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Kaum Updates: Aston Martin verteidigt umstrittenen Entwicklungsweg

Aston Martin verliert im Entwicklungsrennen an Boden, doch Rennleiter Mike Krack fordert Geduld, Geschlossenheit und Vertrauen in den eingeschlagenen Kurs

Kaum Updates: Aston Martin verteidigt umstrittenen Entwicklungsweg

Aston Martin will am Entwicklungsplan der B-Version festhalten

Foto: Alberto Alberto

Aston Martin steckt in einer schwierigen Phase. Während die Konkurrenz im Verlauf der der Formel-1-Saison mit großen Updates sichtbare Fortschritte erzielt haben, wartet das Team aus Silverstone weiterhin auf den erhofften Durchbruch. Bisher gab es nur sechs neue Teile über die komplette Saison - Ferrari steht beispielsweise bei 25 Updates. Dennoch will Rennleiter Mike Krack nichts von einer Kurskorrektur wissen.

Stattdessen fordert er innerhalb der Mannschaft mehr Geschlossenheit und weniger Klagen über die aktuellen Defizite. Zwar räumt Krack offen ein, dass Aston Martin im Vergleich zur Konkurrenz an Boden verloren hat. Gleichzeitig betont er aber, dass dies nicht bedeute, dass die Mannschaft stillstehe.

"Man kann sagen, dass wir auf der Stelle treten. Aber wir stehen nicht still, denn es passieren viele Dinge, die man von außen nicht sieht", erklärt der Luxemburger. Hinter den Kulissen werde intensiv gearbeitet, auch wenn sich dies aktuell noch nicht in den Ergebnissen widerspiegele.

Konkurrenz hat Fortschritte gemacht

Dennoch verschließt sich Krack nicht vor der Realität. Aston Martin beobachte sehr genau, wie sich die Kräfteverhältnisse entwickeln, und müsse anerkennen, dass andere Teams in den vergangenen Monaten größere Fortschritte erzielt haben. "Es ist eine Tatsache, dass wir gesehen haben, wie andere nach vorne gekommen sind", sagt er.

Gerade in der frühen Phase eines Reglement-Zyklus seien die Entwicklungsmöglichkeiten besonders groß. Entsprechend habe es mehrere Teams gegeben, die diese Chancen mit umfangreichen Update-Pakten erfolgreich genutzt hätten.

Für Aston Martin sei die Situation jedoch das Ergebnis einer bewusst getroffenen Entscheidung. Bereits in Spanien hatte Krack erklärt, dass die Teamführung einen klaren Entwicklungsweg vorgegeben habe. Auch wenn dieser aktuell nicht die gewünschten Ergebnisse liefere, dürfe man davon nun nicht abrücken. Die große B-Version des Autos soll um den Großen Preis von Belgien kommen.

"Wir haben einen Teamleiter, der entschieden hat, diesen Weg zu gehen. Wenn man als Team eine solche Entscheidung trifft und sich dazu bekennt, dann muss man sich auch daran halten", betont Krack. Genau deshalb könne es nicht die Lösung sein, Woche für Woche dieselben Probleme zu beklagen.

"Dann sollten wir auch nicht jede zweite Woche darüber jammern, welche Defizite wir haben. Stattdessen müssen wir zusammenhalten, das Maximum herausholen und auf bessere Zeiten vorbereitet sein."

Aston Martin erkennt eigene Schwächen an

Dass die Konkurrenz Fortschritte gemacht hat, ist für Krack allerdings nur ein Teil der Erklärung. Der Teamchef macht deutlich, dass Aston Martin auch eigene Baustellen besitzt, die unabhängig vom Entwicklungsstand anderer Teams angegangen werden müssen.

"Wir überprüfen ständig unsere relative Wettbewerbsfähigkeit. Natürlich kann man vieles darauf zurückführen, dass andere Teams Fortschritte gemacht haben. Aber wir haben auch selbst Dinge, an denen wir arbeiten müssen."

Dabei nennt Krack mehrere Bereiche, die innerhalb des Teams seit Wochen analysiert werden. Dazu gehören unter anderem die Fahrbarkeit des Autos sowie das Energiemanagement. "Wir haben bereits mehrfach über die Fahrbarkeit gesprochen. Wir haben über das Energiemanagement gesprochen. Ich denke, wir lernen jede Woche dazu."

Für Krack handelt es sich dabei nicht um ein Entweder-oder. Sowohl die Entwicklungsschritte der Konkurrenz als auch die eigenen Schwächen hätten ihren Anteil an der aktuellen Situation.

"Es ist beides. Aber wir haben uns zu dieser Strategie bekannt und müssen daran festhalten. Es bringt nichts, sich darüber zu beschweren, nachdem die Entscheidung bereits getroffen wurde."

"Nicht mit 80 Prozent, sondern mit 100 Prozent"

Besonders deutlich wird Krack, wenn er über die internen Diskussionen innerhalb eines Formel-1-Teams spricht. Unterschiedliche Meinungen seien völlig normal und sogar notwendig. Am Ende müsse jedoch eine gemeinsame Richtung verfolgt werden.

"Es gibt immer unterschiedliche Ansichten. Die Diskussionen drehen sich darum, welche Schritte man machen kann und welches Budget dafür zur Verfügung steht. Irgendwann wird dann eine Entscheidung getroffen." Gerade in einem komplexen Umfeld wie der Formel 1 seien Meinungsverschiedenheiten unvermeidlich. Entscheidend sei jedoch, was nach der Entscheidung passiere.

"In einem Team gibt es oft unterschiedliche Auffassungen. Aber wenn man sich entscheidet, dann muss man sich zu 100 Prozent festlegen - nicht zu 80 Prozent und anschließend an der Kaffeemaschine darüber schimpfen. Wir haben diese Entscheidung getroffen und müssen nun darauf hinarbeiten, selbst wenn es schwer ist."

Krack fordert Widerstandskraft gegen Kritik

Der Aston-Martin-Teamchef weiß dabei genau, dass die öffentliche Wahrnehmung derzeit alles andere als positiv ist. Seit Wochen wird darüber diskutiert, ob das Team bei seiner Entwicklungsstrategie den falschen Weg eingeschlagen hat. Entsprechend groß ist auch der Druck von außen.

"Es ist leicht, negativ zu werden, sich ablenken zu lassen und sich über die Welt und alle anderen zu beschweren", erklärt Krack. Zugleich verweist er auf zahlreiche Expertenmeinungen, die in den vergangenen Wochen die Strategie des Teams kritisch bewertet haben.

"Wenn man die Berichterstattung der letzten Wochen verfolgt, dann bekommt man alle möglichen Kommentare und Einschätzungen zu unserer Strategie." Doch genau davon dürfe sich Aston Martin jetzt nicht beeinflussen lassen. Krack fordert von seiner Mannschaft Widerstandskraft und Vertrauen in die eigene Arbeit.

"Wir müssen widerstandsfähig bleiben. Wir müssen unseren Weg weitergehen und der Richtung folgen, die unser Teamleiter vorgegeben hat. Es gibt immer auch die emotionale Seite. Aber die muss man hinter sich lassen und weiterarbeiten."

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