Juan Pablo Montoya kritisiert Strafen in Österreich: "Das ist verrückt!"

Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya kann die Urteile im Grand Prix von Österreich nicht nachvollziehen - Wie er als Fahrerkommissar entschieden hätte

Juan Pablo Montoya kritisiert Strafen in Österreich: "Das ist verrückt!"

"Warum ist das eine Strafe?", wundert sich Juan Pablo Montoya über die Strafenflut in Österreich - vor allem über die Szene zwischen Lando Norris und Sergio Perez zu Rennbeginn. Die FIA-Kommissare müssen sich für die harte Bestrafung des McLaren-Fahrers Kritik gefallen lassen, auch vom ehemaligen Formel-1-Rennfahrer.

"Die beste Reaktion war die von Lando. Er hat gesagt: 'Wofür habe ich diese Strafe bekommen? Er war doch außen!' Er hat so recht", findet Montoya. Der Kolumbianer analysiert den Grand Prix von Österreich bei 'Motorsport TV'.

"Das ist einfach verrückt. Und das Schwierige ist noch dazu: Als Lando die Strafe bekommen hat, waren 30 Runden vergangen, oder mindestens zehn. Da hast du die Situation längst vergessen", wirft er ein. Was war konkret passiert?

Norris und Perez befanden sich nach der frühen Safety-Car-Phase in einem Zweikampf um Position zwei. Der Mexikaner hatte versucht, an Norris in Kurve 4 vorbeizugehen - auf der Außenbahn. Dabei geriet er allerdings ins Kiesbett und verlor wertvolle Plätze.

Der Vorfall wurde von Rennleiter Michael Masi notiert und an die Kommissare weitergeleitet. Gerd Ennser, Paolo Longoni, Walter Jobst und Fahrerkommissar Derek Warwick urteilten erst in Runde 20: 5-Sekunden-Strafe für Norris, da er Perez von der Strecke gedrängt habe.

Montoya kann mit diesem Urteil nichts anfangen und fragt sich: "Warum ist das eine Strafe? Weil dort Kies ist? Wenn der Auslauf asphaltiert wäre, wäre es dann keine Strafe? Wenn jemand auf einer Bananenschale ausrutscht und deswegen von der Strecke abkommt, warum gibt es dann keine Strafe, in Kurve 4 aber schon?"

Und er geht noch weiter: "Sollte jeder, mit dem du Seite an Seite fährst, eine Strafe bekommen? Ich weiß nicht. Ich finde das verrückt." Hätte Montoya als Fahrerkommissar in Spielberg eine Entscheidung fällen müssen, dann hätte er gesagt: "Auf der Außenbahn hast du nichts verloren."

In der Vergangenheit sind in Kurve 4 in Österreich bereits mehrere Unfälle passiert, weil ein Fahrer auf der Außenbahn überholen wollte. Das sei immer mit großem Risiko verbunden, weiß Montoya. "Das lernst du schon auf der Kartbahn."

Schon Juniorfahrer würden lernen, dass sie dem Gegner außen keinen Platz lassen dürfen. "Und so muss es auch sein! Also was erwarten die?", wundert sich der Ex-Formel-1-Fahrer. Wenig später im Rennen hat Perez den Spieß umgedreht und mit Leclerc das gleiche Spielchen in Kurve 4 gespielt - wofür er ebenso bestraft wurde.

Montoya, der von 2001 bis 2006 in der Formel 1 bei Williams und McLaren aktiv war, findet, dass sich die Regelhüter entscheiden müssen: Entweder alles kontrollieren oder Racing zulassen, getreu dem Motto: "Let them race!"

"Wenn die Kommissare und die Fahrer meinen, man muss Platz lassen, dann muss man diesen definieren. Okay, eine halbe Wagenbreite, wenn man Seite an Seite fährt. Wann muss man dann Platz lassen? Dann ist es wieder eine Ermessensentscheidung, und das macht meist alle nur unglücklich."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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