Nach P2 durch Russell: Williams zieht in der Konstrukteurs-WM davon

Williams bejubelt beim Formel-1-Wochenende in Spa das beste Ergebnis seit Jahren, Platz acht in der Konstrukteurs-WM scheint fast sicher

Nach P2 durch Russell: Williams zieht in der Konstrukteurs-WM davon

Das erste Podium für das Williams-Team in der Formel 1 nach 1527 Tagen dürfte wohl zu den skurrilsten in der Geschichte des Rennstalls gehören. Ohne am Sonntag viel dafür getan zu haben, jubelte George Russell als Zweiter vom Podest. "Das ist egal", sagte Russell über das Zustandekommen.

Und auch Teamchef und CEO Jost Capito sieht keinen Grund, an der Wertigkeit dieses riesigen Erfolgs zu zweifeln. Dennoch seien die Umstände nicht alltäglich, gibt er zu.

"Es ist ein bisschen schwierig zu sagen. Auf der einen Seite denke ich, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Auf der anderen Seite: Der Grundstein war gestern gelegt. Und heute waren die Bedingungen so, dass man kein richtiges Rennen fahren konnte", sagt Capito bei 'Sky'.

Russell: Endlich für gutes Qualifying belohnt

Russell belohnte sich und das Team schlussendlich für seine herausragende Vorstellung im Qualifying am Samstag, in dem er mit Platz zwei für eine Sensation sorgte. "Wir wurden oft nicht für tolle Qualifyings belohnt, aber nun wurden wir es", sagte Russell nach dem Rennen.

Zuletzt hatte Lance Stroll 2017 in Aserbaidschan als Dritter ein Podium für Williams geholt. Ein zweiter Platz war dem Rennstall sogar zuletzt im ersten Hybridjahr 2014 durch Felipe Massa in Abu Dhabi gelungen.

Der Kritik an der Vergabe von halben Punkten für das Rennen, das schlussendlich aus zwei Runden hinter dem Safety-Car bestand, wollte sich Capito natürlich nicht anschließen. "Ich glaube, es war trotzdem richtig, das so über die Bühne zu bringen und ein Rennen zu haben. Es waren natürlich Verhältnisse, die außergewöhnlich sind", sagt er.

Latifi rutscht durch Strafen zum nächsten Punkt

Russell steuerte mit Rang zwei neun weitere Punkte bei, und auch Teamkollege Nicholas Latifi konnte als Neunter noch einen Zähler beitragen. Erst in Ungarn hatte das Team erstmals in dieser Saison gepunktet und auch dort mit beiden Fahrern.

"Dass wir so schnell zu einem Podium kommen, hätten wir bestimmt nicht gedacht - oder nochmal zu punkten. Das ist natürlich nochmal extrem wichtig, um den achten Platz zu behalten", gibt Capito zu. Kurios: Latifi qualifizierte sich eigentlich nur als Zwölfter, rutschte durch die beiden Strafen gegen Valtteri Bottas und Lando Norris aber nach vorne.

Als dann auch noch Sergio Perez auf seiner Outlap Richtung Startaufstellung seinen Red Bull in die Wand setzte, rückte der Kanadier einen weiteren Platz auf. Insgesamt steht Williams jetzt bereits bei 20 Punkten in der Konstrukteurs-WM, das Team hat sich gegenüber Alfa Romeo (drei Punkte) deutlich abgesetzt.

Capito: Haben Lust auf mehr!

Den Ärger beim Schweizer Team und anderen Rennställen über das Zustandekommen des Ergebnisses könne Capito nachvollziehen. "Ja klar kann ich den Frust verstehen. Ein paar Teams profitieren davon und ein paar Teams profitieren nicht davon. Aber das ist Racing. Man kann das Wetter nicht beeinflussen und es gibt ein Reglement und es ist alles nach dem Reglement abgelaufen", stellt er klar.

Und dieses Reglement verhalf Williams zu einem Topergebnis. Entsprechend feuchtfröhlich fielen die Feierlichkeiten beim britischen Team aus. "Das gibt Lust auf mehr!", stellt Capito klar. "Ich habe dem Team gesagt: 'Genießt es! Genießt es!' Das kommt wahrscheinlich so schnell nicht wieder", weiß er diesen Erfolg richtig einzuschätzen.

Und dennoch sei es wichtig, dass jeder im Team sehe, dass es vorangeht. "Für das Team ist es so wichtig, die Erfahrung zu haben und zu sehen: Das wollen wir, da wollen wir mehr von! Und wir schaffen das und wir können das", so der 62-Jährige, der von einem "riesigen Motivationsschub" für Williams spricht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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