Valtteri Bottas: Warum er in Sotschi im Feld feststeckte

Valtteri Bottas musste in Sotschi nicht nur Max Verstappen ziehen lassen, sondern hing fast das gesamte Rennen über fest - Was war los beim Finnen?

Valtteri Bottas: Warum er in Sotschi im Feld feststeckte

Beim Formel-1-Rennen in Monza war Valtteri Bottas noch einer der Fahrer des Wochenendes und brillierte vor allem mit einer Aufholjagd im Rennen bis auf den dritten Platz. In Sotschi hingegen blieb dieser Vormarsch durch das Feld aus. Erst der Regen spülte den Finnen noch bis auf den fünften Platz nach vorne. Warum tat sich der Mercedes-Pilot so schwer?

Aufgrund einer Motorenstrafe wurde Bottas wie bereits in Monza strafversetzt, startete aber immerhin noch vor Max Verstappen, da bei Bottas im Gegensatz zum Niederländer nicht die komplette Powerunit getauscht wurde.

Mercedes beteuerte, die schlechte Platzierung im Qualifying, als Bottas Siebter wurde, sei der Grund für den Motorenwechsel gewesen. Red Bull vor allem sah darin aber ein taktisches Manöver, um Bottas in Verstappens Nähe zu bringen und die Aufholjagd von Lewis Hamiltons WM-Rivalen zu bremsen.

Verstappen ohne Mühe gegen Bottas

Doch selbst wenn das der Plan gewesen sein sollte, so ging er nicht auf. Schon nach sechs Runden fuhr Verstappen ziemlich mühelos an Bottas vorbei. Während der Weg für Verstappen danach weiter nach vorne bis auf Rang sieben vor dem Regen führte, hing Bottas zu diesem Zeitpunkt auf dem 14. Platz fest.

"Es fiel mir deutlich schwerer als gedacht, durch das Feld zu kommen. Ich dachte, es würde wie in Monza laufen, aber es war viel schwieriger", sagt Bottas selbst und blickt fast neidisch auf den Vormarsch von Verstappen: "Max kam viel besser voran als ich. Ich weiß auch nicht."

Der 32-Jährige kämpfte nach eigener Aussage mit massivem Untersteuern, sobald er zu dicht hinter einem Vordermann fuhr. In Sotschi ist Untersteuern vor allem in den 90-Grad-Kurven im letzten Sektor Gift, Bottas kam nicht nahe genug ran, um im anschließenden DRS-Sektor nach Start/Ziel die Überholmanöver setzen zu können.

Wolff nimmt Bottas in Schutz: Er hat die Fähigkeiten

Der leitende Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin sieht im kalten Wetter am Rennsonntag den Hauptgrund für die Probleme bei Bottas. "Durch die kühleren Bedingungen hatten die Vorderreifen eine harte Zeit", erklärt Shovlin. "Wir hatten Untersteuern. Am Freitag haben die Hinterreifen am meisten gelitten, im Rennen war es die Vorderachse", sagt er weiter.

Darum, erklärt Bottas, habe er nichts dagegen tun können, als Verstappen ihn überholte. "Er kam einfach gut durch das Feld. Ich muss mir anschauen, ob ich mehr hätte tun können, aber er konnte mich relativ einfach überholen. Er hat dann auch die Autos vor mir überholt, aber ich hatte keine Chance", schildert der künftige Alfa-Romeo-Pilot.

Teamchef Toto Wolff, der Bottas per Funk persönlich motivierte, nahm seinen Nummer-zwei-Fahrer in Schutz. Auch Hamilton habe mit Untersteuern zu kämpfen gehabt, weshalb auch der Brite im Verkehr nicht vorankam. Hamilton hing unter anderem lange hinter Daniel Ricciardo fest und kam nur per Overcut an der Box vorbei.

"Wir müssen Valtteri einfach ein Auto und eine Powerunit zur Verfügung stellen, die es ihm erlauben, zu überholen. Es liegt nicht an seinen Fähigkeiten, denn Monza war spektakulär", sagt Wolff und betont: "Lewis konnte die Jungs vor sich nicht überholen und dasselbe passierte bei Valtteri. Wir müssen einfach verstehen, warum das Auto im Verkehr nicht so gut funktioniert."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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