Jost Capito: Wahrscheinlich, dass Mercedes Russell ein Angebot macht

Williams-Teamchef Jost Capito rechnet damit, dass Mercedes an George Russell herantreten wird - Nico Hülkenberg wäre überrascht, wenn Bottas bleibt

Jost Capito: Wahrscheinlich, dass Mercedes Russell ein Angebot macht

Williams-Teamchef Jost Capito hat weiterhin die Hoffnung, auch im kommenden Jahr auf die Dienste von George Russell setzen zu können. "Ich denke, im Moment ist er gerne bei Williams, er arbeitet gerne mit uns. Er sieht, wohin sich das Team entwickelt. Er sieht die Veränderungen, die wir vornehmen und den Ansatz, den wir verfolgen. Er ist sehr unterstützend und positiv gegenüber all dem", sagt Capito.

Russells Vertrag läuft am Saisonende aus, alles wird davon abhängen, was Mercedes plant. Der 23-Jährige gilt als heißer Anwärter auf das Cockpit von Valtteri Bottas bei den Silberpfeilen. Aber auch Lewis Hamilton hat noch kein Arbeitspapier für 2022, wenngleich die Gespräche jüngst begonnen haben und eine Einigung wohl nur Formsache sein dürfte.

"Natürlich wäre er dumm, wenn er die Chance bekäme, in einem Mercedes zu fahren, es nicht zu tun", stellt Capito mit Blick auf Russell klar: "Aber wenn er die Chance nicht bekommt, in den Mercedes zu steigen, denke ich, dass er ziemlich glücklich wäre, bei Williams zu bleiben."

Hülkenberg: "Wirklich überrascht", wenn Bottas bleibt

Mercedes-Teamchef Toto Wolff äußerte sich zu den Plänen des Teams bislang ausweichend, zuletzt stärkte er Bottas den Rücken. Die Frage jedoch ist, ob Mercedes das Risiko eingehen will, Russell möglicherweise dauerhaft zu verlieren, sollte der Brite die Chance im kommenden Jahr nicht erhalten.

Für Nico Hülkenberg ist der Fall relativ klar. Für ihn muss Mercedes auf Russell setzen. "Mit Valtteri ist es altbewährt, aber ich wäre wirklich überrascht, wenn es keine Veränderung gibt für kommende Saison. George hat bewiesen, dass er den Speed hat und der nächste Schritt ist einfach irgendwann fällig", sagt der 'ServusTV'-Experte.

Eine möglicherweise hitzigere Atmosphäre im Team erwartet Hülkenberg für den Fall, dass Russell im kommenden Jahr neben Hamilton fährt, nicht. Russell werde nicht direkt auf Augenhöhe mit dem siebenmaligen Weltmeister unterwegs sein.

Capito: Noch kein Handlungsbedarf bei Williams

"Vielleicht sporadisch, an einem guten Tag, aber nicht so konstant, wie Lewis das macht. Wenn du vorne fährst und um Siege fährst, musst du dich auch erst einmal akklimatisieren. Das ist eine ganz andere Umgebung, das dauert auch seine Zeit. Von daher wird es da meiner Meinung nach keine Reibungen geben, sondern das wird sich ausgehen", glaubt der 33-Jährige.

Bei Williams laufen die Planungen unterdessen zweigleisig. Alles auf die Karte Russell zu setzen, das weiß auch Capito, wäre naiv. "Natürlich müssen wir einen Back-up-Plan haben, weil wir auch die Wahrscheinlichkeit sehen, dass Mercedes ihm ein Angebot macht. Und dann müssen wir sehen. Aber im Moment sehe ich keinen Handlungsbedarf, bevor Mercedes nicht entschieden hat, was sie tun werden", sagt er.

Der Deutsche würde sich eine Zukunft mit Russell wünschen, doch Williams sei nicht von einzelnen Fahrern abhängig, sagt er. Stattdessen setzt er auf die Fortschritte im Team, um für andere gute Fahrer attraktiv zu sein.

Capito: Williams wird wieder attraktiv

"Ich sehe im Moment, wie sich Williams entwickelt und die Fortschritte, die wir machen", sagt Capito, der als Teamchef und Geschäftsführer in Personalunion tätig ist. Durch die neuen Besitzer von Dorilton Capital ändere sich auch hinter den Kulissen einiges, um das Team konkurrenzfähiger zu machen.

"Ich könnte mir vorstellen, dass die guten Fahrer, die am Saisonende frei werden, uns kontaktieren und Teil dieser Rückkehr von Williams sein wollen", so Capito.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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