Keine Regeländerungen vor Japan: Die Sorgen von Mercedes-Teamchef Wolff
Vor dem Großen Preis von Japan wird es (noch) keine Anpassungen am Reglement geben - Mercedes-Teamchef Wolff warnt vor "politischen Intrigen" der Konkurrenz
Vor dem Japan-GP wird es keine Anpassungen der Formel-1-Regeln geben
Foto: LAT Images
Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die Formel 1 und der Automobil-Weltverband FIA tatsächlich über eine Anpassung des aktuellen Reglements nachdenken, um der aktuellen Kritik vieler Fahrer nachzukommen. Vor dem Großen Preis von Japan am 29. März wird es allerdings (noch) keine Änderungen geben.
Dafür sprechen mehrere Gründe: Die FIA und mehrere Teams sind der Ansicht, dass das Gesamtprodukt derzeit nicht so problematisch ist, dass ein sofortiges Eingreifen nötig wäre. Zwar stimmen sie zu, dass einzelne Elemente - etwa das "Lift-and-Coast" im Qualifying - verbessert werden könnten, doch der Unterhaltungswert der Rennen sei ziemlich hoch.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff gehört zu denjenigen, die diese Sicht teilen. "Ein Qualifying im Vollgasmodus wäre schön", sagt er. "Aber wenn man sich die Fans und die Begeisterung live vor Ort ansieht, den Jubel bei Überholmanövern und auch die Reaktionen in den sozialen Medien, dann zeigt sich, dass die jüngeren Fans den Sport momentan lieben."
"Natürlich können wir immer daran arbeiten, ihn zu verbessern. Aber im Moment deuten alle Indikatoren und Daten darauf hin, dass die Leute ihn lieben. Und deshalb habe ich mit Stefano Domenicali gesprochen, er sieht das genauso. Es ist also das Fahren des Autos, das für manche nicht so angenehm ist", ergänzt der Österreicher.
Mercedes-Teamchef warnt vor "politischen Intrigen"
Die Situation in China präsentierte sich jedoch schon anders als in Australien: Zwar bot der Sprint am Samstag wieder das sogenannte "Jo-Jo-Racing" mit mehreren Überholmanövern nacheinander, doch besonders das Rennen am Sonntag offenbarte eine andere Dynamik.
Hauptgrund dafür sind die unterschiedlichen Streckenlayouts: Die Strecke in Melbourne war "schlecht für die Fahrer", wie McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte, während man in Shanghai deutlich leichter Energie regenerieren konnte und somit weniger unkonventionelle Taktiken anwenden musste.
Um ein umfassenderes Bild der Lage zu erhalten, hält die FIA es daher für sinnvoll, mehr Daten von unterschiedlichen Strecken zu sammeln. Und durch die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien bleibt nach dem Großen Preis von Japan zudem genügend Zeit, um mögliche Anpassungen vor dem Rennen in Miami (3. Mai) zu diskutieren.
Williams-Teamchef James Vowles deutete bereits an, dass "vier oder fünf Vorschläge" im Raum stehen. Die auffälligsten Änderungen betreffen Einsatz und Energiegewinnung: Theoretisch könnte das Super-Clipping auf volle 350 kW angehoben werden, während der Anteil elektrischer Energie reduziert werden könnte.
Die letzte Möglichkeit sehen einige Teams jedoch als drastische Maßnahme. Mercedes-Teamchef Toto Wolff erinnert zudem daran, dass politische Motive der Konkurrenz eine Rolle spielen könnten, um Mercedes die aktuellen Vorteile streitig zu machen.
"Wir haben ein gutes Auto, das zu diesem Zeitpunkt siegfähig ist", betont der Österreicher. "Mal sehen, welche politischen Intrigen in den nächsten Wochen und Monaten zum Einsatz kommen. Aber im Moment ist es ein Auto, mit dem man gewinnen kann."
Lewis Hamilton spricht vom "besten Rennsport"
Bei den Fahrern selbst herrscht nach dem Rennen in China eine gewisse Zwiespältigkeit. "Ich glaube, es ist der beste Rennsport, den ich je in der Formel 1 erlebt habe", sagt Ferrari-Star Lewis Hamilton nach dem engen Duell gegen Teamkollege Charles Leclerc, das im Rennen wohl für die meiste Spannung sorgte.
"Es fühlte sich an wie Go-Kart, immer hin und her, und man konnte sein Auto wirklich gut positionieren, sodass manchmal nur ein dünnes Stück Papier zwischen uns war", ergänzt der Brite, der sich am Sonntag seinen ersten Podestplatz im Ferrari sicherte.
Die Konkurrenz sieht die Lage nach dem zweiten Saisonrennen jedoch völlig anders. Während Fernando Alonso von einem "Kampf der Batterien" sprach, erneuerte Max Verstappen seinen Vergleich mit dem Nintendo-Klassiker "Mario Kart", der bereits nach dem Auftakt in Australien für Schmunzeln gesorgt hatte.
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