA107 für 2007 floppte in allen Belangen. "Es war wirklich so", sagte Button. "Super Aguri trat mit unserem Vorjahresauto an - und war schneller als wir [mit dem neuen Auto]. Wir schafften es nicht einmal mehr in die Punkte."

Hier trügt Buttons Erinnerung: Ihm gelangen 2007 insgesamt drei Punkteplatzierungen. Er belegte in Frankreich und Italien jeweils den achten Platz und schaffte beim vorletzten Rennen in China sogar Platz fünf. Damit sammelte Button sechs WM-Punkte. Weil sein Honda-Teamkollege Rubens Barrichello keine weiteren Punkte beisteuerte, blieb es dabei.

Zwei Rennställe schnitten 2007 noch schlechter ab als Honda: Spyker kam nur auf einen Punkt und Super Aguri nur auf vier Punkte. Aufgrund der Disqualifikation gegen McLaren beschloss Honda die Saison auf Platz acht in der Formel-1-Konstrukteurswertung. Button nannte es ein "hartes Jahr" für das Team aus Brackley in England.

Wie Ross Brawn die Wende einläutete

An dieser Stelle kam Ross Brawn ins Spiel. Der langjährige Technische Direktor von Ferrari und enge Vertraute von Rekordchampion Michael Schumacher wechselte zu Honda. Für die Belegschaft wirkte er wie ein Heilsbringer. Button sagte: "Als er Ende 2007 zu uns stieß, wurde uns klar: Jetzt wird sich etwas verändern."

Laut Button ging vom ersten Moment ein Ruck durch die Mannschaft. "Allein seine Präsenz genügte zunächst. Es reichte, dass er den Raum betrat."

"Ich erinnere mich noch genau: Es war wie eine Betriebsversammlung. Die gesamte Belegschaft war in einem Raum versammelt, und niemand wusste wirklich, dass Ross kommen würde - bis es dann angekündigt wurde."

"Er lief durch den Mittelgang nach vorne, und da stand er - unser Retter. Der Mann, der Honda aus diesem katastrophalen Jahr 2007 herausführen sollte."

So formte Ross Brawn das Honda-Team neu

Brawn überzeugte bei Honda vor allem mit Führungsstärke, sagte Button. "Er wusste, wie ein Team zusammenarbeiten muss. Ross beendete interne Schuldzuweisungen und gab den Mitarbeitern mehr Freiheiten."

"Er ermutigte sie sogar, auch mal unkonventionelle Ideen einzubringen. Manchmal funktionieren solche Ideen nicht, aber ohne Risiken kommt man nie wieder an die Spitze zurück", erklärte Button.

"Unter Ross herrschte deshalb eine wirklich starke Atmosphäre. Man konnte spüren, wie sich die Stimmung wandelte. Und das Team hat nach dem Absturz in der Saison 2007 einen solchen Neustart gebraucht."

2009 ist Brawn plötzlich die Nummer eins

Tatsächlich ging es schon 2008 aufwärts: Button wurde Sechster in Spanien, Barrichello Sechster in Monaco und Siebter in Kanada. Beim Regenrennen in Silverstone eroberte er für Honda den ersten Podestplatz seit 2006. Das ergab immerhin 14 WM-Punkte für das Team.

Aber noch viel entscheidender war: Technisch legte das Team in der Saison 2008 den Grundstein für die Erfolge unter dem neuen Formel-1-Reglement 2009. Doch beinahe wäre es dazu nicht mehr gekommen: Honda zog sich im Winter 2008/2009 überraschend von der Formel 1 zurück. Brawn übernahm das Team und führte es 2009 sensationell zu beiden Weltmeistertiteln. (Video: Das Brawn-Wunder 2009)

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